Defekte Airbags von Takata USA verhängen Rekordstrafe gegen Autozulieferer

Sieben Tote, fast 100 Verletzte - defekte Airbags von Takata haben einen Schaden angerichtet, der nicht mehr gutzumachen ist. Eine US-Behörde verhängt nun ein Bußgeld gegen den Zulieferer - wegen mangelnder Zusammenarbeit.

Takata produziert weltweit Airbags - auch in dieser Fabrik in den USA
DPA

Takata produziert weltweit Airbags - auch in dieser Fabrik in den USA


Die USA ziehen den japanischen Zulieferer Takata wegen mangelnder Kooperation im Skandal um defekte Airbags zur Rechenschaft. Gegen das Unternehmen sei ein Bußgeld von bis zu 200 Millionen Dollar (183 Millionen Euro) verhängt worden, teilte die Verkehrsaufsicht NHTSA am Dienstag mit. Es sei die höchste Strafe in der Geschichte der Behörde.

70 Millionen Dollar müssten zunächst in bar bezahlt werden. Weitere 130 Millionen Dollar würden fällig, sollte Takata sich nicht fügen oder weitere Verstöße gegen Sicherheitsvorschriften entdeckt werden.

Airbags des Herstellers, die unvermittelt auslösten und dadurch Teile der Verkleidung durchs Fahrzeug schleuderten, sind nach Annahme der NHTSA für Unfälle mit sieben Toten und fast 100 Verletzten verantwortlich. Takata produziert etwa jeden fünften Airbag weltweit. Auch in Deutschland und Europa waren Autos von dem Rekordrückruf betroffen.

Honda baut künftig keine Takata-Airbags mehr ein

"Über Jahre hat Takata mangelhafte Produkte gebaut und verkauft, sich geweigert, diese Defekte anzuerkennen, und es verfehlt, die NHTSA, Kunden und die Öffentlichkeit voll zu informieren", erklärte US-Verkehrsminister Anthony Foxx. Die Verzögerungen und Verweigerung hätten eine große Anzahl von Verbrauchern gefährdet und zum bislang größten und komplexesten Rückruf der Geschichte geführt. Nach NHTSA-Angaben sind allein in den USA mehr als 19 Millionen Fahrzeuge von zwölf Autoherstellern betroffen - darunter waren auch Autos des weltgrößten Autobauers Toyota, aber auch Modelle von BMW. Die Behörde will Takata zwingen, den Rückruf zu beschleunigen.

Für Takata wird es nicht bei der empfindlichen Geldstrafe durch die Behörde bleiben. Der Autobauer Honda hat angekündigt, die Zusammenarbeit mit Takata zu beenden. Man sei tief besorgt über die Vorwürfe der US-Behörden gegen den Airbag-Hersteller, teilte der Autobauer mit. Takata-Airbags würden nicht mehr in Honda-Fahrzeuge eingebaut. Die Aktien des seit Monaten in den Schlagzeilen stehenden Airbag-Herstellers verloren um elf Prozent.

Im Juni dieses Jahres hatte sich der Chef des Zulieferers, Shigehisa Takada, in Japan erstmals öffentlich für die defekten Airbags entschuldigt.

mhu/dpa/Reuters



insgesamt 37 Beiträge
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Seite 1
Barxxo 04.11.2015
1. Japanischer Zulieferer
Als ich die Überschrift des Artikels las war mir sofort klar, daß es sich nicht um eine US- amerikanische Firma handelt. General Motors könnte viel mehr Menschen umbringen, bevor es zu juristischen Folgen käme.
hatshepsut 04.11.2015
2. GM hat bereits mehr Menschen umgebracht
Ford genauso, aber US Hersteller werden nicht oder wenn möglich nur sehr gering bestraft. Da achten die schon drauf, dass ausländische Firmen kaputtgeklagt werden. Mit einheimischen Produkten kann die US Wirtschaft leider nicht überzeugen.
Knack5401 04.11.2015
3. Scheint
dass die USA ein neues Steuereinnahmemodell erfunden haben. Wer heute ein neues Geschäft in den USA aufzieht, hat selber Schuld. Die bestehenden Firmen sollten sich langsam verabschieden, statt sich wie VW weiter anzubiedern.
bernd.stromberg 04.11.2015
4.
Zitat von hatshepsutFord genauso, aber US Hersteller werden nicht oder wenn möglich nur sehr gering bestraft. Da achten die schon drauf, dass ausländische Firmen kaputtgeklagt werden. Mit einheimischen Produkten kann die US Wirtschaft leider nicht überzeugen.
Abgesehen davon dass dieses "haben Menschen umgebracht" (das impliziert Vorsatz!) komplett absurd ist - es handelte sich immerhin um einen technischen Fehler und daher maximal fahrlässigkeit - hat General Motors 900 Mio. Dollar zahlen müssen. Wo kommt also die US-Wirtschaft besser weg? Takata muss dagegen, wie man dem Artikel entnehmen kann "nur" 200 Mio. Dollar zahlen.
hannesR 04.11.2015
5. Ein sicherer Beweis
dafür, dass die USA Pleite sind und sich nun eine neue Einnahmequelle eröffnen müssen um weiter Ihre militärische Expansion ausdehnen zu können. Es wird noch mehr ausländische Firmen in den USA treffen.
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