Alkohol am Steuer Dänemark nimmt betrunkenen Fahrern das Auto weg

Mit Alkohol am Steuer gefährden Autofahrer sich und andere. Nicht selten enden Promille-Fahrten tödlich. Dagegen will Dänemark nun vorgehen - und greift zu drastischen Mitteln.

Polizeikontrolle in Dänemark: Zu viel Bier am Steuer kann das Auto kosten
DPA

Polizeikontrolle in Dänemark: Zu viel Bier am Steuer kann das Auto kosten


Dänemark geht ab dem 1. Juli mit drastischen Strafen gegen betrunkene Autofahrer vor. Wer mit einem Alkoholwert von zwei Promille oder mehr von der Polizei erwischt wird, der ist nicht nur seinen Führerschein los, sondern auch sein Auto. Die Fahrzeuge sollen konfisziert und anschließend versteigert werden. Der Erlös der Auktionen fließt in die Staatskasse.

"Wir mussten in letzter Zeit mitansehen, dass Unschuldige bei Unfällen schwer verletzt oder getötet wurden, weil rücksichtslose Autofahrer berauscht unterwegs waren", sagte Dänemarks Justizministerin Karen Hækkerup. "Deshalb setzen wir alles daran, solche Leute aus dem Verkehr zu ziehen." Das Gesetz, das Ende April vom dänischen Parlament verabschiedet wurde, verschont auch Touristen nicht. Auch Fahrern unter dem Einfluss von Drogen kann das Auto dauerhaft entzogen werden.

Jeden vierten Unfall mit tödlichem Ausgang führt das Ministerium darauf zurück, dass der Fahrer zu viel Alkohol, Drogen oder Medikamente im Blut hatte. Dänemark will die Zahl der Verkehrstoten drastisch reduzieren. 2012 starben dort 175 Menschen auf den Straßen.

Promille-Grenze liegt in Dänemark wie in Deutschland bei 0,5

In Dänemark liegt das Alkohol-Limit wie in Deutschland und den meisten Ländern Europas bei 0,5 Promille. Allerdings können die Strafen in Skandinavien deutlich höher ausfallen. Ab 0,5 Promille droht in Dänemark eine Geldbuße von mindestens einem Monatsgehalt; in Deutschland sind mindestens 500 Euro fällig. In Deutschland hatten zuletzt Politiker von den Grünen und den Linken eine Diskussion über die Einführung der 0,0 Promille-Grenze angestoßen.

mhu

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nemensis_01 29.05.2014
1. Tja,
andere Länder sind da halt einfach konsequent. Das dürfte die meisten Säufer dann wohl doch abschrecken. Nur in Deutschland hat man das Gefühl, das solche Saufnasen auch noch goutiert werden. Aber bei uns wär das Geheule von wegen Verfassung auch riesig, wenn der Verkehrsminister solch eine Nummer vorschlagen würde. Also ein richtiger Verkehrsminister, nicht das Frettchen, dass den Posten derzeit innehat natürlich.
mgerhard 29.05.2014
2. Sehr schöne Maßnahme
Diesen Vorschlag habe ich schon von Jahren gemacht. Schön zu sehen, dass er nun in Dänemark umgesetzt wurde. Ich habe die Hoffnung, dass die Lösung dann eines Tages auch zu uns kommt. Autos von Besoffenen am Steuer sind quasi Tatwaffen und gehören konfisziert. Außerdem ist es vielleich lehrreicher für die Trinker als ein bißchen Bußgeld.
prince62 29.05.2014
3. In Deutschland traut sich keiner gegen die Autofahrer.
Zitat von nemensis_01andere Länder sind da halt einfach konsequent. Das dürfte die meisten Säufer dann wohl doch abschrecken. Nur in Deutschland hat man das Gefühl, das solche Saufnasen auch noch goutiert werden. Aber bei uns wär das Geheule von wegen Verfassung auch riesig, wenn der Verkehrsminister solch eine Nummer vorschlagen würde. Also ein richtiger Verkehrsminister, nicht das Frettchen, dass den Posten derzeit innehat natürlich.
Tja, Deutschland ist eben Autofahrernation, ohne bzw. gegen die Autofahrer traut sichkeine der sogenannten Volksparteien wirklich was zu machen, bestes Beispiel hier in Bayern, Biergärten und jetzt die überall aufgestellten Bierzelte ziehen die Saufnasen in Massen an, fast alle natürlich mit eigenem Auto und die Parkplätze sind schon früh proppevoll, natürlich fahren alle auch wieder so nach Hause und natürlich ist weit und breit keine Polizei mit Alkoholkontrollen zu sehen.
wqa 29.05.2014
4.
Zitat von sysopDPAMit Alkohol am Steuer gefährden Autofahrer sich und andere. Nicht selten enden Promille-Fahrten tödlich. Dagegen will Dänemark nun vorgehen - und greift zu drastischen Mitteln. http://www.spiegel.de/auto/aktuell/daenemark-staat-nimmt-fahrern-ab-zwei-promille-das-auto-weg-a-971118.html
Und wie funktioniert das, wenn der\die Betrunkene mit den Wagen der Ehefrau, der Firma oder im Fall des Bundestrainers mit dem des Sponsors unterwegs ist. Wird dann der\die Täter\in zum\zur Schludner\in des\der Eigentümers\in und der\die darf dann hinter dem Geld herlaufen? Auf so etwas blödsinniges kann man doch nur im Vollrausch kommen. Das hilft. Zwingend Bau und den Führerschein lebenslang weg.
rudi.waurich 29.05.2014
5. Italien
Das gibt's in Italien auch schon. Ab 1,5 Promille und anderen erheblichen Verkehrsverstößen (Raserei, Unfall) ist das Auto/Motorrad weg. Es wird dann zugunsten der italienischen Staatskasse versteigert.
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