E-Mobile auf Busspuren: Busbranche verteidigt Sonderrechte gegen Elektroautos

Leere Busspur in Stuttgart: "Dort herrscht immer mehr Platzbedarf" Zur Großansicht
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Leere Busspur in Stuttgart: "Dort herrscht immer mehr Platzbedarf"

Um Elektroautos in Deutschland attraktiver zu machen, sollen sie nach dem Willen von Verkehrsminister Peter Ramsauer auch auf Busspuren fahren dürfen. Bei der Busbranche stößt dieser Vorschlag allerdings auf Ablehnung. Die Fuhrunternehmen wollen ihre Sonderrechte nicht mit E-Mobile teilen.

Berlin - Freie Fahrt für Elektroautos - das klang nach Aufbruch: Zu den wenigen konkreten Vorschlägen zur Förderung der Elektromobilität, die Peter Ramsauer bei einem Gipfeltreffen in Berlin auftischte, zählte die Idee mit den Busspuren. E-Mobile, so der Plan des Bundesverkehrsministers, könnten doch gegenüber anderen Fahrzeugen bevorzugt werden und die für Busse reservierten Straßenabschnitte benutzen dürfen.

Doch kaum ist der Plan formuliert, wird er auch schon wieder kritisiert. Die Busbranche hält nämlich gar nichts von diesem Vorschlag.

"Busspuren müssen für Busse reserviert bleiben", forderte Christiane Leonard, Hauptgeschäftsführerin des Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmer (bdo), am Dienstag. Für Elektroautos ist auf den Spuren nicht genügend Raum frei, "zumal mit dem neuen Fernlinienbussen dort immer mehr Platzbedarf herrscht".

Grünen-Fraktionschefin Renate Künast sagte, die Bundesregierung habe schon vor Jahren Benutzervorteile für E-Autos angekündigt, liefere aber nicht. "Während Ramsauer mit seinen Busspuren alte Hasen aus dem Zylinder kramt, fahren andere Autonationen wie Japan, die USA und demnächst China bei der E-Mobilität immer weiter vorneweg."

cst/dpa

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1. StvO für Parkplätze vor Ladesäulen für E-Cars ändern
kai_4711 28.05.2013
Nicht mal das bekommen unsere hochbezahlten Politiker hin. Da gibt es weitgehenden Konsens. Das geht schnell. Das wäre einfach. Aber nein, es ist nach geltender StVO legal, das Parkplätze vor Ladesäulen von Verbrennern zugeparkt werden dürfen, auch wenn diese gekennzeichnet sind.
2. Busspuren
gonger 28.05.2013
Busspuren müssen für Busse reserviert bleiben. Es ist doch heute schon alltäglich daß PKW's Busspuren und Haltestellenbuchten blockieren bzw. darauf fahren und die Polizei schaut beim tiefergelegten schwarzen BMW weg. In Hamburg will man diese Haltestellenbuchten im Rahmen des sog. "Busbeschleunigungsprogramms" sogar abbauen. So krankhaft denken können nur Politiker.
3. Lösung: E-Busse!
Emmi 28.05.2013
Die naheliegende Lösung lautet, die Busunternehmen zu zwingen, E-Busse einzusetzen, wenn sie ihre Privilegien behalten wollen!
4. E-Busse
gonger 28.05.2013
Zitat von EmmiDie naheliegende Lösung lautet, die Busunternehmen zu zwingen, E-Busse einzusetzen, wenn sie ihre Privilegien behalten wollen!
Die kosten doppelt so viel wie Dieselbusse ! Hybridbusse sind noch teurer. Die quälen sich den Berg hoch. Dabei hat Hamburg hat eher weniger Berge... Viele Busbetriebe drehen am Rad. Da kann man denen nicht noch mehr Lasten aufbürden. Sonst drohen Fahrpreiserhöhungen > Tariferhöhungen. Aber soweit denken Grüne eben nicht. Das beste Bussystem was ich kenne hat Salzburg mit seinen O-Bussen.
5. Das Problem mit den Busspuren
westfalen7 28.05.2013
ist einfach zu lösen:In Münster gibt es mehrere Fahrradwege,auf denen auch Busse fahren dürfen!!Allerdings müssen sich die Busse dann nach den dort befindlichen Fahrradfahrern richten und dahinter bleiben.Klappt zwar nicht immer,denn dann wird die weiße ununterbrochene Linie ohne Rücksicht auf den anderen Verkehr überfahren,um die Radfahrer zu überholen.Wenn es dann zu einem Unfall mit dem fließenden Verkehr kommt,zahlt die Versicherung des Busunternehmers.Ich kenne das,ist mir schon passiert.
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Welche Typen von Elektroautos gibt es?
Reiner Elektroantrieb
Diese Fahrzeuge haben keinen klassischen Antriebsstrang mehr, der vom Motor die Bewegungsenergie auf die Räder überträgt. Stattdessen sind in den Radnaben Elektromotoren, die Energie kommt aus einem Akku, der an der Steckdose aufgeladen werden kann. Weil die Speicherkapazität der Batterien noch nicht mit einem klassischen Automobil vergleichbar ist, haben einige Elektromobile einen sogenannten Range Extender an Bord - einen kleinen Generator, der die Elektromotoren mit Energie versorgt, wenn der Akku leer ist.

Beispiele: Tesla Model S, VW E-Up, VW E-Golf, Renault Zoe, BMW i3, Ford Focus Electric, Nissan Leaf, Mercedes B-Klasse E-Drive
Hybridantrieb
Hybridautos haben zusätzlich zum klassischen Verbrennungsmotor einen Akku an Bord. Wenn der leer ist, springt der Benziner an. Eine Variante sind sogenannte Mild-Hybrid-Systeme, bei denen der Stromantrieb nur parallel unterstützend läuft, um den Benzinverbrauch zu reduzieren. Der Akku wird in der Regel durch Bremskraftrückgewinnung und einen Dynamo geladen. Zukünftige Hybridfahrzeuge sollen aber auch an der Steckdose aufladbar sein.

Beispiele: Toyota Prius, Toyota Prius+, VW Golf GTE, Porsche Panamera S E-Hybrid, Porsche 918 Spyder, Volvo V60 PiH, BMW i8
Brennstoffzellenantrieb
Bei diesen Fahrzeugen tankt man statt Benzin flüssigen Wasserstoff. In einer chemischen Reaktion wird das Hydrogen in der Brennstoffzelle in elektrische Energie umgewandelt, die dann das Fahrzeug antreibt. Anders als bei reinen Elektrofahrzeugen ist die Infrastruktur für den Wasserstoff eine ungelöste Frage. Vorteil der Brennstoffzellenfahrzeuge ist ihre größere Reichweite.

Beispiele: Hyundai ix35, Honda FCX Clarity, Hamburger Nahverkehrsbusse (Mercedes-Benz), Toyota Mirai
Range Extender
Im Gegensatz zu den herkömmlichen Elektroautos haben Range Extender einen Verbrennungsmotor an Bord, der anspringt, wenn die Ladung der Batterie zur Neige geht. Vorteil: Die Reichweite steigt auf das Niveau eines Autos mit konventionellem Antrieb. Vorreiter dieser Spezies ist der Opel Ampera, der die Kraft des Verbrenners aber auch nutzt, wenn die volle Leistung zum Beispiel auf der Autobahn abgerufen wird.

Beispiele: Opel Ampera (baugleich mit Chevrolet Volt), BMW i3 (optional mit Benzinmotor)

CO2-Emissionen

Bei Neuzulassungen 2012 in Deutschland (Flotten-Durchschnitt in g/km):

 

 

Quelle: Kraftfahrt-Bundesamt

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