Verkehrsunfallstatistik: Freitags wird es gefährlich

Unfallstatistik: Gefahr am Freitag Fotos
dapd

Pendler, Wochenendheimfahrer, Kurzurlauber - immer wieder freitags wird es eng auf den deutschen Straßen. Und die Gefahr steigt. Nach einer Auswertung des Statistischen Bundesamts ist das Risiko, in einen schweren Unfall verwickelt zu werden, am Freitag am größten.

Am Freitag, wenn auf den Straßen am meisten los ist, wenn alle endlich nach Hause wollen oder unterwegs sind ins Wochenende, zu Verabredungen, Freizeitaktivitäten oder Veranstaltungen - dann ist das Risiko eines schweren Verkehrsunfalls am größten. Das jedenfalls ergibt sich aus einer Auswertung des Statistischen Bundesamts in Wiesbaden. Danach ereigneten sich im ersten Halbjahr 2012 auf deutschen Straßen pro Tag 983 schwere Verkehrsunfälle.

Unfallträchtigster Tag des ersten Halbjahres war der 25. Mai; an diesem Freitag ereigneten sich 1682 schwere Unfälle in Deutschland, bei denen zwölf Menschen starben. Insgesamt verloren von Januar bis Juni 1684 Menschen ihr Leben im Straßenverkehr; im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sank die Zahl der Verkehrstoten um sieben Prozent.

"Es wird immer schwieriger, die Zahl der Verkehrstoten noch weiter zu senken", sagt Andreas Hölzel vom Verkehrsclub ADAC; Grund sei das immer größere Verkehrsaufkommen. Und wo mehr Fahrräder, Motorräder, Autos und Lkw unterwegs sind, kommt es auch häufiger zu Kollisionen - und zwar trotz der immer besseren Sicherheitsausstattung der meisten Fahrzeuge.

Deshalb gilt unter Experten auch der Freitag als risikoreichster Tag der Woche im Straßenverkehr. Vor allem in der Zeit zwischen 13 und 18 Uhr kracht es laut Statistischem Bundesamt am häufigsten. Auch auffällig an der Halbjahresstatistik ist der generelle Anstieg der Unfallzahlen ab April. "Da beginnt die Zweiradsaison, und die Leute sind insgesamt wieder mehr unterwegs", sagt ADAC-Mann Hölzel.

In den Wintermonaten, wenn Glatteis, Schnee oder Nebel den Straßenverkehr behindern, steige zwar mitunter die absolute Zahl der Unfälle, doch meist handle es sich nur um Blechschäden. Hölzel: "Bei Schnee oder Glatteis setzten sich weniger Leute hinters Steuer. Und die fahren dann auch noch vorsichtiger. Wenn es kracht, dann sind das meist nur harmlose Auffahrunfälle." Generell gelte die Faustregel: Viel Schnee bedeutet weniger Verkehrstote.

Am sichersten ist Autofahren in Deutschland laut Statistik am Sonntag. Der Berufsverkehr ruht weitgehend, die starre Taktung des Pendelverkehrs fällt ebenfalls weg. Sonntagsfahrer, diesen Schluss lässt die Unfallstatistik zu, leben auf der Straße weitaus ungefährlicher als Menschen, die jeden Tag hinterm Steuer sitzen. Viel Fahrpraxis bedeutet eben auch ein höheres Risiko.

jüp/chf

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insgesamt 11 Beiträge
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1. Tempolimit?
Wunderläufer 05.10.2012
Bei den Untersuchungen darf das Thema "Tempolimit" nicht im Voraus ausgeklammert werden. Grund: Laut Text gibt es im Winter zwar mehr Blechschäden, aufgrund der langsameren Fahrweise jedoch weniger Personenschäden.
2. Wo bleiben sinnvolle undpreiswerte Alternativen fuer die Pendler?
cyclist01 05.10.2012
Wie die gesamte Gesellschaft dieses zur Kenntniss nimmt und einfach wieder zur Tagesordnung uebergeht, ist einfach erschreckend... Wo bleiben Ansaetze, das Bahnfahren fuer die Pendler gerade an Freitagnachmittagen und Sonntagabenden preislich so attraktiv zu gestalten, dass sich das Bahnfahren im Vergleich zur Autofahrt auch preislich wenigstens etwas rentiert? Die meisten Pendler bilden Fahrgemeinschaften, die sich ergenbenden Fahrkosten sind im Vergleich zur Bahn einfach zu guenstig!
3.
ollowain13 05.10.2012
Zitat von sysopdapdPendler, Wochenendheimfahrer, Kurzurlauber - immer wieder freitags wird es eng auf den deutschen Straßen. Und die Gefahr steigt. Nach einer Auswertung des Statistischen Bundesamts ist das Risiko, in einen schweren Unfall verwickelt zu werden, am Freitag am größten. http://www.spiegel.de/auto/aktuell/das-risiko-eines-schweren-verkehrsunfalls-ist-am-freitag-am-groessten-a-858972.html
Endlich: Jetzt isser umgefallen, der chinesische Reissack! Welch bahnbrechende Erkenntnis: Am Freitag, wenn alle Welt von der Arbeit NATO-Ralley-mäßig nach Hause will, kracht es am häufigsten. Gratuliere. Dafür brauchen diese weltfremden Pappnasen eine Studie - dabei hätte ihnen dass jeder Schimpanse ausrechnen können. Die Unfallhäufigkeit steigt natürlich mit der Anzahl Leute, die unterwegs sind. Nachdem immer mehr Menschen zum Fernpendeln via Autobahn gezwungen sind, da die Bahn meistens weder von der Fahrtdauer noch von den Kosten her und schon gar nicht in puncto Flexibilität konkurrenzfähig ist, ist auch logisch, dass am Freitag nicht nur überproportional viele Menschen Auto fahren, sondern, dass sie das auch im Schnitt mit einer höheren Geschwindigkeit tun. Das wirkt sich natürlich auch auf die bei einem Unfall abzubauende Energie aus - sprich, wenn es kracht, dann im Schnitt heftiger als an anderen Tagen. Daraus jetzt zu schließen, man brauche ein generelles Tempolimit, wäre der übliche typisch-deutsche Kurzschluss: Was man bräuchte, wäre die Rückverlagerung des Warenverkehrs auf die Bahn, worauf hin sich der Verkehr auf Autobahn und Bundesstraßen deutlich entspannen würde, weil pro Fahrtrichtung 1 bis 2 Spuren mehr zur Verfügung stehen. Und wo es trotzdem noch in schöner Regelmäßigkeit kracht und scheppert: Flexible Tempolimits, die zu Stoßzeiten aktiviert und ansonsten ausgeschaltet werden, sind heutzutage wirklich nichts neues mehr - aber sie würden vollkommen ausreichen. Man muss nicht immer gleich alles totregulieren, bis endlich alles still steht - obwohl es der geneigte Deutsche damit ja besonders zu haben scheint, erst recht, wenn der Nachbar ein schnelleres Auto fährt...
4.
spon-1236724621813 05.10.2012
Zitat von WunderläuferBei den Untersuchungen darf das Thema "Tempolimit" nicht im Voraus ausgeklammert werden. Grund: Laut Text gibt es im Winter zwar mehr Blechschäden, aufgrund der langsameren Fahrweise jedoch weniger Personenschäden.
Wenn Sie damit ein Tempolimit auf den Autobahnen meinen, dann schauen Sie bitte mal in die Verkehrsstatistiken anderer Lände mit generellem Tempolimit auf den Autobahnen. Dort sind die Verkehrstotenzahlen teilweise deutlich höher als in Deutschland. Daher ist ein generelles Tempolimit auf deutschen Autobahnen nicht erforderlich. Ich fahre bei 200km/h deutlich konzentrierter und wacher als bei z.B. 120km/h. Grade bei langen 120km Abschnitten auf der A7 überkommt mich häufig die Müdigkeit. P.S.: auch im Winter kann man bei freier Autobahn schnell fahren.
5.
ollowain13 05.10.2012
Zitat von cyclist01Wie die gesamte Gesellschaft dieses zur Kenntniss nimmt und einfach wieder zur Tagesordnung uebergeht, ist einfach erschreckend... Wo bleiben Ansaetze, das Bahnfahren fuer die Pendler gerade an Freitagnachmittagen und Sonntagabenden preislich so attraktiv zu gestalten, dass sich das Bahnfahren im Vergleich zur Autofahrt auch preislich wenigstens etwas rentiert? Die meisten Pendler bilden Fahrgemeinschaften, die sich ergenbenden Fahrkosten sind im Vergleich zur Bahn einfach zu guenstig!
Falsch, das Bahnfahren ist einfach zu teuer und zu unflexibel - und wenn man noch miteinberechnet, dass man ja nicht nur von Hbf zu Hbf sondern von Haustür zu Haustür reisen will, ist es in den meisten Fällen auch noch viel zu langsam. Wo bleiben die Ansätze für mehr Telearbeit und für mehr Güterverkehr auf der Schiene?
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