Brummendes Kinderbett Einschlafassistent

Autofahren gilt als Einschlafhilfe für viele Babys. Der Haken ist nur: Das schlummernde Kind muss ja anschließend noch ins Bett gebracht werden, ohne dass es aufwacht. Abhilfe könnte ein neuer Simulator schaffen.

Ford

Von Jürgen Pander


Vorbeihuschende Autos, das graue, endlose Band der Fahrbahn, das monotone Gebrumm - kein Wunder, dass Autobahnfahren gefährlich müde macht, und die Pkw-Hersteller allerlei Assiststenzsysteme ersonnen haben, um den Fahrer wach zu halten. "Highway Hypnosis" nennt der britische Psychologe Geoffrey Underwood diesen Zustand des Dahindämmerns bei Tempo 120 oder mehr, der lebensgefährlich ist. Es gibt jedoch Situationen, da wird die einschläfernde Wirkung einer Autofahrt geradezu herbeigesehnt. Beispielsweise dann, wenn das Kind schon seit einer Stunde oder noch länger schreit, obwohl es längst schlafen sollte.

Eltern von Babys und Kleinkindern kennen das Phänomen: Im Auto schlummert mancher Sprössling sofort ein, im eigenen Bettchen jedoch wird die Einschlafphase zur quälend langwierigen Prozedur. Aus dieser Erkenntnis hat die Agentur Espada y Santa Cruz aus Madrid die Idee für ein Kinderbettchen entwickelt, das eine Autofahrt simulieren kann, eine Art High-End-Wiege. Das Bettchen kann per Soundgenerator Motorengeräusche imitieren, es kann über eine elektronisch gesteuerten Mechanismus die Matratze in sanfte Schaukelbewegungen versetzen und es gibt eine sanfte, umlaufende LED-Beleuchtung, die vor den Autofenstern vorüberziehende Straßenlaternen nachahmen soll. Selbstverständlich lässt sich das alles per App einstellen, regulieren und steuern.

Alejandro López Bravo, der Designer der hochtechnisierten Schlafstatt, sagt über das "Max Motor Dream" genannte Teil, es könne "das Einschlafen der Kinder fördern und somit viele Menschen im Alltag entlasten." Der Autohersteller Ford nutzte das Bettchen kürzlich in Reklamespots in Spanien, um für die Familienfreundlichkeit seiner Modelle B-Max und C-Max zu werben. Daraufhin meldeten sich laut Ford "mehrere Tausend" begeisterte Eltern, die fragten, wo man das brummende Kinderbett kaufen könne.

Ernüchternde Antwort: nirgendwo. Denn mit einer derartigen Nachfrage nach einem als Werbegag gedachten Kinderbett hatte niemand gerechnet. Jetzt, so heißt es von Ford, werde über eine Serienfertigung des "Max Motor Dream" nachgedacht.

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Brummendes Kinderbett: Mit Gebrumm, durch die Nacht

Der Schweizer Schlafforscher Oskar Jenni, 50, Leiter der Abteilung Entwicklungspädiatrie des Kinderspitals Zürich, sieht das skeptisch. Es sei zwar richtig, dass Autofahren wie "jede Stimulation des Gleichgewichtsorgans das Einschlafen begünstigt", und dieser Effekt auch im Falle des brummenden und vibrierenden Bettchens funktionieren dürfte. Allerdings sagt Jenni, er halte ein derartiges technisches Gerät als Einschlafhilfe für "unsinnig". Seine Begründung: "Jedes Kind muss lernen, sich selber zu beruhigen." Um das Einschlafen zu fördern, sei es "vor allem wichtig, einen regelmäßigen Rhythmus zu etablieren."

Mitarbeit: Matthias Kriegel

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Bakturs 19.04.2017
1. Es gibt Dinge, die sich die Welt sparen kann
Elternnähe wird ersetzt durch Technik. So können die Eltern in Ruhe weiter surfen und mir Siri sprechen. Es gibt bessere Wege, ein Kind zum schlafen zu bringen. Ohne Strom - ohne Technik.
1+1=3 19.04.2017
2. 20 Strophen ...
... der "Vogelhochzeit", 3x hintereinander leise und monoton gesungen, besser gebrummt, dazu das Kinderbettchen sanft hin- und her geschaukelt, haben nach kurzer Eingewöhnungszeit eine ähnlich gute Wirkung. Sogar für den Schlummerliedchen-Brummer!
skal666 19.04.2017
3. Also ich halte einen erhobenen Zeigefinger für nicht zielführend
"Kinder sollten lernen..." --- ja, erklär's denen mal. Die sitzen ja da und hören zu, und machen sich bestimmt auch noch Notizen. Wessen Kind von alleine einschläft, der braucht das sicher nicht. Die schlafentzogenen Zombie-Eltern aber werden sich verständlicherweise über sowas interessieren, und das hat nichts mit dem Wegnehmen von menschlicher Nähe zu tun. Eltern bleiben nämlich eigene Individuen, welche auch Bedürfnisse haben, z.B. selbst zu schlafen. Wenn man den Effekt mit vorgesungenen Liedern erzielen kann, perfekt! Ist sicher billiger als die High-Tech-Lösung.
almeo 19.04.2017
4.
Zitat von BaktursElternnähe wird ersetzt durch Technik. So können die Eltern in Ruhe weiter surfen und mir Siri sprechen. Es gibt bessere Wege, ein Kind zum schlafen zu bringen. Ohne Strom - ohne Technik.
Jawollo! Die böse Technik! Geht viel einfacher! Bei meinen Urgroßeltern wurde das Kind halt einfach schreien gelassen, denn "wenn es lange genug wach ist, wird es schon irgendwann so müde, dass es einschläft!" oder einfach wie zu Omas Zeiten die Lippen des Babys mit Schnaps befeuchten! Eltern mit Schreibabys, die stundenlang umherkutschiert werden müssen bis sie schlafen werden sich sicher sehr bei Ihnen bedanken, dass Sie ihnen diesen tollen Tipp geben können. Einfach weniger im Internet surfen und das Kind mehr lieb haben! Klasse! Ist bisher sicher noch niemand drauf gekommen!
verbal_akrobat 19.04.2017
5. Na dann ist ja alles klar
Schließe mich meinem "Vorredner" an, Schwachsinn den die Menschheit nicht braucht, Resourcenverschleuderung. Zuviele ausgebildetet Ing. usw......
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