Fuhrpark Regierung meidet Elektroautos

Die Bürger sollen nach dem Willen der Bundesregierung möglichst viele E-Autos kaufen. Die Mitarbeiter der Ministerien hingegen fahren nach SPIEGEL-Informationen lieber Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor.

Elektroauto an einer Stromtankstelle
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Elektroauto an einer Stromtankstelle


Die Bundesregierung hält sich beim Erwerb von Elektroautos zurück. Nur 73 der fast 8400 Fahrzeuge, die von der Regierung im Jahr 2018 für Ministerien und Behörden angeschafft wurden, fahren rein elektrisch. Das entspricht einer Quote von nicht einmal einem Prozent.

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Für eine Regierung, die beteuert, bei der Umstellung auf alternative Antriebe mit "gutem Beispiel" vorangehen zu wollen, ist das ein geradezu klägliches Ergebnis - zumal für die Anschaffung sauberer Fahrzeuge insgesamt fast 100 Millionen Euro im Haushalt eingeplant wurden.

Ministerium veröffentlichte Zahlen erst auf konkrete Anfrage

Das zuständige Innenministerium hat die Liste aller Fahrzeuge erst auf eine konkrete Nachfrage der Grünen-Bundestagsfraktion vorgelegt. Offensichtlich sind die bescheidenen Erfolge in Sachen eigener E-Mobilität der Regierung selbst peinlich. Auf eine erste Anfrage der Grünen im Dezember hatten die Beamten mit 251 Autos noch eine deutlich höhere Zahl genannt - dabei hatten sie allerdings auch Hybridfahrzeuge mitgezählt. Stichtag der Abfrage war der 30. November.

"Wie soll das mit der Elektromobilität je etwas werden, wenn nicht einmal die Bundesregierung E-Autos anschafft", fragt Oliver Krischer, Verkehrsexperte der Grünenfraktion. Wieder einmal entpuppten sich die "markigen Ziele" von Ex-Verkehrsminister Alexander Dobrindt, CSU, als "heiße Luft".

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insgesamt 51 Beiträge
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Seite 1
ernstmoritzarndt 15.02.2019
1. Mit gutem Beispiel ....
… sollte insbesondere die Umweltministerin vorangehen. Wenn ich allerdings die letzten Bilder von ihr und ihrem Gefährt vorüberziehen lasse, scheint auch sie irgendein dickes, fettes Nobelgefährt als Dienstwagen anzusehen. Ganz ehrlich: Ich fahre selbst ein kräftiges und schnelles Auto. Eines steht allerdings fest: Ich lasse mir nicht von Pharisäern meinen Lebensstil vorschreiben. Wenn man die "Klappe" schon soweit aufsperrt, sollte man mit gutem Beispiel vorangehen. Das gilt auch für die Grünen, die uns allen erzählen wollen, wie wir zu leben haben, als leitende Politiker im Allgemeinen dann im Vorturnen erheblich "schwächeln".
BettyB. 15.02.2019
2. Tja, wen wundert´s
Wo wären denn die nötigen Ladestationen, falls jemand tatsächlich mal mit dem Elektromobil losfahren würde?
r_saeckler 15.02.2019
3. Wasser predigen und Wein saufen...
Eigentlich nur das übliche Verhalten des polit-bürokratischen Komplexes, oder etwa nicht? - der doofe Bürger und Steuerzahler soll gefälligst so einen Elektrokarren statt eines brauchbaren Autos kaufen. Dienstwagen für Bonzen und Beamte - das ist ja ganz was anderes... - die doofe Privatwirtschaft soll gefälligst keine befristeten Arbeitsverträge mehr schließen. Behörden, Ämter, Kommunen und, allen voran, die Universitäten und Fachhochschulen - ja, die dürfen das natürlich gerne... Na, noch weitere Beispiele gefällig für die zweierlei Maßstäbe?!
Schneiderhahn 15.02.2019
4. keine Alternative
Ja was sollen die denn sonst fahren? Ein paar Hintergrundinfos wären hilfreich. Was ist denn die durchschnittliche Jahreslaufleistung im Regierungsfuhrpark, wie lang sind die üblichen Strecken, usw. Mal davon abgesehen, sollen die jetzt umsteigen von BMW 5er, 7er, Audi A6, A8, Mercedes E- und S-Klasse in... E-Golf? Zoe? Leaf?
only me 15.02.2019
5.
Auch Elektrizität muß erst produziert werden und dann kann man sie schlecht auf Vorrat lagern wie Sprit. Da kommen noch einige Probleme auf uns zu. Das ist viel zu kurz gedacht.
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