Citroën-Studie Numéro 9: Überflieger mit Bodenhaftung

Von Tom Grünweg

Citroën will zurück nach oben: Auf der Autoshow in Peking zeigt die Marke kommende Woche die Studie Numéro 9. Was aussieht, wie ein flach geklopfter Kombi aus einem Science-Fiction-Film, ist in Wahrheit eine Luxuslimousine, die auf erhältlicher Technik basiert - und schon 2014 in Serie gehen könnte.

Citroën Numéro 9: Der französische Schönling Fotos
Citroen

Vor zwei Jahren hatte Citroën eine geniale Idee. Der französische Hersteller nahm verschiedene Großserien-Modelle aus seiner Produktion, stylte sie schicker, stattete sie üppig aus und versah sie mit dem DS-Signet. Kenner der Marke wissen: Das Kürzel DS steht für den wohl berühmtesten Citroën überhaupt, die legendäre, auch "Göttin" genannte Limousine aus der fünfziger bis siebziger Jahren.

Der Trick mit den veredelten Großserien-Autos klappte, sie lassen sich gut und vor allem teuer verkaufen. 200.000 DS-Typen in zwei Jahren - das macht Mut für mehr. Wie dieses Mehr aussehen könnte, wird übernächste Woche auf der Autoshow in Peking vorgestellt. In Form der Studie Numéro 9.

Überflieger mit Bodenhaftung

War das vor zwei Jahren ebenfalls in Peking enthüllte Konzeptauto Metropolis noch ein kühner Traum ohne Realitätsbezug, hat das jetzige Modell die nötige Bodenhaftung für eine solide Produktionsplanung. Citroën sagt, der Wagen sei eine Vorschau auf die drei nächsten Modelle der DS-Familie: eine Mittelklasselimousine, ein SUV und eine Oberklasselimousine. Schlank, gestreckt und schnittig wirkt das Design. Es ist eine Mischung aus Kombi und Coupé.

Die Technik, auf der die schicke Karosserie ruht, stammt aus dem Regal des PSA-Konzerns. Die Bodengruppe trägt beispielsweise auch den Peugeot 508. Und in Fahrt bringt die Studie der weiterentwickelte Antrieb aus dem Citroën DS5 Hybrid. Wie beim Serienmodell setzen die Franzosen auch bei Nummer neun auf eine Kombination aus Verbrenner und Stromer.

Konkret handelt es sich um einen 1,6-Liter-Vierzylinder-Benziner, dem Turbo und Direkteinspritzung 225 PS entlocken. Die Elektromaschine im Heck entwickelt 70 PS. Der Lithium-Ionen-Akku wird einerseits durch die Rückgewinnung von Bremsenergie geladen, andererseits kann er aber auch in dreieinhalb Stunden an einer Steckdose mit elektrischer Energie befüllt werden. Es handelt sich also um einen Plug-in-Hybridantrieb.

Ein Durchschnittsverbrauch von 1,9 Liter je 100 Kilometer

Rund 50 Kilometer weit soll man deswegen rein elektrisch fahren können. Nach der aktuell gültigen Berechnungsformel für Hybridautos kommt die Studie auf einen Normverbrauch von 1,9 Liter, was einem CO2-Ausstoß von 42 Gramm entspricht. Trotzdem verspricht Citroën Fahrleistungen wie bei einer konventionellen Luxuslimousine; in 5,7 Sekunden beschleunigt der Wagen von 0 auf 100 km/h.

Weil die französischen Hersteller zurzeit in der automobilen Oberklasse kaum stattfinden - Renault Latitude und Citroën C6 sind allenfalls Nebendarsteller in dieser Liga - freut sich offenbar ganz Frankreich auf ein neues Flaggschiff. Die ersten Fotos der Studie waren so begehrt, dass bei Citroën erst einmal der Server zusammenbrach. Womöglich reicht die Begehrlichkeit bis in den Elysée-Palast, weil sich auch Monsieur Sarkozy einen modernen Dienstwagen wünscht. Wenn er die Wahl gewinnt, darf er sich darauf freuen. 2014 könnte der neue, große Citroën abfahrbereit sein.

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insgesamt 27 Beiträge
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1.
SpitzensteuersatzZahler 13.04.2012
Sieht irgendwie n bisschen aus wie ein von Mercedes und BMW frisierter Porsche Panamera :)
2. Mhm
BabelHuber 13.04.2012
Zitat von sysopWas aussieht, wie ein flach geklopfter Kombi aus einem Science-Fiction-Film, ist in Wahrheit eine Luxuslumousine, die auf erhältlicher Technik basiert - und schon 2014 in Serie gehen könnte.
Naja, die erhältliche Technik von Citroën ist ja nicht gerade das Maß aller Dinge. Eine Luxuslimousine braucht mehr als nur eine coole Optik, um auf dem Markt zu bestehen. Ich kann mir kaum vorstellen, dass Leute, die jetzt einen 7er BMW, eine S-Klasse oder einen Panamera fahren, in großer Zahl auf eine Pseudo-Luxuslimousine mit 1,6 Liter Vierzylinder-Motörchen umsteigen wollen. Das heißt natürlich, falls die Kiste vom Innenraum her überhaupt mithalten kann. Der letzte Citroën, den ich gesehen habe, sah innen nicht schlecht aus, aber von der Haptik her war er nicht gut. Wenn man etwas angefasst hat, hatte man den Eindruck, etwas nicht gerade hochwertiges in der Hand zu haben. Mercedes mag ja Kunden haben, die für eine hübschere E-Klasse den CLS-Aufpreis zahlen und BMW mag Kunden haben, die für einen hübscheren 5er den 6er Grand Coupé-Aufpreis zahlen, aber Citroën?
3. ...
rammbock 13.04.2012
Zitat von SpitzensteuersatzZahlerSieht irgendwie n bisschen aus wie ein von Mercedes und BMW frisierter Porsche Panamera :)
Jupp. Nen Panamera fake! Genau das Gleiche fiel mir auch ein.
4. hm...
ivi007 13.04.2012
mir gefällt er optisch sehr. Viel aggressiver und sportlicher als der Panamera. Wenn die Qualität halbwegs stimmt und der Preis natürlich auch... Also Probe fahren würde ich den auf jeden Fall.
5.
LeToubib 13.04.2012
Zitat von rammbockJupp. Nen Panamera fake! Genau das Gleiche fiel mir auch ein.
Dürfte aber ein paar Euro billiger werden als der Porsche! Ausserdem wird es für Frankreich so langsam Zeit, mal wieder ein Oberklasse-Auto anzubieten ...
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