Verkehrssicherheit 3D-Zebrastreifen gegen Raser

Ein "schwebender" Zebrastreifen soll Fußgänger vor Rasern schützen. Braunschweig will die Straßen mit dem dreidimensionalen Fußgängerweg sicherer machen.

3D-Zebrastreifen.
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3D-Zebrastreifen.


Kaum jemand bremst am Zebrastreifen, trotz Tempo 30 und einer Bushaltestelle - trauriger Alltag an der Saarbrücker Straße in Braunschweig-Lehndorf. Ein scheinbar schwebendes Hindernis könnte das ändern: Ein dreidimensional wirkender Zebrastreifen soll die Autofahrer zum Anhalten bewegen. Solche Fußgängerüberwege wurden in Deutschland bisher nur selten und für wenige Tage ausprobiert, jetzt aber soll in Braunschweig der 3D-Zebrastreifen zum Dauerbremser werden.

Die Initiative geht auf Lehndorfs stellvertretenden Bürgermeister Frank Schröter zurück. "Als ich von dem 3D-Zebrastreifen hörte, dachte ich, dass das doch eine gute Möglichkeit wäre", so der Grünen-Politiker. Am Mittwoch entscheidet der Stadtbezirksrat über den Antrag Schröters. Dem ADAC gefällt die Idee: "Alles, was die Aufmerksamkeit erhöht, ist gut für die Verkehrssicherheit", erklärte eine Sprecherin des niedersächsischen Landesverbands.

Bisher keine Erfolge der 3D-Technik

Ein Erfolg ist allerdings nicht garantiert: Die Stadt Linz probierte den 3D-Zebrastreifen bereits aus, stellte jedoch mehrere Probleme fest. Der Streifen entfalte seine Wirkung nur aus einer Fahrtrichtung, bei Nacht und Nässe verpuffe der Effekt außerdem, erklärte der Linzer Verkehrsstadtrat Markus Hein. Zusätzlich sei der 3D-Effekt nur aus nächster Nähe und bei geringer Geschwindigkeit erkennbar, so der FPÖ-Politiker weiter. An einen Beitrag zur Verkehrssicherheit glaubt er deshalb nicht: "Für uns in Linz ist das eher ein lustiger Marketing-Gag."

Frank Schröter glaubt trotzdem an den neuen Zebrastreifen: Man müsse es eben einfach ausprobieren. Die 3D-Variante sei schnell gemalt und nicht viel teurer als ein normaler Zebrastreifen. Und falls es nicht funktioniere, könne man ihn ja wieder überpinseln.

ene/dpa



insgesamt 50 Beiträge
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jozu2 06.02.2018
1. Und Fußgänger stolpern?
Wenn ich das als Autofahrer sähe, würde ich sicherlich (mehr) bremsen. Aber Fußgänger müssten auch irritiert sein und der ein oder andere könnte da eine Mr.Bean-Stolpereinlage zum besten geben...
Leser161 06.02.2018
2. Unischerheit erzeugt keine Sicherheit
Eine optische Aufmachung eines Zebrastreifen die ringelpiez mit unseren Sinnen spielt erzeugt keine Sicherheit. Nicht alles was langsam macht, macht auch sicher. Ich kann auch ein Stroboskop aufstellen oder die Strasse einölen, alles wird die Autofahrer langsamer machen ABER nur weil sie all ihre Sinne auf die ungewohnte Situation konzentrieren werden statt auf die Umgebung zu achten. Aufmerksamkeit verhindert Unfälle nicht Langsamkeit.
maxehaxe 06.02.2018
3. Fragwürdig
Die Saarbrückener Str geht einspurig mitten durch ein Wohngebiet, wird jedoch von vielen im Nordwesten als Ausweichachse genutzt, wenn die Stadt voll ist. Das sind allerdings eher jeden Tag die selben Berufstätigen, meist Angestellte des Werkes eines großen, bekannten Automobilkonzernes der Region, die dort nicht wohnen und daher besonders rücksichtslos durchhacken. Ich denke nach wenigen Tagen ist der Effekt verpufft, weil alle Raser Bescheid wissen.
altertainment 06.02.2018
4. Perspektive
Zitat von jozu2Wenn ich das als Autofahrer sähe, würde ich sicherlich (mehr) bremsen. Aber Fußgänger müssten auch irritiert sein und der ein oder andere könnte da eine Mr.Bean-Stolpereinlage zum besten geben...
Nö. Der Zebrastreifen ist ja nicht wirklich dreidimensional, sondern ist lediglich so aufgemalt, dass er aus einer bestimmten Perspektive (die, aus der das Foto enstanden ist) dreidimensional aussieht. Aus der Perspektive des Fußgängers (der in der Regel von links oder rechts kommt) sieht das nicht mehr dreidimensional aus, sondern höchstens wie ein Zebrastreifen mit komischen Rändern. Denn die Schatten und Seitenflächen passen dann nicht mehr zum Blickwinkel. Ähnlich sieht es allerdings leider auch von vorne aus, sobald man nicht aus einer halbwegs optimalen Entfernung ein unbewegtes Foto schießt sondern zu weit weg / zu nahe dran (und außerdem in Bewegung!) ist.
genugistgenug 06.02.2018
5. Kostet ja nichts! Der Steuerzahler hat es ja!
....Frank Schröter glaubt trotzdem an den neuen Zebrastreifen: Man müsse es eben einfach ausprobieren. Die 3D-Variante sei schnell gemalt und nicht viel teurer als ein normaler Zebrastreifen. Und falls es nicht funktioniere, könne man ihn ja wieder überpinseln..... Typisches Beispiel wie Politiker mit unseren Steuern umgehen und wie wenig Ahnung sie von richtiger Arbeit haben. Also in Linz hat es nicht funktioniert, doch man will es trotzdem machen. Ist ja eine andere Stadt und ein anderer Haushaltstopf. So langsam kommt die Idee, dass die Politiker das Geld für ihre FürzeähIdeen prsönlich vorstrecken und dann im Erfolgsfall erstattet bekommen.
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