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Triumph für die deutsche Autolobby: Schwer darf mehr

Auspuff: Die EU plant, die Hersteller von schweren Autos zu begünstigen Zur Großansicht
DPA

Auspuff: Die EU plant, die Hersteller von schweren Autos zu begünstigen

Bis 2020 sollen die CO2-Emissionen von Autos im Schnitt auf 95 Gramm pro Kilometer sinken. Jetzt soll ein Entwurf für eine EU-Verordnung das Verhältnis zwischen Gewicht und Kohlendioxid neu regeln. Davon profitieren vor allem die deutschen Hersteller.

Frankfurt - Die deutsche Autolobby hat in Brüssel laut einem Zeitungsbericht in letzter Minute einen Erfolg verbucht. Die Hersteller schwerer Limousinen wie etwa BMW und Daimler sollen es künftig einfacher als die Hersteller leichter Kleinwagen haben, die neuen Klimaschutzvorgaben zu erfüllen, schreibt die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" in ihrer Dienstagsausgabe unter Berufung auf den jüngsten Entwurf für die Klimaschutzvorgaben für die Autoindustrie bis zum Jahr 2020. Die EU-Kommission wolle sich am 11. Juni darauf einigen.

Um die Berechnungsformel im Gesetz, die das Verhältnis von Gewicht und CO2-Ausstoß regelt, habe es bis zuletzt einen erbitterten Kampf zwischen den Autoherstellern in Europa und auch innerhalb der Kommission gegeben, schreibt das Blatt. Federführend ausgearbeitet habe den Entwurf Klima-Kommissarin Connie Hedegaard. Erst kurz vor dem vergangenen Wochenende habe die Kommission - wohl auf eine Intervention von Industriekommissar Antonio Tajani hin - die Änderung im Entwurf vorgenommen.

Das Ergebnis sei eine deutliche Erleichterung für die deutschen Oberklassehersteller wie BMW und Daimler, die große und schwere Limousinen produzieren. Als Gegner der Deutschen traten in Brüssel die Hersteller leichterer Kleinwagen wie Fiat, Toyota und Renault auf. Die Verteilung der finanziellen Lasten, die aus der Regulierung erwachsen, habe sich nun für sie verschlechtert.

rom/dpa-AFX

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insgesamt 108 Beiträge
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1. Wahnsinn mit Methode
curlybracket 10.07.2012
Sowohl die jetzige als auch die alte Regelung sind Ergebnisse von Lobbyarbeit. Wenn man wirklich eine faire Beschränkung von CO2 Ausstoß haben möchte, dann würde man auf den Zweck des Vehikels (Personen- oder Lastfarhzeug) und den Ausstoß nach der Anzahl der vollen Personenplätze inkl. einer Mindestzulaundg realistisch berechnen und dann stark beschränken. Blinkd nur nach Gewicht zu gehen, führt dazu dass Autos extra schwerer gemacht werden, damit mehr CO2 ausgestoßen werden darf.
2. optional
nischli123 10.07.2012
Warum nicht, es gibt schließlich auch viel mehr Kleinwagen als große schwere Fahrzeuge. Für die Umwelt kann man also dadurch mehr erreichen. Schade nur, dass der Verkehr nicht der Hauptverursacher von CO2 ist und sich auch mit noch so vielen Regulierungen bei den Fahrzeugherstellern die Welt nicht retten läßt.
3. 20 Gramm CO2 pro km
founder 10.07.2012
Wie das? Der Verbrauch wir ermittelt für 80 km Stadt 100 km außerorts 1000 km außerorts Die Ergebnisse 30/60/10 gewichtet. Natürlich sind 20g mit einem Verbrennungsmotor nicht zu schaffen, aber mit einem Plug-in Hybrid der mit sauberen Strom fährt. So könnte dann etwa ein Verbrauch von 15 kWh Strom, 0,7 Liter Benzin auf 100 km raus kommen. Mit wieviel CO2 der Stromverbrauch gezählt wird hängt vom Autohersteller ab. Es wird ein Flottenverbrauch berechnet. Dann kann jeder Autohersteller Anlagen für die Erzeugung von Strom aus Sonne und Wind geltend machen. Hat der Autohersteller keine Erzeugung aus Sonne und Wind, dann wird der Strom mit 1000 g CO2/kWh gerechnet, das ist für Kohlekraftwerke üblich. Kann der Autohersteller den gesamten Flottenverbrauch abdecken, dann wird 0 g CO2/kWh gerechnet. Fortschrittliche Länder arbeiten an solchen Bestimmungen. Deutschland hingegen verherrlicht seine fossilen Dreckschleudern.
4. Spez. Wert
mauimeyer 10.07.2012
Zitat von sysopDPABis 2020 sollen die CO2-Emissionen von Autos im Schnitt auf 95 Gramm pro Kilometer sinken. Jetzt soll ein Entwurf für eine EU-Verordnung das Verhältnis zwischen Gewicht und Kohlendioxid neu regeln. Davon profitieren vor allem die deutschen Hersteller. http://www.spiegel.de/auto/aktuell/0,1518,843509,00.html
Ich finde einen spezifischen Grenzwert richtig. Unabhängig von der allein seelig machenden CO2 Hybris kann es doch nicht richtig sein, dass so kleine Nuckelpinnen, wie z.B. der Smart, genau so bewertet werden, wie ein Familien-Van! Auch bei Häusern wird im Energie-Pass eine spezifische Energieverbrauchsangabe in kWh/m² angegeben. Oder sollen wir künftig nur noch in kleinen aber "dreckigen" Löchern wohnen. Dieser Umweltsozialismus nervt! Kauri
5. theoretische Werte
glstefan4 10.07.2012
Bevor man über solche CO2-Werte und Beschränkungen redet, sollte man doch zuerst mal realistische Grundlage für die Verbrauchsangaben schaffen. Alles andere ist doch Humbug.
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Mit diesen Tipps sparen Sie Sprit
Motor ausschalten
Machen Sie öfter mal den Motor aus. Das lohnt sich oft schon ab einer Standzeit von zehn Sekunden. Bei älteren Autos sollte sie jedoch eine halbe Minute betragen. Außerdem muss die Maschine die Betriebstemperatur erreicht haben und die Batterie voll aufgeladen sein.
Beim erneuten Anlassen des Aggregats sollten Sie auf keinen Fall das Gaspedal drücken, weil sonst der Einspareffekt ausbleibt.
Stromverbraucher ausschalten
Je mehr elektrische Verbraucher die Lichtmaschine belasten, desto höher ist der Verbrauch. Schalten Sie also Geräte wie Klimaanlage, Sitz- oder Heckscheibenheizung aus, wenn sie nicht gebraucht werden.
Niedrigtourig fahren
Mit geringer Motordrehzahl zu fahren, kann nach Angaben des Verkehrsclub Deutschland (VCD) bis zu 30 Prozent Kraftstoff sparen. Das gilt für alle Autos, die in den vergangenen 20 Jahren gebaut wurden. Der VCD berichtet, dass zum Beispiel ein Porsche 911 Carrera bei 50 km/h im zweiten Gang 15,1 Liter, im sechsten Gang jedoch nur 6,2 Liter Benzin verbraucht.
Fahren Sie ohne Ballast
Das Gesamtgewicht des Autos beeinflusst den Verbrauch enorm. 100 Kilogramm weniger auf der Waage bedeuten im Schnitt etwa 0,3 bis 0,5 Liter weniger Verbrauch. Fahren Sie also nicht mit leeren Getränkekisten, alten Reifen und sonstigen überflüssigen Gegenständen umher.
Auch einen unnötigen Dachgepäckträger sollten Sie demontieren. Das reduziert zusätzlich noch den Luftwiderstand. Wer zum Beispiel mit drei Fährrädern auf dem Dach unterwegs ist, muss mit einem Mehrverbrauch von bis zu vier Litern auf 100 Kilometern rechnen.
Vorausschauend fahren
Vor allem Anfahren und Beschleunigen verbraucht viel Kraftstoff. Fahren Sie zum Beispiel auf eine rote Ampel zu, nehmen Sie deshalb den Fuß vom Gas und rollen einfach auf den Haltepunkt zu. Im Idealfall kommen Sie also gar nicht erst zum Stehen, sondern das Signal schaltet vorher schon auf Grün. Allerdings sollten Sie darauf achten, den nachfolgenden Verkehr nicht zu behindern.
Früh schalten
Wenn Sie mit einem Auto mit manuellem Getriebe unterwegs sind, nutzen Sie den ersten Gang nur zum Anfahren. Bereits nach wenigen Metern sollte der Fahrer in den zweiten Gang schalten. Dann sollte mit viel Gas beschleunigt und bei 2000 Umdrehungen pro Minute in die nächsten Gänge gewechselt werden. Haben Sie die gewünschte Geschwindigkeit erreicht, fahren Sie am besten im höchsten Gang.
Reifendruck
Ein leicht erhöhter Reifendruck um maximal 0,2 bar über der Empfehlung des Hersteller bringt laut ADAC bei gemäßigter Fahrweise eine Spritersparnis von bis zu drei Prozent. Fahrer sollten aber nachschauen, ob dies laut der Bedienungsanleitung bei ihrem Wagen zulässig ist.


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