Am Anfang wirkt es wie eine optische Täuschung. Oder wahlweise wie ein Trickfilm. Am Rand einer gigantischen Carrera-Bahn stehen acht Männer mit den typischen Reglern in der Hand. Nur: Die Miniaturautos, die sie steuern, sind mit bloßem Auge kaum zu erkennen. Klar, denkt man, da hat jemand nachträglich an der Abspielgeschwindigkeit rumgefummelt. Doch so ist es nicht. Während die Autos auf der Bahn mit extremer Geschwindigkeit vorbeiflitzen, bewegen sich die Menschen am Streckenrand ganz normal.
Und es ist weder eine optische Täuschung noch eine nachträgliche Manipulation. Die achtspurige Modellrennbahn im Slotracing-Center Autorataharrastajat im finnischen Helsinki gilt als schnellste Mini-Piste Europas.
Wingcars heißen die ganz auf Höchstgeschwindigkeit getrimmten Wägelchen. Mit den Rennautos, die auf klassischen Carrera-Bahnen in Kinderzimmern oder Hobbykellern ihre Runden drehen, haben die Extremrenner nichts mehr zu tun. Sie sind ausgestattet mit möglichst breiten Schaumstoffslicks, also Reifen ohne jeglichem Profil auf der angetriebenen Hinterachse, und so tief gelegt, dass die Karosserien gerade eben nicht über die Bahn schmirgeln.
Es ist kaum vorstellbar, wie man diese Autos bei diesen Geschwindigkeiten mit einem Handregler überhaupt noch kontrollieren kann. Doch irgendwie muss es gehen, sonst würden nicht immer mal wieder Renner wegen überhöhter Geschwindigkeit aus der Bahn fliegen, während die Konkurrenz weiter in der Spur bleibt.
Auch in Deutschland gibt es mehrere solcher Hochgeschwindigkeits-Rennbahnen. Etwa die 47 Meter lange Piste des Blueking-Clubs in Brühl. Der gegenwärtige Rundenrekord liegt dort bei 1,503 Sekunden. Das ergibt ein Durchschnittstempo von gut 112 km/h.
Mitarbeit: Christian Frahm
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