Chefdesigner der BMW-Motorräder geht: Rahmenbruch beim Erfolgsgespann

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BMW Motorrad-Design: Der Chefdesigner geht Fotos
BMW

Ende einer erfolgreichen Ära: BMW hat die Trennung von Motorrad-Chefdesigner David Robb bekanntgegeben. Sein Nachfolger ist ein alter Bekannter.

Die Trennung in München kam überraschend - das erfolgreiche Paar Hendrik von Kuenheim und David Robb geht "im Gegenseitigen Einvernehmen", wie ein Sprecher betonte, auseinander. Als Nachfolger von Robb und neuer Designchef wurde Edgar Heinrich vorgestellt.

David Robb, 56, hatte 1993 bei den Münchenern die Leitung des Motorraddesign-Teams übernommen. Robbs Einfluss und seine Ideen machten aus dem Produzenten von altfränkischen Gummikühen eine Marke, die für elegante Sportmotorräder wie der S 1000 RR oder den Megatourer K 1600 steht.

Robbs Designs haben neben dem Marktgespür von Hendrik von Kuenheim, Leiter der Motorradsparte bei BMW, entscheidend dazu beigetragen, dass BMW Motorrad wieder auf der Erfolgsspur fährt; für das Jahr 2011 wurde mit über 100.000 verkauften Motorrädern das beste Jahr der Firmengeschichte vermeldet.

Robb wagte die Revolution

Der in Boston geborene Amerikaner Robb machte einen Abschluss am renommierten Art Center College of Design in Pasadena, Kalifornien und arbeitete zunächst für Chrysler, bevor er über Audi im Jahr 1984 zu BMW Auto wechselte.

Robb revolutionierte das Münchener Zweirad-Design mit Modellen wie der Sportmaschine K 1200 RS, die als erste Maschine aus Bayern die 100-PS-Grenze knackte, und der R 1200 C, mit dem BMW auf dem Cruiser-Markt dem Konkurrenten Harley-Davidson den Kampf ansagte.

Die Robb-Modelle für das neue Roller-Segment, in das BMW in diesem Frühjahr einsteigen will, wurden auf der Mailänder Motorradmesse EICMA im November 2011 vorgestellt. Dort schien die Ehe zwischen dem selbstbewussten Designer Robb und dem fordernden von Kuenheim noch in Ordnung.

Über Robbs Zukunftspläne ist zunächst nichts bekannt - auch ob er nach seinem Abschied aus München weiter Motorräder gestaltet, ist ungewiss. Der Amerikaner hat auch gute Kontakte in die Musikbranche: Sein Bruder ist ein Manager im Metallica-Clan, sein Sohn ein erfolgreicher DJ und Produzent.

Der Neue aus Indien

Die Nachfolge tritt ab 1. Juli 2012 Edgar Heinrich, 53, an. Heinrich startete 1986 bei BMW Motorrad und zeichnet für die optische Weiterentwicklung der erfolgreichen Boxermodelle R 1150 GS und R 1200 GS verantwortlich.

Im Juni 2009 heuerte Heinrich im Produktdesign des indischen Fahrzeughersteller Bajaj Auto LTD an. Er leitet derzeit das Styling- und Modellstudio und entscheidet über die Zweirad- und Vierrad-Designs.

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insgesamt 36 Beiträge
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1.
DerNachfrager 31.01.2012
---Zitat--- Altfränkische Gummikühe ? ---Zitatende--- OK, mit Hessenabitur liegt München auch in Franken.... Und die Cruiser ? Die haben H-D herausgefordert - und sind baden gegangen. Sehr seriöser Artikel !
2. Schade
felisconcolor 31.01.2012
Zitat von sysopEnde einer erfolgreichen Ära: BMW Motorrad hat die Trennung von Chefdesigner David Robb bekannt geben.*Sein Nachfolger ist ein alter Bekannter. http://www.spiegel.de/auto/aktuell/0,1518,812509,00.html
gerade fingen BMW Motorräder an mir zu gefallen. Böses kantiges Design. Keine wachsweichen Lutschbonbons mit Allerweltsaussehen.
3. Frankenland
volker_____ 31.01.2012
Zitat von DerNachfragerOK, mit Hessenabitur liegt München auch in Franken.... Und die Cruiser ? Die haben H-D herausgefordert - und sind baden gegangen. Sehr seriöser Artikel !
Die Hardcore-Franken freut's, dass ihr Einflussbereich nebst Münschen nun auch Berlin umfasst... Volker
4. ..
astirbezwinger 31.01.2012
Zitat von volker_____Die Hardcore-Franken freut's, dass ihr Einflussbereich nebst Münschen nun auch Berlin umfasst... Volker
Und dass der Mann der Dinge (bewusst nicht Motorräder) wie die K 1200S verbrochen hat, endlich geht. Viva Franconia!
5.
pappnase30 31.01.2012
Zitat von sysopEnde einer erfolgreichen Ära: BMW Motorrad hat die Trennung von Chefdesigner David Robb bekannt geben.*Sein Nachfolger ist ein alter Bekannter. http://www.spiegel.de/auto/aktuell/0,1518,812509,00.html
BMW hatte einen Designer ? Das überrascht mich jetzt wirklich. Ich dachte, die machen nur Umfragen bei Ü-50iger und destillieren die langweiligsten Ideen zu so etwas wie Design. Mal ernsthaft, die großen GS-Modelle, so gut sie als Maschinen auch sein mögen, von Design kann man da nicht reden. Es wäre eine Beleidigung für das Wort. Im besten Fall könnte man sagen, sie stechen durch ihr Nicht-Design aus der Masse heraus. Mir fallen spontan keine hässlicheren Maschinen ein, vielleicht noch die DN-01 von Honda....
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