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Bundesweites Zweitakterverbot: Grüne wollen Motorroller stoppen

Ciao Vespa: Mit einem ungewöhnlichen Vorstoß wollen die Grünen die Luftqualität in Städten verbessern. Motorroller mit Verbrennungsmotoren möchte die Öko-Partei komplett aus dem Verkehr ziehen. Stattdessen sollen nur noch Fahrzeuge mit Elektroantrieb erlaubt sein.

Motorroller: Elektro ist die Zukunft Fotos
Jürgen Pander

Hamburg/Saarbrücken - Wenn es nach der Bundestags-Fraktion der Grünen geht, sollen ab 2015 nur noch Roller zugelassen werden, die rein elektrisch fahren, berichtet die "Saarbrücker Zeitung". Darüber hinaus wollten die Grünen bereits zugelassene Zweitakter ab 2020 und Viertakter ab 2025 aus dem Verkehr ziehen.

Vor allem die in kleinen Rollern mit 50 Kubikzentimetern eingesetzten Zweitakter sind den Ökopaxen ein Dorn im Auge. Diese fahren mit Benzin, dem Öl zur Motorenschmierung beigemischt wird. Das führt zu höheren Emissionen als bei klassischen Benzinmotoren - vor allem Feinstaub wird freigesetzt.

Der grüne Verkehrsexperte Winfried Hermann sagte: "Elektroroller sind leise, emittieren keine Luftschadstoffe und tragen damit gerade in Städten zu einer Verbesserung der Luftqualität bei." Durch günstige Verbrauchskosten von 50 Cent auf 100 Kilometer seien sie zudem für die meisten Nutzer wirtschaftlicher.

Boom bei E-Rollern

Zum Rollerverbot haben die Grünen der Zeitung zufolge bereits einen Antrag in den Bundestag eingebracht. Fraglich ist allerdings, ob zur E-Roller-Förderung wirklich ein Gesetz notwendig ist.

Denn aus Sicht der meisten Marktbeobachter sind die Tage des Zweitakters ohnehin gezählt. Anders als Elektroautos, die wegen Problemen mit wuchtigen Akkus und geringer Reichweite nicht so richtig vom Fleck kommen, sind E-Roller bereits technisch ausgereift und finden reißenden Absatz.

In China werden bereits deutlich mehr Roller mit Elektro- als mit Verbrennungsmotor verkauft. Der Bestand liegt dort bei über 50 Millionen. Auch in Deutschland werden bereits zahlreiche Modelle angeboten. 2011 werden Daimler und andere große Hersteller mit eigenen E-Scootern auf den Markt kommen.

Das macht der Markt

Die FDP erteilte dem Vorhaben dem Bericht zufolge eine Absage. Ein Verbot "hilft dem globalen Klima überhaupt nicht, bestraft aber Jugendliche im ländlichen Raum und diejenigen in den Städten, die bewusst auf das Auto verzichten wollen", sagte FDP-Verkehrsexperte Oliver Luksic.

Insofern dürfte der Plan der Grünen vorerst keine Chance auf Umsetzung haben - was kein Schaden ist, denn das Problem regelt sich binnen der kommenden Jahre vermutlich von ganz allein.

Dafür dürfte die Marktwirtschaft sorgen, denn der Preisvorteil von Stromern ist gigantisch: Hundert Rollerkilometer mit einem Zweitakter kosten knapp 4 Euro, mit dem E-Scooter etwa 35 Cent.

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insgesamt 432 Beiträge
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1. Endlich
Thore_S. 18.09.2010
Ich verstehe seit langem nicht, weshalb diese kleinen Stinker teilweise steuerfrei fahren und dabei Emisionen in nicht zu knappen Mengen ausstoßen. Auf dem Fahrrad stinkt das gewaltig, wenn die dann mit ihren knäternden Dingern langsam an einem vorbei ziehen und lange mit einer starken ungesunden Duftmarke vor einem herfahren. Wir haben keine ungefilterten Kohlheizungen mehr in Deutschland und wollen diese nicht. Jetzt sollten diese dummen Roller weg. Und ich denke, dass sich in den Jahren Umbausetz entwickeln werden, mit denen alte Vespas etc. weiter betrieben werden können.
2. Grüne Doppelmoral
kritischer_Beobachter 18.09.2010
Zitat von sysopCiao Vespa: Mit einem ungewöhnlichen Vorstoß wollen die Grünen die Luftqualität in Städten verbessern. Motorroller mit Verbrennungsmotoren möchte die Öko-Partei komplett aus dem Verkehr ziehen. Stattdessen sollen nur noch Fahrzeuge mit Elektroantrieb erlaubt sein. http://www.spiegel.de/auto/aktuell/0,1518,718217,00.html
Aberwitzig dieser Vorschlag. Ich empfehle den Grünen-Politikern mal einen Blick in ihre Hochburgen in Berlin Prenzlauer Berg oder Friedrichshain. Man ahnt nicht was dort für Autos stehen und das schlimme ist, die Besitzer fahren damit 300m zum Bioladen und fühlen sich anschließend "Voll Öko". Die eigene Wählerschaft, die in bester Innenstadtlage wohnt und mit ihren Karosserien die hiesige Luft verpestet, findet diesen Vorschlag sicherlich toll. Ich frage mich immer wieder, wie kann sich eine Partei/Wählerschaft so selbst belügen.
3. 45km/h
A-Schindler, 18.09.2010
Die Grünen sollten sich lieber dafür Einsetzen das man mit den Rollern dann auch 70km/h fahren kann und nicht auf Hauptsraßen ein Verkehrshindernis wird weil man keine 50km/h fahren darf mit den Rollern. Mit ein Fahrrad kann man auf den Fußweg schneller fahren als mit den kleinen Rollern...
4. Sinnvoll!
d.chavez 18.09.2010
Da bin ich ja tatsächlich mit den Grünen mal einer Meinung. Die Dinger machen nur Lärm und stinken - und das Entscheidenste: Sie lassen sich mehr als nur adäquat substituieren. Zum Beispiel lässt sich der Akku von e-Rollern nicht selten ausbauen und mit in die Wohnung nehmen zum laden. Man braucht also keinen Garagenstellplatz, keine Ladesäulen etc... Wäre schön wenn sich das über den Markt regelt aber warum nicht auch im Zweifelsfall (Artikel nennt ja einen langen zeitlichen Rahmen von 15 Jahren) per Gesetz. Wer das zu viel Regulierung findet, der hätte lieber mal das unsägliche Glühbirnenverbot verhindern sollen, aber da waren sich ja alle Parteien einig (wie häufiger in letzter Zeit...) Und zum Schluss noch ein Wunsch: Bitte auch die motorisierten Laubbläser mit einschließen!!!
5. Alles verbieten!
alexklaas 18.09.2010
Gibt wohl noch nicht genug Verbote...Wieviel kostet denn ein Elektroroller vs. herkömmlich?
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