Dacia Logan Kombi: Der Preisbrecher

Geht es nach Renault, haben es Gebrauchtwagenhändler künftig schwer: Schon der normale Dacia Logan macht ihnen arge Konkurrenz - und jetzt kommt auch noch der Kombi. Mit 8400 Euro ist dieser nicht nur billiger als alle Neuwagen im Segment. Auch Gebrauchte haben kaum Chancen.

Hamburg - Es soll niemand sagen, er sei nicht gewarnt worden. Vom ersten Tag an hat Renault seine rumänische Tochtermarke Dacia als Billigmarke positioniert und den Logan als Kampfansage gegen die Preisbrecher aus Korea & Co. in Stellung gebracht. Nachdem schon das im Juni vergangenen Jahres hierzulande eingeführte Stufenheck alle Erwartungen übertroffen hat und mittlerweile bereits 6300 Mal zwischen Sylt und Starnberg verkauft wurde, starten die Franzosen Anfang nächsten Jahres die zweite Stufe ihres Eroberungsplanes und bringen den Logan auch als Kombi. Auch mit diesem Modell wollen sie anderen Billigheimern das Fürchten lehren. Denn das rumänische Raumwunder ist mit bis zu sieben Plätzen und einem Ladevolumen von bis zu 2350 Litern nicht nur deutlich größer als die meisten Lademeister im Land, sondern mit einem jetzt veröffentlichten Grundpreis von 8400 Euro auch noch deutlich günstiger.

Dacia Logan Kombi: Ab 8400 Euro im Handel
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Dacia Logan Kombi: Ab 8400 Euro im Handel

Zwar kostet der um knapp 30 Zentimeter gestreckte Kombi, der ab sofort bestellt werden kann und ab 19. Januar bei den Händlern stehen wird, 1200 Euro mehr als die Limousine. Doch bleibt er zum Beispiel gut 2500 Euro unter dem Fabia Kombi, mit dem Skoda bislang die Führungsposition bei den Preisfüchsen innehatte.

Und wenn man auch nur annähernd an die mehr als zwei Kubikmeter Laderaum herankommen möchte, dann ist selbst der VW Passat Variant mit seinen 1731 Litern zu klein – und schon der kostet gut zweieinhalb mal so viel wie der Logan. Auch beim Mutterkonzern Renault wird man für so viel Raum sonst kräftiger zur Kasse gebeten: Für den Mégane Kombi verlangen die Franzosen mindestens 16.200 Euro, und für den Laguna Grandtour werden 21.300 Euro fällig. Selbst das Vielzweckmobil Kangoo ist mit 12.100 Euro rund 50 Prozent teurer.

Natürlich ist die Ausstattung des rumänischen Raumwunders entsprechend bescheiden. Aber immerhin gibt es zwei Airbags, Dreipunkt-Gurte und Kopfstützen auf allen Plätzen sowie eine Reihe von Ablagen, einen Drehzahlmesser und Isofix-Befestigungspunkte auf den beiden äußeren Plätzen im Fond. Und zum ersten Mal bietet Renault für den Dacia – zumindest gegen Aufpreis – auch Seitenairbags an. Ebenfalls Aufpreis kostet die dritte Sitzreihe, die den Kombi zur siebensitzigen Großraumlimousine macht.

Angetrieben wird das Basismodell von einem 1,4 Liter-Motor mit 75 PS, für den Renault einen Normverbrauch von 7,6 Litern und eine Höchstgeschwindigkeit von 155 km/h ermittelt hat. Daneben verkaufen die Franzosen noch einen 1,6-Liter-Benziner, der als Zweiventiler 87 und als Vierventiler 105 PS leistet. Außerdem gibt es einen 1,5 Liter großen Dieselmotor mit 68 PS.

Versteckte Fußangeln soll die Preisliste nicht enthalten, verspricht Renault und macht klar, dass - anders als derzeit bei manch anderem Anbieter üblich - nicht einmal mit der Steuererhöhung zum Jahreswechsel getrickst wurde. "Nur dass da keine Missverständnisse aufkommen", sagt ein Unternehmenssprecher, "natürlich sind in diesem Preis bereits 19 Prozent Mehrwertsteuer enthalten."

tom

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