Testergebnis Auto-Dashcams versagen im Ernstfall

Mit Dashcams will eine wachsende Zahl von Autofahrern Beweise bei Unfällen sichern. Doch der Test einer Fachzeitschrift ergibt: Gerade in entscheidenden Situationen arbeiten die Kameras unzuverlässig.

Dashcam
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Dashcams erfreuen sich wachsender Beliebtheit - doch ein Großteil der verfügbaren Geräte erfüllt offenbar nicht die in sie gesetzten Erwartungen. Alle neun Geräte, die das Computermagazin "c't" (Ausgabe 20/18) in Kooperation mit dem ADAC getestet hat, versagten, wenn es drauf ankam.

Der Untersuchung zufolge vermochte es kein Gerät, sowohl kritische Situationen zu erkennen, als auch gute Aufnahmen davon zu machen. Zudem seien die Kameras für viele Unfallszenarien blind, weil ihr Blickwinkel fast durchgehend nach vorn ausgerichtet ist, monierten die Tester.

Kameras aktivieren sich nicht in brenzligen Situationen

Im Mai hatte der Bundesgerichtshof Dashcam-Aufnahmen grundsätzlich als Beweismittel vor Gericht zugelassen. Die Aufnahmen verstießen zwar gegen das Datenschutzrecht - da aber Unfallbeteiligte ohnehin Angaben zu Person, Versicherung und Führerschein machen müssten, sei dies nachrangig.

Das permanente Aufzeichnen bleibt dennoch unzulässig. Bisher aktivieren sich die meisten Kameras aber kaum selbst in brenzligen Situationen. "Die Funktion, die einen Unfall, ein schnelles Ausweichen oder eine Notbremsung erkennen soll, versagte im Test zu oft", stellten die Experten fest. Relevante Aufnahmen seien zudem nicht mit einem Löschschutz gesichert.

Mitunter werden die Geräte den Fachleuten zufolge sogar zum Sicherheitsrisiko. Die Halterungen der meisten Kameras versagten im entscheidenden Augenblick, und eine Dashcam flog sogar frei durchs Fahrzeug.

nis



insgesamt 77 Beiträge
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surround 14.09.2018
1. Entwickelt bessere Geräte
tja, dann ist die Sachlage ja klar: die Hersteller müssen bessere Geräte entwickeln. Ich habe auch schon überlegt, ob ich eine zweite Kamera nach hinten installieren soll... und eigentlich bräuchte man fast noch zwei weitere für die Seiten, damit man auch Situationen im Reissverschlussverfahren (dessen Logik für einige Zeitgenossen offenbar nicht verständlich ist) sichern kann. Am liebsten wäre mir allerdings, wenn sich einfach alle an die Verkehrsregeln hielten. Das wird aber leider ein unerfüllter Traum bleiben :-)
sikasuu 14.09.2018
2. Dashcams die sich im Unfallfall aktivieren sollen sind ein Witz!
Dazu müssten diese Teile "hellsehen" können. Die Aufnahme der runter fallenden Splitter ist wohl überflüssig aber dem etwas "weltfremden Urteilen" geschuldet. . Besser & wirklichkeitsnäher wäre eine Dashcam&ein Fahrtenschreiber mit "Fifo-Funktion" d.h. ca 5-10 Minuten Speicherzeit, die sich nach einem Unfall "ausschalten" um die Bilder/Daten der letzen 5-10 Minuten VOR dem Unfall zu erhalten, das hätte was. (Vergl Flugschreiber beim "Flieger"!) . Aber Rechtslage & brauchbare Funktion sind wohl nur sehr schwer übereinander zu bringen:-((
quark2@mailinator.com 14.09.2018
3.
Naja, also wenn man sich diese "We love Russia"-Videos auf YouTube ansieht, dann kann man zu anderen Ergebnissen kommen. Zum Einen haben dort offenbar soviele Leute eine Dashcam, daß sie die Unfälle der anderen aufnehmen, zum anderen hört man bei eigenen Unfällen oft das Tonsignal, womit die Kamera anzeigt, daß die Stelle gespeichert und markiert ist. Haben die dort andere Modelle ?
Lobhudel 14.09.2018
4. Warum auch sollten Dash-Cams smarter sein als ihre Nutzer ...?
Die Kameras erkennen also unfallträchtige Gefahrensituationen nicht, soso. Tatsächlich sind mir schon einige Dashcam-Nutzer aufgefallen, die Unfallgefahren geradezu provozieren, um endlich mal "im Fernsehen" zu sein.
mwroer 14.09.2018
5.
Zitat von surroundtja, dann ist die Sachlage ja klar: die Hersteller müssen bessere Geräte entwickeln. Ich habe auch schon überlegt, ob ich eine zweite Kamera nach hinten installieren soll... und eigentlich bräuchte man fast noch zwei weitere für die Seiten, damit man auch Situationen im Reissverschlussverfahren (dessen Logik für einige Zeitgenossen offenbar nicht verständlich ist) sichern kann. Am liebsten wäre mir allerdings, wenn sich einfach alle an die Verkehrsregeln hielten. Das wird aber leider ein unerfüllter Traum bleiben :-)
Nein, die Autofahrer müssten einfach die qualitativ hochwertigen Geräte kaufen die es gibt. Wer Schrott kauft kriegt auch Schrott. Die Dashcam für 19,99 Euro bei Mediamarkt ist ein Gimmick. Wer das Ding wirklich für den Unfallnachweis haben will sollte schon mehr Geld in die Hand nehmen.
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