China Regierung zwingt Autohersteller zum Recycling von E-Auto-Akkus

Die chinesische Regierung nimmt die Hersteller von Elektroautos in die Pflicht. Das Industrieministerium veröffentlichte vorläufige Vorschriften für das Recycling der umweltschädlichen Akkus.

Ein chinesisches E-Auto.
REUTERS

Ein chinesisches E-Auto.


Autohersteller müssen sich in China künftig mehr um die Entsorgung von E-Autos kümmern. Eine vom Industrieministerium veröffentlichten vorläufigen Vorschrift sieht vor, dass die Konzerne unter anderem entsprechende Anlaufstellen einrichten müssen, wo die Batterien der Kunden gesammelt und zu spezialisierten Recyclinghöfen gebracht werden. Außerdem sollen die Akkus so gebaut werden, dass die Wiederverwertung möglichst leicht automatisiert werden kann. In Zukunft soll zurückverfolgt werden können, von welchem Käufer ein ausrangierter Akku stammt - deshalb werden mehr Daten erhoben.

China fördert den Ausbau der Elektromobilität seit 2009. Dadurch entsteht auch jede Menge Müll: Bis zu 170.000 Tonnen Abfall dürften in diesem Jahr durch die Fertigung und Verwendung von Lithium-Akkus entstehen. Die Regierung in Peking baut daher das Recycling aus, um eine zunehmende Umweltverschmutzung durch die Branche abzuwenden.

Ein Modell zum systematischen Recycling alter Akkus, wie es die chinesische Regierung nun einführen will, gibt es in Deutschland noch nicht. Bisher gibt es lediglich erste Konzepte oder Pilotprojekte zur Zweitverwertung von ausgedienten E-Auto-Batterien. So kooperiert beispielsweise BMW bei der Zweitverwertung der Batterien mit dem Zulieferer Bosch und dem Energiekonzern Vattenfall. Dabei sollen alte Akkus aus Elektro-BMWs überschüssigen Strom speichern und bei Bedarf wieder ins Netz einspeisen. Ein Modell zum systematischen Recycling alter Akkus, wie es die chinesische Regierung nun einführen will, gibt es in Deutschland bisher jedoch nicht.

ene/Reuters



insgesamt 39 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Teile1977 26.02.2018
1. Recycling
Nun, das dürfte momentan an der noch geringen verbreitung liegen, in China fahren ja auch massenweise E-Roller herrum, und die Lebensdauer deren Akkus dürfte deutlich geringer sein als die von Autos (Weil kein Batteriemanagement, kein über/ Entladeschutz... Wer eine Kräftige E-Autobatterie entsorgen möchte weil sie nur noch 80% Kapazität hat, darf sich gerne bei mir melden, dafür habe ich an meiner Solaranlage eine gute Verwendung. P.s. Bleibatterien (in jedem PKW) müssen auch gesammelt und entsorgt werden, genaugenommen wie sämtliche PKW auch.
Pflanze01 26.02.2018
2. Höchste Zeit!
Da kann man bei uns nur gespannt sein, ob es dabei so wie bei den Kernkraftwerken geht. Solche Kosten sind in den Vergleich mit Verbrennungsmotoren bisher sicher noch nicht eingerechnet.
jujo 26.02.2018
3. ...
Das ist ein Punkt um den ich China beneide. Wären die Herren Müller von VW, Zetsche von DB Chinesen , wären sie schon lange aus dem Verkehr gezogen und müßten die chinesische Mauer fegen.
lobivia 26.02.2018
4. Das neue Spielzeug funzt auch- keine Angst
NEIN - Akkus enthalten keine seltenen Erden NEIN- Elektromotoren enthalten sie nicht zwingend. NEIN- trotz tendenziöser TV-Berichte friert man im Elektroauto nicht und auch die Reichweite leidet bei sachgerechter Bedienung wenig. JA- selbst ein Elektrosmart zeigt bei - 7 Grad deutlich über 100km Reichweite an. JA- es funktioniert nicht für die vielen Foristen, die als Handelsvertreter arbeiten und jedes Wochenende zur Oma fahren. JA- das Recycling funktioniert auch.... und was nu?
Ossifriese 26.02.2018
5. Lauf
Man fragt sich beim Lesen solcher Meldungen wirklich, wer in China das Heft in der Hand hat: die Industrie oder die Regierung. Es scheint jedenfalls ganz anders zu laufen als bei uns...
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.