Dacia Stepway: Glamour aus dem Osten

Dacia lebte bislang prima mit dem Ruf, überaus schlichte, billige und robuste Autos zu fabrizieren. Jetzt, wo dieses Image verankert ist, legt die Renault-Tochtermarke eine Schippe drauf. Mit dem Crossover-Typ Stepway fährt erstmals ein Dacia-Modell Richtung Lifestyle.

Der Name ist durchaus auch programmatisch zu verstehen. Mit dem neuen Modell Stepway aus dem rumänischen Werk Pitesi will sich die rumänische Marke Dacia ab September eine Stufe höher im Markt positionieren. Schon beim Autosalon in Genf, als Dacia erstmals in der Firmengeschichte eine Studie präsentierte - ein rassiges Coupé namens Duster - zeichnete sich ab, dass das Unternehmen die Phase als reine Billigautomarke allmählich hinter sich lassen möchte. Der Stepway soll das passende Auto dafür sein. Dacia spricht von einem Crossover-Modell, man könnte den Wagen auch einen Sandero in SUV-Verkleidung nennen.

Die Idee, ein normales Modell durch diverse Applikationen und ein paar Zentimeter mehr Bodenfreiheit zu versehen, ist nicht neu. VW macht das seit Jahren und verpasst den entsprechenden Modellen den Namenszusatz Cross; bei Seat heißt die im SUV-Stil gehaltene Variante Freetrack und bei Audi Allroad - allerdings geben die Ingolstädter diesen Typen wenigstens einen Allradantrieb mit. Den gibt es auch bei Dacia natürlich nicht. Die Änderungen im Vergleich zum Sandero sind, abgesehen von dem um zwei Zentimeter angehobenen Fahrwerk, rein kosmetischer Art.

So gibt es beispielsweise schwarze Kunststoffplanken an den Radhäusern, Plastikteile an Bug und Heck, die vom Hersteller als "optischer Unterfahrschutz" bezeichnet werden sowie Trittbretter und Dachreling. Der Stepway wird in lediglich drei Lackfarben angeboten: Platin-Grau, Kometen-Grau und Flammen-Rot; im Innenraum sind Mittelkonsole, Lenkradkranz und Handbremshebel in "Stein-Grau" gehalten. Insgesamt klingt das ein bisschen trist, doch das täuscht.

Denn was Technik und Platz anlangt, fährt der Stepway auf Augenhöhe mit dem Sandero. Wie dieser basiert er auf der Plattform des alten Renault Clio. Und weil die Karosserie die identischen Abmessungen aufweist, ist natürlich auch das Ladevolumen gleich groß - im Normalfall sind es 320 Liter, bei umgeklappten Rücksitzlehnen 1200 Liter. Servolenkung, ABS, Bremsassistent, zwei Airbags und Nebelscheinwerfer gehören zur Serienausstattung.

Zwei Motoren mit 86 und 87 PS

Die Motorenauswahl beschränkt sich auf die beiden stärksten Triebwerke aus dem Sandero-Sortiment: den 1,6-Liter-Benziner mit 87 PS und den 1,5-Liter-Diesel mit 86 PS. Der Selbstzünder geht mit einem Spritbedarf von 5,3 Litern und einem CO2-Ausstoß von 140 Gramm pro Kilometer noch als einigermaßen sparsam durch; der Benziner jedoch ist mit 7,6 Litern Durchschnittsverbrauch und 180 Gramm CO2-Ausstoß pro Kilometer nicht mehr auf der Höhe der Zeit.

Die interessanteste Frage beantwortet Dacia derzeit noch nicht: nämlich die nach dem Preis des Stepway. Die Sandero-Modelle mit den beiden für den Stepway vorgesehenen Motoren kosten derzeit 10.000 Euro (Benziner) und 11.500 Euro (Diesel). Wie hoch wird der Aufpreis für ein bisschen SUV-Schminke und etwas mehr Bodenfreiheit sein? Und vor allem: Wie teuer will sich Dacia den neuen Hauch von Lifestyle bezahlen lassen? Offensichtlich gar nicht. Wie man hört, soll der Stepway für weniger als 10.000 Euro angeboten werden.

jüp

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