Dacia Logan Dracula Reich' mir den Pflock!

Was fällt einem beim Stichwort Rumänien ein? Dracula und Dacia. So ging es auch Renault, und aus der Assoziation wurde ein Auto zum Fürchten. Als "Graf Draculas neuer Dienstwagen" bewerben die Franzosen ihr Einzelstück - Minisärge und gruselige Airbrush-Bilder sind inklusive.


Auffallen kann so einfach sein, wenn man nur die Klischees so drastisch wie möglich bedient. So geschehen bei der Renault Deutschland AG, die ihr Logan-Sondermodell "Graf Dracula" auf die Räder stellte. Prunkstück des in Rumänien von der Renault-Tochter Dacia fabrizierten Fahrzeugs ist eine Highend-Multimedia-Anlage, die rund dreimal so viel kostet wie ein fabrikneuer Logan. An Bord sind eine Alpine-Soundanlage mit 6.1-Kanal-Sourroundsystem, fünf Farbmonitore und sechs Lautsprecher. Die beiden Highend-Verstärker sind in handgefertigten Miniatursärgen im Kofferraum untergebracht. Dazwischen ist ein Granit-Grabstein plaziert. Er soll an Graf Vlad III (genannt "Der Pfähler") erinnern, der als Dracula einen festen Platz in der Gruselgeschichte hat und nach dem in Rumänien von der Übernachtungspauschale im Hotel bis zum Wein, von Käse bis zum Kräuterbonbon so ziemlich alles benannt ist, was an Touristen verkauft wird. Unterm Grabstein in der Reserveradmulde ist der Subwoofer installiert.

Die Tuner haben an alles gedacht für die Gothic-Party auf dem Parkplatz: Im Kofferraum liegen Rheinkieselsteine, auf Knopfdruck wabert Nebel aus dem mit Satinstoff ausgekleideten Gepäckabteil und Airbrush-Motive mit den üblichen Mustern aus dem Gruselkabinett schmücken die Karosserie. Drinnen ist alles in Rot und Schwarz gehalten - auch die beiden Recaro-Sportsitze. Dazu wurden in den Dachhimmel, die Dachsäulen und die Vordersitze insgesamt 350 rote Leuchtdioden eingearbeitet, die in verschiedenen Formationen aufglimmen.

Als ob es noch nicht genug Grusel-Autos gäbe

Was genau das Ganze soll, bleibt unklar. Hat die Renault-Produktentwicklung vielleicht zu viel Zeit? "In der Veredelungsszene sind sogenannte Mottofahrzeuge momentan das beherrschende Thema", erklärt Dacia-Sprecher Thomas May-Englert. "Da lag das Thema 'Dracula' nahe. Außerdem wollten wir zeigen, wie gut die teuerste derzeit verfügbare Multimedia-Anlage mit dem günstigsten Auto auf dem deutschen Markt harmoniert." Insgesamt 45.000 Euro - inklusive der rund 250 Arbeitsstunden - kostete der Dracula-Dacia.

Ob die Grusel-Motto-Modell-Idee auch von anderen Autoherstellern aufgegriffen wird? Viktor Frankenstein hat sein Monster schließlich in Ingolstadt erschaffen (hallo Audi). Die Horrorechse Godzilla kroch in Japan an Land (konnichiwa Toyota,) - und in Stuttgart, Wolfsburg oder Maranello wird sich wohl auch noch eine Gruselfigur finden lassen.

jüp

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