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Mangelhafte Pkw: Rückruf-Rekord in Deutschland

1,9 Millionen Fahrzeuge haben die Hersteller in Deutschland im vergangenen Jahr zurückgerufen - so viele wie nie zuvor. Einer Analyse zufolge waren einige Marken "weit überdurchschnittlich" betroffen.

Bergisch Gladbach - Mehr als 1,9 Millionen Autos haben die Hersteller im vergangenen Jahr in Deutschland in die Werkstätten zurückrufen müssen. Laut Stefan Bratzel, Professor für Automobilwirtschaft in Bergisch Gladbach, war die Zahl so hoch wie noch nie seit Einführung eines entsprechenden Gesetzes 1997.

Das Produktsicherheitsgesetz ist maßgebend für die rechtlichen Grundlagen für Rückrufe. Sobald Hersteller oder Behörden wie das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) zur Einschätzung kommen, dass durch einen Mangel oder Produktfehler die Sicherheit gefährdet ist, muss demnach das Fahrzeug zurückgerufen und nachgebessert werden.

"Weit überdurchschnittlich" betroffen waren laut einer Analyse des Center of Automotive Management (CAM) die japanischen Hersteller Subaru, Toyota und Honda sowie die Oberklassemarken Jaguar, Land Rover und BMW.

Großteil der Rückrufe wegen fehlerhafter Takata-Airbags

Das CAM analysierte 127 Rückrufaktionen in Deutschland im vergangenen Jahr. Demnach mussten der Großteil, rund 580.000 Auto, wegen defekter Airbags des japanischen Herstellers Takata in die Werkstätten. Betroffen waren hierbei die Hersteller Toyota, Honda und BMW. Mit den defekten Airbags von Takata werden mindestens fünf Todesfälle in den USA und in Malaysia in Verbindung gebracht. Sie können platzen und durch heiße Metallteile den Fahrer verletzen.

Auch weltweit war das Jahr 2014 ein Rekordjahr in Sachen Rückrufe. Bratzel erklärte, die globalen Hersteller müssten zunehmend hohe Rückrufmengen fürchten. Vielerorts würden die Qualitätsmanagementsysteme der Hersteller den neuen globalen Produktentwicklungs- und Produktionsprozessen angepasst.

smh/AFP

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insgesamt 4 Beiträge
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1. Mehr Komponenten, mehr Fehlerquellen
easyspon2014 11.02.2015
Niemand darf sich wundern, wenn immer mehr (teilweise unnötige) Komponenten in Autos verbaut werden und dann das eine oder andere Teil bzw. die Vernetzung mit weiteren Bauteilen für Probleme sorgt. Mich erschrecken die inzwischen komplexen Konstruktion der Fahrzeuge, ein Klick mit der ZV-Fernbedienung und es wird nicht nur die Fahrertür geöffnet, sondern der Dieselmotor vorgeglüht, das Umfeld beleuchtet, der Rechner hochgefahren, das Fenster 1 cm geöffnet, Spiegel und Sitze in die richtige Position gefahren usw. Da muss es ja zu Zwischenfällen kommen. Die moderne Technik ist Fluch und Segen zugleich.
2. Und deswegen..
scottbreed 11.02.2015
kaufe ich nur noch gebrauchte.. ab 5 Jahre so mit 50000 Kilometer.. die sind dann meist durch repariert und fahren meist ohne Probleme die nächsten 10 Jahre durch..
3.
berufskonsument 11.02.2015
Wie wird die "überdurchschnittliche" Betroffenheit berechnet? Mehr Fahrzeuge als bei anderen Herstellern, insgesamt mehr Rückrufe, mehr rückgerufene Fahrzeuge pro hergestelltem Modell - seit welchem Produktionsjahr?
4. Es ist mir nie so richtig klar
tobmal 11.02.2015
ob es ein gutes oder schlechtes Zeichen ist, wenn ein Hersteller die Autos zurückruft. Man nehme das Beispiel von GM. Dort wurden Mängel jahrelang nicht angegangen und z.T. vertuscht. Ich denke ein offensives Reagieren und Abstellen von Fehlern ist da wesentlich besser. Wenn dies allerdings dazu führt, dass der Schaden am Image zu groß wird, dann werden Probleme evtl. wieder ausgessen.
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