"SCV1" - für Autohersteller ist dieses Kennzeichen eines der begehrtesten der Welt. Das Kürzel steht für "Status Civitatis Vaticanae", und die Nummer 1 schmückt stets das Papamobil. Jetzt ist wieder Kennzeichenwechsel angesagt im Vatikan, denn Daimler-Chef Dieter Zetsche übergab heute in Rom Papst Benedikt XVI. ein neues Modell.
"Es ist eine Ehre für Mercedes-Benz, Seine Heiligkeit Papst Benedikt XVI. auch in Zukunft mit unserem neuen Papamobil auf seinen Reisen zu begleiten", so Zetsche. Der erste Einsatz des neuen Modells ist bereits geplant: Schon am morgigen Samstag will Benedikt mit seinem neuen Benz zur Spanischen Treppe in Rom fahren, wo traditionell die Feierlichkeiten zum Feiertag Mariä Empfängnis stattfinden.
Mehr Glas, mehr Einblick
Informationen zum neuen Papamobil sind rar. Bekannt ist lediglich, dass der schwer gepanzerte Wagen rund fünf Tonnen wiegt. Außerdem wurde er etwas flacher als das Vorgängermodell, um den Transport in Flugzeugen auf Auslandsreisen des Papstes zu erleichtern. Zugleich wurde das Auto um knapp einen halben Meter länger, damit der Einstieg für das Oberhaupt der katholischen Kirche bequemer wird und der Papst mehr Bewegungsfreiheit auf seinem Thron unter der gläsernen Kuppel im Fond erhält.
Für Passanten am Straßenrand wird der Papst im neuen Auto übrigens besser zu sehen sein als zuvor, denn die Glasflächen des Aufbaus sind nun größer, und außerdem ist der Dachhimmel nach Mercedes-Angaben "großflächig beleuchtet". Benedikt XVI. wird sozusagen von himmlischem Licht angestrahlt.
Mercedes ist bereits seit 1930 eine Art inoffizieller Automobilausrüster des Vatikans. Wie es heißt, bemühen sich immer wieder andere Hersteller um die Gunst des Heiligen Stuhls, doch zu einem Erfolg - der für das Unternehmen stets einen gigantischen PR-Coup bedeutet - führt das nur selten. Vor 13 Jahren schaffte es der italienische Fiat-Konzern, zum hundertsten Fiat-Jubiläum dem Papst eine Luxuslimousine der Nobelmarke Lancia zu übergeben. Und erst kürzlich war Renault erfolgreich, als der Papst einen elektrisch angetriebenen Renault Kangoo annahm - eine Art Papamobil light.
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