Defekte Airbags Toyota schränkt Geschäfte mit Takata ein

Für den skandalerschütterten Airbag-Zulieferer Takata wird es langsam eng. Nach Honda hat nun auch Toyota die Geschäftsbeziehungen eingeschränkt. Aber es könnte noch dicker kommen.

Takata-Werbung in Tokio: Der Zulieferer von Airbags verliert immer mehr Kunden
REUTERS

Takata-Werbung in Tokio: Der Zulieferer von Airbags verliert immer mehr Kunden


Der skandalerschütterte japanische Zulieferer Takata verliert immer mehr das Vertrauen der Kunden. Nach Honda und Mazda will nun auch der weltgrößte Autobauer Toyota seine Geschäftsbeziehungen zu Takata einschränken. Toyota werde keine Gasgeneratoren für Airbags mehr von Takata verbauen, sagte Toyota-Präsident Akio Toyoda. Die Sicherheit der Verbraucher gehe über alles.

Honda und Toyota sind die beiden Hersteller, die wegen defekter Airbags von Takata die meisten Fahrzeuge in die Werkstätten zurückrufen mussten. Die Airbags lösten mit zu viel Druck aus, wodurch Teile der Cockpit-Verkleidung durchs Fahrzeug geschleudert wurden. Die US-Verkehrsaufsicht NHTSA geht davon aus, dass dieser Defekt für Unfälle mit sieben Toten und fast 100 Verletzten verantwortlich ist. Wegen mangelhafter Airbags von Takata mussten weltweit etwa 34 Millionen Fahrzeuge von zwölf Herstellern zurück gerufen werden - darunter auch Autos in Deutschland.

Der Wegfall wichtiger Aufträge von Großkunden wie Toyota und Honda kann Takata in existenzielle Not bringen. Erst am Dienstag hatten die USA den japanischen Zulieferer zur Rechenschaft gezogen. Gegen das Unternehmen sei ein Bußgeld von bis zu 200 Millionen Dollar (183 Millionen Euro) verhängt worden, teilte die Verkehrsaufsicht NHTSA mit. Es sei die höchste Strafe in der Geschichte der Behörde. Derzeit produziert Takata noch etwa jeden fünften Airbag weltweit.

Toyota eröffnet im Silicon Valley ein neues Forschungszentrum

Für Takata kann es noch dicker kommen, auch die Subaru-Mutter Fuji Heavy Industries sowie Mitsubishi Motors erwägen einen Rückzug von Takata bei Gasgeneratoren. Laut der japanischen Zeitung "Nikkei" will auch Nissan künftig auf die Takata-Komponenten verzichten.

Gleichzeitig kündigte Toyota-Chef Toyoda an, im Silicon Valley ein Forschungsinstitut für Künstliche Intelligenz und Robotik zu gründen. Die Anfangsinvestitionen belaufen sich auf eine Milliarde Dollar (920 Millionen Euro) über die nächsten fünf Jahre. Das "Toyota Research Institute" (TRI) startet im Januar 2016. Künstliche Intelligenz habe das Potenzial, eine völlig neue Industrie zu schaffen, hieß es. Anfängliche Ziele des neuen Unternehmens sei es, Autos sicherer zu machen und alten Menschen weiterhin das Autofahren zu ermöglichen.

Die Zentrale von TRI liegt in Palo Alto nahe der Stanford University in Kalifornien. Eine zweite Einrichtung befindet sich nahe des Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Cambridge im US-Bundesstaat Massachusetts. Geplant sind etwa 200 Mitarbeiter.

mhu/ mit Agenturen



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Referendumm 06.11.2015
1. Konkurrenz belebt das Geschäft
Konkurrenz belebt das Geschäft? Wohl nicht mehr lange. Und ganz zufällig ist der größte Konkurrent von Takata die US-Firma TRW. Und noch zufälliger ist diese Firma Teil des US-amerikanischen Finanzinvestors Blackstone Group. Tja, Zufälle gibts, die .... Ach ja, wer Parallelen zu VW sieht, der sieht auch schon Geister - alles VT, oder? Wie sagte noch der Konsul im britischen Konsulat in Düsseldorf so treffend: "Wirtschaft ist Krieg!" Nur wir Deutschen kapieren es immer noch nicht.
Sterbenswörtchen 06.11.2015
2. Takata
Ich denke nicht, dass man bei dem Murks, den TAKATA zusammennagelt eine amerikanische Verschwörung mutmaßen muss. Wer so großspurig Leben und Sicherheit der Menschen auf seiner Webseite zum Aushängeschild macht und sich dann wegen Defekten viele Tote und Verletzte zurechnen lassen muss, der hat verdient, dass er pleite geht. Dasselbe gilt übrigens für die VW-Machenschaften und nein, ich bin kein Amerikaner und ja, ich fahre einen Wagen aus dem Konzern... Wenn es TRW als Zulieferer oder wer auch immer besser macht, kaufe ich gerne einen TOYOTA mit amerikanischen Teilen...
Referendumm 06.11.2015
3.
Zitat von SterbenswörtchenIch denke nicht, dass man bei dem Murks, den TAKATA zusammennagelt eine amerikanische Verschwörung mutmaßen muss. Wer so großspurig Leben und Sicherheit der Menschen auf seiner Webseite zum Aushängeschild macht und sich dann wegen Defekten viele Tote und Verletzte zurechnen lassen muss, der hat verdient, dass er pleite geht. Dasselbe gilt übrigens für die VW-Machenschaften und nein, ich bin kein Amerikaner und ja, ich fahre einen Wagen aus dem Konzern... Wenn es TRW als Zulieferer oder wer auch immer besser macht, kaufe ich gerne einen TOYOTA mit amerikanischen Teilen...
Nun, dann wünsche ich Ihnen mit Airbags von TRW immer viel Glück: http://www.autonews.com/article/20150201/OEM11/150209999/trw-recall-shows-the-mess-life-saving-airbags-have-become http://articles.latimes.com/2013/sep/19/autos/la-fi-hy-honda-recall-odyssey-acura-mdx-airbag-20130919 http://articles.chicagotribune.com/1990-11-11/travel/9004030264_1_inflator-sodium-azide-air-bag http://www.csmonitor.com/Business/In-Gear/2015/0202/2.1-Million-Acura-Dodge-Honda-Jeep-Toyota-cars-recalled-again-for-airbag-glitch http://www.fightingforyou.com/defective-airbags-cause-more-recalls/ Ob und wie viele Verletzte und/oder Tote es bereits mit den Airbags von TRW gab - tja, wer weiß das schon so genau, wenn mit zweierlei Maß gemessen wird? Andererseits ist das sicherlich auch nicht so einfach festzustellen - nach einem Unfall. Ach ja, ich kenne Fa. Takata gar nicht; habe das erstemal von dieser Fa. im Rahmen der Airbag-Sache erfahren.
illusion2001 06.11.2015
4.
Zitat von ReferendummKonkurrenz belebt das Geschäft? Wohl nicht mehr lange. Und ganz zufällig ist der größte Konkurrent von Takata die US-Firma TRW. Und noch zufälliger ist diese Firma Teil des US-amerikanischen Finanzinvestors Blackstone Group. Tja, Zufälle gibts, die .... Ach ja, wer Parallelen zu VW sieht, der sieht auch schon Geister - alles VT, oder? Wie sagte noch der Konsul im britischen Konsulat in Düsseldorf so treffend: "Wirtschaft ist Krieg!" Nur wir Deutschen kapieren es immer noch nicht.
TRW gehört inzwischen der deutschen Firma ZF Friedrichshafen AG.
rocketsquirrel 07.11.2015
5.
@1 Und wie geht jetzt ihre Verschwörungstheorie, wo TRW in ZFs Abteilung Fahrzeugsicherheit eingegliedert wurde? Will Deutschland protektionistisch gegen Takata vorgehen?
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