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07. Juli 2016, 07:52 Uhr

Debatte über Autopilot

US-Behörde untersucht weiteren Tesla-Unfall

Wieder wird ein Verkehrsunfall mit einem Tesla-Modell überprüft. Und auch hier geht es um die Frage: Welche Rolle spielte der Autopilot?

Tesla gerät erneut in den Fokus amerikanischer Unfallermittler. Nach dem tödlichen Zusammenstoß eines seiner mit Autopilot fahrenden Modelle wird derzeit ein weiterer Verkehrsunfall mit Beteiligung eines Tesla überprüft. Die Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA trage derzeit Informationen über einen Unfall des Geländewagens Model X zusammen, teilte eine Sprecherin der Behörde mit. Noch sei unklar, ob der Autopilot des Wagens zum Unfallzeitpunkt eingeschaltet war, ergänzte eine Tesla-Sprecherin. Vergangene Woche war erstmals ein tödlicher Unfall eines Tesla Model S mit eingeschalteter Autopilotfunktion bekannt geworden.

Die NHTSA sei im aktuellen Fall dabei, Informationen der Polizei des Bundesstaates Pennsylvania, des Unternehmens Tesla und des Fahrers des Unfallautos zu sammeln, sagte die Sprecherin der Verkehrssicherheitsbehörde. Es gehe um einen Unfall, der sich am 1. Juli zugetragen habe, und die Frage, ob der Autopilot zum Unfallzeitpunkt eingeschaltet gewesen sei oder nicht.

Eine Tesla-Sprecherin sagte, es sei nicht erwiesen, dass der Computer zum Unfallzeitpunkt den Wagen gesteuert habe. Dies könne damit zusammenhängen, dass die Antenne des Autopiloten beschädigt wurde. Das Unternehmen habe bereits dreimal vergeblich versucht, mit dem Fahrer des Wagens Kontakt aufzunehmen.

Am Donnerstag vergangener Woche hatte Tesla den tödlichen Unfall mit dem Model S eingeräumt. Der Unfall ereignete sich nach Unternehmensangaben, als ein Lastzug im rechten Winkel vor dem selbstfahrenden Auto die Straße kreuzte. Möglicherweise habe der Autopilot die weiß gestrichene Seite des Lkw nicht von dem taghellen Himmel dahinter unterscheiden können; die Bremsfunktion sei jedenfalls nicht ausgelöst worden.

Der Geländewagen Model X, der mit Autopilot ausgestattet ist, ist erst seit Kurzem im Handel. Das Autopilotsystem hatte Tesla im vergangenen Jahr vorgestellt. Es lässt Autos automatisch die Spur wechseln, die Geschwindigkeit verändern und die Bremse auslösen. Das Selbstfahrsystem kann aber jederzeit vom Fahrer überstimmt werden. Die Fahrer müssten auch bei Autopilotfahrten jederzeit die Hände am Lenker halten und die Verantwortung für ihre Fahrten ausüben.

Tesla versucht derzeit, sich von einem Nischenanbieter für hochpreisige Elektroautos zu einem Hersteller für breitere Bevölkerungskreise zu entwickeln. Bis 2018 will der Konzern insgesamt 500.000 Autos pro Jahr bauen.

kig/afp

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