Bußgeldrechner für Fahrradfahrer Was zu schnelles Radeln kostet

Mit dem Rad bei Rot über die Ampel gefahren? Betrunken auf dem Drahtesel erwischt worden? Der Bußgeldrechner für Fahrradfahrer verrät, welche Strafen Ihnen drohen.

Bußgeldrechner: Diese Strafen drohen Rüpel-Radlern
DPA

Bußgeldrechner: Diese Strafen drohen Rüpel-Radlern


Haben Sie auf dem Fahrrad möglicherweise gegen die Straßenverkehrsordnung verstoßen und befürchten nun eine Strafe? In unserem Bußgeldrechner können Sie das Vergehen auswählen und vorab herausfinden, welche Konsequenzen Ihnen drohen.

Bußgeldrechner


Bußgelder: Das müssen Sie wissen

  • Gibt es Tempolimits für Fahrradfahrer?

Ja, zum Beispiel in einer Fußgängerzone oder auf Gehwegen. Darf man hier mit dem Fahrrad fahren, gilt Schrittgeschwindigkeit. Das Bußgeld beträgt bei Missachtung mindestens 15 Euro.

  • Was kostet es, wenn man beim Telefonieren auf dem Fahrrad erwischt wird?

25 Euro. Das Telefonieren mit einer Freisprecheinrichtung ist hingegen erlaubt.

  • Bei Rot über die Ampel: Auch mit dem Fahrrad kein Kavaliersdelikt.

Ein sogenannter Rotlichtverstoß mit dem Fahrrad kostet mindestens 60 Euro und führt zu einem Punkt in Flensburg. War die Ampel bereits länger als eine Sekunde rot, erhöht sich das Bußgeld auf mindestens 100 Euro plus Punkt. Laut ADFC können beispielsweise acht Rotlichtverstöße mit jeweils einem Punkt dazu führen, dass ein Radfahrer seinen Autoführerschein verliert.

  • Gibt es ein Fahrverbot für Radfahrer?

Auch gegen Radfahrer kann ein Fahrverbot verhängt werden. Dem ADFC zufolge wird das unbefristete Fahrverbot für Radfahrer ebenfalls im Fahreignungsregister in Flensburg eingetragen. Im Verdachtsfall kann die Polizei dort nachfragen. "In der Großstadt wird ein Radfahrverbot kaum zu kontrollieren sein und erst nach einer erneuten Alkoholfahrt auffallen", so ADFC-Rechtsreferent Roland Hoch. Trotzdem werden immer häufiger Fahrverbote für Radfahrer ausgesprochen. 2013 waren es dem ADFC zufolge insgesamt 4297 - mehr als doppelt so viele wie 2008.

  • Fahren unter Alkohol- oder Drogeneinfluss. Wann droht ein Bußgeld?

Das Radfahren im betrunkenen Zustand ist keine Ordnungswidrigkeit aus dem Bußgeldkatalog, sondern eine Straftat: Absolute Fahrunsicherheit - ab 1,6 Promille - oder geringerer Alkoholisierung in Verbindung mit Ausfallerscheinungen (beispielsweise Fahrfehler oder Unfall) können dazu führen, dass Radler vor Gericht angeklagt werden. Dabei spielt es keine Rolle, ob andere Verkehrsteilnehmer gefährdet wurden oder nicht.

Auch wer als Radfahrer unter Drogeneinfluss erwischt wurde, wird nach Paragraph 316 StGB bestraft. Es ist die gleiche Strafvorschrift wie für das Fahren unter Alkoholeinfluss. Laut ADFC ist die häufigste Strafe für Ersttäter eine Geldstrafe etwa in Höhe eines Monatseinkommens. Hinzu kommt eine MPU mit der Gefahr des Führerscheinentzugs und/oder Radfahrverbots.

  • Ab wann droht eine Medizinisch-Psychologische Untersuchung (MPU)? Und läuft sie für Radfahrer anders ab als für Autofahrer?

Wer mit 1,6 Promille Alkohol im Blut oder mehr auf dem Fahrrad erwischt wird, muss mit einer MPU rechnen. Als rechtliche Grundlage dafür greift - wie auch bei Autofahrern - Paragraph 13 der Fahrerlaubnisverordnung (FeV). Grundsätzlich unterscheide sich die MPU für Autofahrer nicht von der für Radfahrer, so der ADFC-Rechtsreferent Roland Hoch.

smh

Mehr zum Thema


© SPIEGEL ONLINE
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.