Markttransparenzstelle: Die Benzinpreis-Wächter gehen in Stellung
Die Benzinpreis-Meldestelle soll zukünftig für Transparenz an den Zapfsäulen sorgen und Autofahrer zu den billigsten Angeboten lotsen. Nun laufen die Vorbereitungen für die Umsetzung dieses Plans an. Der zuständige Behördenchef warnt jedoch vor zu hohen Erwartungen.
Bonn - So sperrig ihr Name auch sein mag - die Einrichtung der Markttransparenzstelle verspricht einen praktischen Service für alle Autofahrer: Sie soll ermöglichen, dass die Preisdaten sämtlicher Tankstellen in Deutschland in Echtzeit auf dem Handy oder dem Navigationssystem abzulesen sind. Den Verbrauchern wird somit der Vergleich um einiges erleichtert.
Das Bundeskartellamt hat nun bekanntgegeben, dass die Vorbereitungen für die geplante Benzinpreis-Meldestelle begonnen haben. Als ersten Schritt habe das Amt einen Aufbaustab eingerichtet, der die erforderlichen Prozesse untersuchen soll. Ab wann der Weg zur günstigsten Tankstelle gewiesen wird, könne aber noch nicht gesagt werden.
Neben technischen Fragen zur IT-Infrastruktur muss auch geklärt werden, wo die erforderlichen Schnittstellen innerhalb der Behörde geschaffen werden. Die konkrete Ausgestaltung muss dann eine Rechtsverordnung regeln.
Kartellamtspräsident Andreas Mundt dämpfte unterdessen überhöhte Erwartungen. "Durch die Markttransparenzstelle werden die Preise nicht auf Knopfdruck sinken", sagte er. Der Verbraucher könne aber künftig auf der Basis zuverlässiger Informationen die günstigste Tankstelle ansteuern. "Damit tut er nicht nur etwas für die eigene Geldbörse, sondern er erhöht auch den Wettbewerbsdruck zwischen den Anbietern."
Bundestag und Bundesrat hatten die Markttransparenzstelle zum nächsten Jahr beschlossen. Zwar gibt es ähnliche Angebote schon bisher. Dort werden die Preise aber in der Regel von Tankstellenkunden eingestellt und sind oft nicht aktuell. Die Daten der Transparenzstelle werden verlässlicher sein und haben eine Art offiziellen Charakter.
cst/dpa
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