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CO2-Grenzwerte in EU: Deutschland will strengere Abgasregel verschieben

Doppelauspuff eines Autos: Deutschland setzt sich für Spritschlucker ein Zur Großansicht
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Doppelauspuff eines Autos: Deutschland setzt sich für Spritschlucker ein

Die Bundesregierung nimmt einen neuen Anlauf, um die CO2-Vorgaben für Autos aufzuweichen. Kurz vor einer möglichen EU-Abstimmung macht sich Deutschland für eine Übergangsfrist stark. Die Grenzwerte würden so erst vier Jahre später gültig als geplant.

Brüssel/Hamburg - Die Bundesregierung legt sich in Brüssel erneut für die deutsche Autoindustrie mächtig ins Zeug. Um die CO2-Vorgaben der EU zu schwächen - und damit die spritdurstigen Limousinen von Herstellern wie Mercedes und BMW zu begünstigen - fordert Deutschland eine großzügige Übergangsfrist bei der Einführung neuer Grenzwerte. Der ursprünglich für das Jahr 2020 angestrebte Ausstoß von maximal 95 Gramm CO2 pro Kilometer soll demnach um vier Jahre nach hinten verschoben werden.

Bisher hatten sich die EU-Staaten darauf geeinigt, den Grenzwert für den Schadstoffausstoß neuer Pkw von 2015 bis 2020 von 130 Gramm je Kilometer auf 95 Gramm zu senken. In einem Vorschlagspapier, das SPIEGEL ONLINE vorliegt, macht sich Deutschland nun für Einschränkungen stark. So sollen im Jahr 2020 nur 80 Prozent der neu zugelassenen Fahrzeuge eines Autobauers die Auflagen erfüllen müssen. Jährlich soll der Anteil dann um fünf Prozentpunkte steigen - ehe erst im Jahr 2024 wirklich die Gesamtflotten der Hersteller im Schnitt höchstens 95 Gramm CO2 pro Kilometer ausstoßen dürfen.

Die Regierung begründet ihren Vorschlag mit dem Argument, den Autobauern müsse mehr "Flexibilität" eingeräumt werden, um das 95-Gramm-Ziel möglichst kostengünstig zu erreichen.

Feilschen um jedes Gramm

Umwelt- und Verbraucherverbände haben empört auf den Vorschlag reagiert. "Das EU-Parlament hat bereits darauf gedrängt, dass bis zum Jahr 2025 weitere CO2-Minderungen auf 65 bis 78 Gramm CO2 pro Kilometer erreicht werden. Diese Ziele lassen sich aber nicht umsetzen, wenn man 2024 erst bei 95 Gramm ist", sagte Franziska Achterberg, eine Sprecherin von Greenpeace. Otmar Lell, der Sprecher des Bundesverbands der Verbraucherzentralen, kritisierte, dass die Autofahrer bei einer verzögerten Umsetzung der niedrigeren Grenzwerte auch erst später von spritsparenden Techniken profitieren.

Müssten die Autohersteller bis zum Jahr 2020 tatsächlich nur bei 80 Prozent ihrer Neuwagen den CO2-Ausstoß gesenkt haben, würde das einem Grenzwert von 104 Gramm entsprechen, rechnete die Nicht-Regierungsorganisation Transport and Environment (T&E) vor. Das wären neun Gramm unter dem derzeitigen Ziel. "Damit würde der Grenzwert noch stärker verwässert als durch die Super Credits ", sagte Franziska Achterberg von Greenpeace. Die sogenannten Super Credits erlauben es den Herstellern, die Werte verbrauchsarmer Fahrzeuge wie Hybridautos oder E-Mobile mehrfach anzurechnen. Die Einsparung ist jedoch auf 2,5 Gramm pro Jahr gedeckelt.

In Brüssel wird schon kommende Woche über die CO2-Grenzwerte verhandelt. Die Gesetzespläne liegen nach übereinstimmenden Angaben aus EU-Kreisen bei einer Sitzung der Vertreter der 28 EU-Staaten am Mittwoch erneut auf dem Tisch. Im Juni hatten die Unterhändler des Europaparlaments und der EU-Staaten sich bereits auf die Regeln geeinigt. Daraufhin blockierte die Bundesregierung in einem unüblichen Schritt doch noch die förmliche Verabschiedung. Ob es am Mittwoch zu einer Abstimmung kommen wird, ist derzeit noch unklar.

Das Thema wird voraussichtlich auch im Rat der europäischen Umweltminister am 14. Oktober auf der Tagesordnung stehen. Es gebe aber keinen Zeitplan, bis wann eine Einigung vorliegen müsse, sagte der EU-Diplomat.

cst/Reuters/AFP

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1. optional
wakaba 27.09.2013
Völliger Irrsinn. Der Unterschied zwischen Euro2 und Euro5 ist 0,01% Schadstoffausstoss. Am co2 hat sich real nichts geändert.
2. schnell nochmal die schwindende Macht nutzen
dkoedo 27.09.2013
Denn demnächst könnte es schwer werden, so einen Unfug noch durchzusetzen. Und bitte jetzt keine Einwendungen bzgl. gefährdeter Arbeitsplätze. Wäre lächerlich.
3. Dafür wurde Murksel gewählt
im_tiefen_westerwald 27.09.2013
Das hat schon seinen Grund, warum der Deutsche Michel Murksel gewählt und die Grünen abgestraft hat. Im Prinzip sind ja alle für den Umweltschutz - aber doch nicht, wenn der Deutsche Michel dafür auf seinen BMW/Audi/Mercedes verzichten müsste. (Irgendwie sind ja auch alle gegen Massentierhaltung - aber doch nicht, wenn man dafür einen Tag in der Woche mal auf Fleisch verzichten soll). etc., etc.
4. Wo ist RRG???
speedy 27.09.2013
Der neue Bundestag sollte schnell eine direktive verabschieden in dem sie die Bundesregierung auffordern den strengeren Grenzwerten zuzustimmen.Eine Schwarz/Grüne Regierung wird somit vereitelt.Frau Merkel oppuniert wie ehe und je eine Linie oder ein Konzept ist nicht zu erkennen.Mit dieser Frau kann man nicht regieren nur verlieren.
5. Na und?
ein-berliner 27.09.2013
Zitat von sysopDPADie Bundesregierung nimmt einen neuen Anlauf, um die CO2-Vorgaben für Autos aufzuweichen. Kurz vor einer möglichen EU-Abstimmung macht sich Deutschland für eine Übergangsfrist stark. Die Grenzwerte würden so erst vier Jahre später gültig als geplant. http://www.spiegel.de/auto/aktuell/co2-grenzwerte-in-eu-bundesregierung-will-uebergangsfrist-a-924995.html
Wo sind strenge Umweltauflagen für die wirklich dreckigen Musikdampfer? Die Promillezähler machen sich lächerlich.
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CO2-Ausstoß - Die Fakten
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2009 hat die EU einen CO2-Grenzwert für Pkw festgelegt. Nach der gültigen Richtlinie darf der CO2-Ausstoß der Neuwagen-Flotte eines Herstellers ab 2020 durchschnittlich 95 Gramm je Kilometer nicht überschreiten. 2012 lag dieser Durchschnittswert in Europa bei 136,1 g/km, in Deutschland bei 141,8 g/km. Die EU-Regelung sieht Strafen vor, wenn die Autos ab 2020 mehr als 95 g/km ausstößen - und zwar 95 Euro je Gramm und Fahrzeug. Läge dann der durchschnittliche CO2-Ausstoß aller Autos eines Herstellers bei 105 g/km, würden pro verkauftem Auto 950 Euro fällig.

Nicht nur in Europa, auch für andere Weltregionen wurden CO2-Grenzwerte ab 2020 festgelegt. In den USA etwa 121 g/km (ab 2025 dann 93 g/km), in China 117 g/km und in Japan 105 g/km. Die deutsche Autoindustrie erklärte, der europäische Richtwert sei "sehr ambitioniert" und nur durch "erhebliche Mehrkosten" erreichbar.

Welche Typen von Elektroautos gibt es?
Reiner Elektroantrieb
Diese Fahrzeuge haben keinen klassischen Antriebsstrang mehr, der vom Motor die Bewegungsenergie auf die Räder überträgt. Stattdessen sind in den Radnaben Elektromotoren, die Energie kommt aus einem Akku, der an der Steckdose aufgeladen werden kann. Weil die Speicherkapazität der Batterien noch nicht mit einem klassischen Automobil vergleichbar ist, haben einige Elektromobile einen sogenannten Range Extender an Bord - einen kleinen Generator, der die Elektromotoren mit Energie versorgt, wenn der Akku leer ist.

Beispiele: Tesla Model S, VW E-Up, VW E-Golf, Renault Zoe, BMW i3, Ford Focus Electric, Nissan Leaf, Mercedes B-Klasse E-Drive
Hybridantrieb
Hybridautos haben zusätzlich zum klassischen Verbrennungsmotor einen Akku an Bord. Wenn der leer ist, springt der Benziner an. Eine Variante sind sogenannte Mild-Hybrid-Systeme, bei denen der Stromantrieb nur parallel unterstützend läuft, um den Benzinverbrauch zu reduzieren. Der Akku wird in der Regel durch Bremskraftrückgewinnung und einen Dynamo geladen. Zukünftige Hybridfahrzeuge sollen aber auch an der Steckdose aufladbar sein.

Beispiele: Toyota Prius, Toyota Prius+, VW Golf GTE, Porsche Panamera S E-Hybrid, Porsche 918 Spyder, Volvo V60 PiH, BMW i8
Brennstoffzellenantrieb
Bei diesen Fahrzeugen tankt man statt Benzin flüssigen Wasserstoff. In einer chemischen Reaktion wird das Hydrogen in der Brennstoffzelle in elektrische Energie umgewandelt, die dann das Fahrzeug antreibt. Anders als bei reinen Elektrofahrzeugen ist die Infrastruktur für den Wasserstoff eine ungelöste Frage. Vorteil der Brennstoffzellenfahrzeuge ist ihre größere Reichweite.

Beispiele: Hyundai ix35, Honda FCX Clarity, Hamburger Nahverkehrsbusse (Mercedes-Benz), Toyota Mirai
Range Extender
Im Gegensatz zu den herkömmlichen Elektroautos haben Range Extender einen Verbrennungsmotor an Bord, der anspringt, wenn die Ladung der Batterie zur Neige geht. Vorteil: Die Reichweite steigt auf das Niveau eines Autos mit konventionellem Antrieb. Vorreiter dieser Spezies ist der Opel Ampera, der die Kraft des Verbrenners aber auch nutzt, wenn die volle Leistung zum Beispiel auf der Autobahn abgerufen wird.

Beispiele: Opel Ampera (baugleich mit Chevrolet Volt), BMW i3 (optional mit Benzinmotor)
CO2-Emissionen

Bei Neuzulassungen 2012 in Deutschland (Flotten-Durchschnitt in g/km):

 

 

Quelle: Kraftfahrt-Bundesamt

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