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19. Februar 2013, 15:39 Uhr

Mehr Transparenz

Bundeskabinett beschließt Benzinpreis-Überwachung

Die Ölmultis stehen künftig unter genauer Beobachtung: Sie müssen nun jede Änderung der Spritpreise an den Tankstellen sofort melden. Das Bundeskabinett hat dazu den Aufbau einer Markttransparenzstelle beschlossen. Vor allem Autofahrer sollen davon profitieren.

Berlin - Egal ob der Kraftstoffpreis an den Tankstellen steigt oder sinkt - innerhalb von fünf Minuten muss die Änderung nun bei der sogenannten Markttransparenzstelle gemeldet werden. Das hat das Bundeskabinett am Dienstag beschlossen. Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler verspricht sich von der Maßnahme mehr Wettbewerb zwischen den Mineralölkonzernen und eine bessere Informationsmöglichkeit für Autofahrer.

Damit die Verbraucher wissen, an welcher Tankstelle es gerade den billigsten Sprit gibt, soll das Bundeskartellamt die Preisinfos publik machen. Die Daten können damit fast in Echtzeit über Internetportale, Handy-Apps oder Auto-Navigationsgeräte verbreitet werden. "Ich bin zuversichtlich, dass diese Tankstellen-Apps bis zum Sommer stehen", sagte Rösler.

Bessere Vergleichsmöglichkeit

Die rasche Informationsmöglichkeit bringt den Autofahrer Vorteile beim Vergleich - ob das Tanken dadurch billiger wird, bleibt allerdings abzuwarten. Kartellamtspräsident Andreas Mundt dämpfte im Vorfeld bereits die Erwartungen an die in seiner Behörde angesiedelte Sammelstelle. Auf Knopfdruck werde sie bestimmt nicht für sinkende Spritpreise sorgen, sagte er.

Im vergangenen Jahr waren die Preise für Kraftstoff in Deutschland auf ein Rekordhoch geklettert. Außerdem gab es extrem viele Preisausschläge. Nach Ansicht von Branchenexperten könnten sich diese Sprünge durch die Markttransparenzstelle etwas einebnen.

cst/dpa

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