Autoshow in Guangzhou China gibt Vollstrom

Dicke Elektro-SUV für 15.000 Euro: Chinesische Autohersteller greifen westliche Konzerne mit Wucht an. Wie weit die Newcomer gekommen sind, zeigt ein Rundgang auf der Messe von Guangzhou.

Tom Grünweg

Aus Guangzhou berichtet


Der Markt hat sich zuletzt etwas abgekühlt, doch China bleibt mit Abstand die größte PS-Nation der Welt: Von Januar bis Oktober 2018 wurden in der Volksrepublik 18 Millionen Fahrzeuge zugelassen. In der EU waren es 13 Millionen, in den USA gut 14 Millionen.

Von dieser Stellung Chinas profitierten bisher besonders die Importeure, allen voran aus Deutschland. Die chinesischen Marken ignorierten Autofahrer weitgehend, im Ausland wurden sie lange belächelt.

Üppige Elektro-SUV für 15.000 Euro

Doch die Zeiten ändern sich rasant, die lokalen Hersteller holen auf. So ist Geely als erster Konzern ohne Joint-Venture-Partner bereits auf Platz drei der Hersteller-Wertung aufgerückt - nach dem Duo aus FAW und Volkswagen und dem lokalen General-Motors-Ableger.

Die Zeitenwende lässt sich allerdings nicht nur mit Zahlen belegen, sondern auch mit Eindrücken. Wer über die - im Westen noch weitgehend unbeachtete - Autoshow in Guangzhou schlendert, kommt aus dem Staunen nicht heraus. Dort stehen beispielsweise üppige Elektro-SUV mit ordentlicher Reichweite, die nur 15.000 Euro kosten sollen. Hier die Modellübersicht:

Die eindrucksvolle Modellpalette mit Autos wie dem Geely Battle im Stil eines VW T-Roc zeigt: Was die Chinesen da auffahren, sieht zumindest grundsolide aus und hat das Zeug, das Machtgefüge in der Autowelt zu verändern.

Und wenn es um Plug-in-Hybride und Elektroautos geht, macht China ohnehin kaum einer etwas vor: Nicht nur, dass in China mehr Akkuautos verkauft werden als im Rest der Welt. In der Volksrepublik gibt es auch mehr Hersteller und mehr Modelle als überall sonst - und auf jeder Messe kommen eine Handvoll neue dazu.



insgesamt 53 Beiträge
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leo-k 20.11.2018
1. Daten?
Welche Reichweite, welche Komfortmerkmale haben denn diese Fahrzeuge? Stand da nix dran oder lassen diese Daten den deutschen Autokäufer nur müde über den Papiertieger lächeln?
steveleader 20.11.2018
2. Europa speziell Deutschland...
verpennt die Zukunft. Werbung mit Autos die Verbrennungsmotoren haben, wirkt doch jetzt schon aus der Zeit gefallen. Der Klimawandel wird immer präsenter und damit der Blickwinkel der Verbraucher immer stärker verändert.
dirkcoe 20.11.2018
3. Wenn VW jetzt ankündigt
in EAutos zu investieren und die Produktion in einigen Werken umzustellen - dann ist das nicht etwa weise Voraussicht, es ist längst die blanke Panik. Das Gleiche gilt, wenn sich Minister Altmaier für eine Batteriefertigung bei uns einsetzt. Während bei uns noch in naiver Dummheit versucht wird, das Alteisen Diesel am Leben zu halten werden in China günstige Autos mit modernen Antrieben massenhaft gebaut und gefahren. Das Gleiche gilt für Busse und LKW mit EAntrieb. Wenn das so weiter geht, dann werden unsere Autobauer dem Weg von Kodak folgen - also bald Geschichte sein.
pirx64 20.11.2018
4.
... und verkauft nur in China (VW, Skoda ) Ist klar, die Preise dort (kann aus Konkurrenz Gründen auch nicht viel mehr sein wie die 15.000 ) will man hier nicht haben, der gute Deutsche kauft brav weiter teure Verbrenner. Und damit das so bleibt, müssen Stromer noch viel teurer sein.
brutus972 20.11.2018
5. China ist uns meilenweit voraus
Unsere Automafia, die die Elektromobilität über 10 Jahre Boykottiert hat, mein jetzt sie könnten die Preise für E-Autos in Europa hoch halten. Die Baukosten für E-Autos sind viel niedriger. In China wurden 770 000 E-Autos im letzten Jahr verkauft. Das gibt einen Wissensvorsprung von einigen Jahren. Wenn unsere Granden 2022 mit den E-Autos auf den Markt kommen, wobei wir dann noch Testfahrer sein werden, wird es E-Autos aus China für 60% des Preises geben, die keine Kinderkrankheiten mehr haben.
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