Daewoo-Chevrolet Alles neu, alles wie immer

Raider heißt jetzt Twix. Aus Treets Schokoklickers wurde M&M. Und aus Daewoo wird demnächst Chevrolet. "Es ändert sich nichts, außer der Marke", sagt Günther Sommerlad, bisheriger Geschäftsführer von Daewoo in Deutschland und künftiger Deutschlandchef von Chevrolet.


Chevrolet Kalos: Mit dem kleinen Dreitürer beginnt der Markenwechsel

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Am 24. Februar 1995 begann der Verkauf von Daewoo-Autos in Deutschland. "Daewoo, Daehehehwo", so bohrte sich, zur Melodie des Banana-Boat-Songs von Harry Belafonte, die Werbebotschaft in die Köpfe der Deutschen. Die Koreaner machten damit einerseits ihre Marke bekannt und lehrten uns andererseits die korrekte Aussprache des Wortes. Inzwischen hat die Marke Daewoo in Deutschland einen Bekanntheitsgrad von mehr als 70 Prozent - doch das bringt nicht mehr viel. Denn im Februar 2005, ziemlich genau zehn Jahre nach dem Start hier zu Lande, verschwindet Daewoo und an diese Stelle tritt Chevrolet.

Chevrolet Kalos: Alles bleibt gleich, bis auf die Marke

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"Daewoo heißt dann Chevrolet", sagt Günther Sommerlad, Geschäftsführer der Daewoo Automobile Deutschland GmbH in Bremen und künftiger Chevrolet-Chef. Schon an seinem Sakko lässt sich die gegenwärtige Umbruchsituation im Unternehmen ablesen: Am Revers trägt Sommerlad einen Pin mit dem Chevrolet-Logo, etwas darunter steckt sein Namensschild in einem Daewoo-Anstecker. Der wird demnächst verschwinden. Sonst aber bleibt alles beim Alten. "Die Händler, der Service, die Autos, die Qualität - das alles bleibt vom Markenwechsel unberührt." Derzeit laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren, dass Mitte Februar die Umstellung zu Chevrolet auch wirklich gelingt.

Der Zeitplan sieht vor, dass exakt mit dem Markenwechsel auch das erste Chevrolet-Modell bei den Händlern stehen wird, nämlich die dreitürige Version des Kleinwagen Kalos. "In den darauf folgenden zwei bis drei Monaten werden wir nach und nach auch die anderen sechs Baureihen von Daewoo auf Chevrolet umstellen", erklärt Sommerlad. Mit dem Markenwechsel hoffen die Verantwortlichen, das Nischendasein beenden zu können. Sommerlad: "Wir kombinieren dann die Qualität und das Preis-Wert-Verhältnis von Daewoo mit den weltweiten Ressourcen von Chevrolet. Das bedeutet, dass wir bei neuen Produkten nicht immer bei null beginnen müssen."

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Komplett neu wird ein SUV im kommenden Herbst auf der IAA vorgestellt werden. Der Chevrolet-Geländewagen made in Korea (wo Daewoo übrigens weiter als Daewoo firmiert), der bislang unter dem Phantasienamen S3X noch als Studie auf Messen gezeigt wird, wird später auch bei anderen Marken auftauchen, etwa bei Opel als Nachfolger des Frontera. Die Chevrolet-Modelle kommen also künftig aus Daewoo-Fabriken in Korea. Chevrolet-Fahrzeuge made in USA dagegen (etwa TransSport oder Tahoe), die bislang die holländische Kroymans-Gruppe auf dem alten Kontinent vertreibt, sollen mittelfristig vom europäischen Markt verschwinden.

Eine Ausnahme davon bildet die Corvette, die den Markenzusatz Chevrolet ganz abgibt und als eigenständige Sportwagenmarke bestehen bleibt. Um die Corvette sowie um andere GM-Marken wie Cadillac und Hummer kümmert sich in Europa weiterhin Kroymans. Sämtliche Chevrolet-Modelle werden jedoch in Eigenregie vertrieben. "Im Jahr 2006, wenn der SUV und auch die ersten Dieselmodelle verfügbar sind, wollen wir einen Marktanteil von 0,8 Prozent erreichen", sagt Sommerlad. Derzeit liegt Daewoo bei etwa 0,5 Prozent, was rund 16.000 verkauften Autos pro Jahr entspricht. Die Ziele sind selbstbewusst gesetzt, denn Chevrolet muss in Deutschland erst einen Klang und ein Image entwickeln. Das wird zunächst mal eine Menge Geld verschlingen. Sommerlad ist berufsbedingt optimistisch: "Wir haben zwar ein begrenztes Budget, aber unbegrenzten Mut."

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