Chevrolet Camaro: Muscle-Car-Trio komplett
Der neue Ford Mustang erhitzt schon seit einer Weile die Retro-Auto-Fans, der neue Dodge Challenger ist ebenfalls schon unterwegs und demnächst folgt noch das Remake des Chevrolet Camaro. Die Renaissance des ehemaligen Muscle-Car-Dreigestirns ist damit abgeschlossen.
Benzinsparen und weniger Kohlendioxid ausstoßen funktioniert anders - doch diese Disziplinen gehören per definitionem nicht zu den Stärken von amerikanischen Sportwagen. Schon gar nicht, wenn die Originalkonzepte aus den sechziger Jahren stammen, wie das bei den Muscle-Car-Ikonen Ford Mustang, Dodge Challenger und Chevrolet Camaro der Fall ist. Letzterer wurde nun, nach dem Debüt der beiden anderen Typen, kürzlich in Detroit in einer neuen Serienversion vorgestellt. Es ist die insgesamt fünfte Camaro-Generation seit dem Start der Baureihe im Jahre 1967 und die erste nach dem vorläufigen Ende des Modells im Jahre 2002.
Bislang sind die Informationen über das neue Auto noch spärlich. Das Coupé wird voraussichtlich auf dem Autosalon in Paris erstmals zu sehen sein - bei den Wagen, die bislang auf Ausstellungen gezeigt worden waren, handelte es sich stets um Studien oder Prototypen. Nun also ist das Serienmodell fertig, im Frühjahr 2009 soll es in den USA auf die Straßen kommen; der Start in Europa ist für den Herbst nächsten Jahres vorgesehen. Über den Preis lässt sich bislang nur spekulieren. Der Dodge Challenger kostet in den USA 40.095 Dollar - und wird mit einem 6,1-Liter-V8-Motor mit 425 PS ausgeliefert.
Ein ähnliches Kaliber wird das Top-Modell des neuen Chevrolet Camaro, der mit einem 6,2-Liter-V8-Aggregat mit 422 PS antreten soll. Vermutlich wird sich also auch der Preis irgendwo bei 40.000 Dollar einpendeln. Das bedeutet zugleich, dass die etwas bescheidenere Variante mit V6-Motor, 3,6 Liter Hubraum, Benzindirekteinspritzung und einer Leistung von 300 PS ein paar tausend Dollar günstiger angeboten werden dürfte. Doch das sind derzeit noch Spekulationen.
Ein Auto, das hartgesottene Fans verlangt
Ziemlich unstrittig dagegen ist, dass Autos wie der Camaro derzeit wohl eher eine Fehlbesetzung beim Händler sind, denn wuchtige Mobile mit gewaltigem Benzindurst rangieren auf der Beliebtheitsskala ziemlich weit unten. Andererseits bemüht sich Chevrolet, den Verbrauch wenigstens einigermaßen in Grenzen zu halten. Einmal durch die bereits erwähnte Benzindirekteinspritzung beim V6-Motor, und beim V8-Klotz durch eine automatische Zylinderabschaltung, die im Teillastbereich vier Brennkammern abschaltet.
Als der Camaro 1967 als General-Motors-Gegenstück zum drei Jahre zuvor überaus erfolgreich gestarteten Ford Mustang vorgestellt wurde, entwickelte sich das Modell vom Start weg zu einem Bestseller. Bereits im ersten Jahr wurden rund 220.000 Modelle verkauft - was damals rund zehn Prozent der gesamten Chevrolet-Produktion entsprach. Das Urmodell trat mit einem klassischen Small-Block an, also einem 5,7-Liter-V8-Motor mit 295 PS. Später folgten etliche Varianten, darunter auch auf bis zu 375 PS Leistung und die Version Camaro Z-28 mit maximal 400 PS.
Wackere Leistung und zeitgemäßes Fahrwerk
Heute klingen die Leistungsdaten zwar nicht weniger imposant, doch immerhin gibt es inzwischen Einzelradaufhängung sowie Scheibenbremsen rundum, sechs Airbags und elektronische Hilfssysteme wie ESP oder Traktionskontrolle, um die Motorkraft halbwegs kontrolliert auf die Straße zu bringen.
Um den Camaro wiederzubeleben, aktivierte General Motors sein weltweites Unternehmensnetz. Das Design des neuen Modells, das stark an die klassischen Proportionen erinnert und eine gute Balance zwischen Retro und Moderne findet, stammt aus den USA. Die Fahrzeugkonstruktion lag in den Händen der australischen GM-Marke Holden und gebaut wird der neue Camaro im kanadischen GM-Werk in Oshawa. Dass auf das Coupé später eine Cabrio-Version folgen wird, scheint schon jetzt festzustehen. Völlig ungewiss ist jedoch, ob mit dem Angebot an Muscle-Car-Remakes diese Autogattung jetzt tatsächlich einen späten, zweiten Frühling erleben wird.
jüp
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
© SPIEGEL ONLINE 2008
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH
- Donnerstag, 14.08.2008 – 14:08 Uhr
- Drucken Versenden
- Nutzungsrechte Feedback
- Autofahren in Russland: Schmiergeld hilft Rostlauben (18.08.2007)
- Ford Mustang Bullitt: Die Legende fährt (07.11.2007)
- Dodge Challenger Concept: Die Rückkehr der "Muscle Cars" (22.11.2005)
für die Inhalte externer Internetseiten.