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Déjà-vu-Erlebnisse in China: Die zehn dreistesten Auto-Plagiate

Aus Peking berichtet

Chinesische Autofirmen entwickeln allmählich einen eigenen Designstil, doch es gibt noch immer Modelle, die ganz offenbar europäischen Erfolgsmodellen nachempfunden sind. Déjà-Vu-Momente waren auf der Messe Auto China in Peking deshalb die Regel.

Plagiate aus China: Zehn auffällige Auto-Kopien Fotos
Tom Grünweg

Es heißt, in China drücke eine Kopie immer auch die Wertschätzung des Originals aus. Wenn das so ist, dann herrschte auf der Auto China in Peking eine Atmosphäre voller Hochachtung. Denn auch wenn man chinesischen Autoherstellern wie Geely, BAIC, Brilliance oder FAW durchaus das Bemühen um eine eigene Designlinie bei neuen Modellen zugestehen muss, sah man weiterhin viele Autos, die einem sehr bekannt vorkamen. Dabei wird längst nicht immer das komplette Automodell einfach abgekupfert, sondern oft auch lediglich die markantesten Details: Hier sind es die Scheinwerfer des Nissan 370Z, dort der Kühlergrill der Mercedes M-Klasse, bei einem anderen Modell der Kotflügelschwung des Ford Kuga. Auch bei Markenzeichen wird kopiert - und so gab es kaum einen Messestand, an dem man nicht zumindest ein kleines Déjà-Vu-Erlebnis hatte.

Die Vorliebe der chinesischen Kopisten liegt dabei offenbar auf westlichen Geländewagen. Auf dem Stand von BAIC konnte man gleich die ganze Modellpalette der US-Marke Jeep im chinesischen Look entdecken - vom Wrangler-Imitat bis zum Nachbau des Grand Cherokee. Und bei Huanghai stand ein Modell mit großer Ähnlichkeit mit der Mercedes M-Klasse neben einem Klon des Lexus RX 400. Mitunter wurden die Plagiate sogar weiter voran getrieben als die Originalmodelle. So gab es die M-Klasse-Kopie aus China auch als Pickup-Version, und den Nachbau des Range Rover Sport gab es aus chinesischer Produktion bereits mit Hybridantrieb.

Auch der Mini gefällt den chinesischen Herstellern offenbar so gut, dass ihn die Marke Lifan einfach nachbaut - und dazu noch bei BMW ganz kess die Typenschilder für den "320" abkupfert. Das London Taxi allerdings stand völlig rechtens auf dem Geely-Stand. Denn das Unternehmen hatte für den Nachbau die nötigen Lizenzen erworden. Das gilt übrigens auch für die Saab-Modelle 9-3 und 9-5, die BAIC nur wenige Wochen nach dem Deal mit General Motors über den schwedischen Hersteller vorstellte. Und auch der Opel-Astra-Klon namens Buick Excelle ist über alle Zweifel erhaben - schließlich gehören beide Marken zur großen GM-Familie.

"Eine Form der Ehrerbietung"

Die Automanager aus dem Westen gaben sich angesichts der Plagiate milde. "Auch das ist eine Form der Ehrerbietung", war etwa die Reaktion von Daimler-Chef Dieter Zetsche. Insgeheim sind die Manager sogar oft beeindruckt. Vor allem vom Tempo, mit dem die chinesischen Nachahmer zu Werke gehen. Den Mitsubishi ASX zum Beispiel haben die Designer der Geely-Tochter Emgrand bereits kopiert, noch ehe Mitsubishi das Original überhaupt auf den Markt gebracht hatte.

Schnelle und detailgenaue Nachbildung zeichnen auch die Smart-Kopie Noble aus. Einerseits hat das Stadtmobil aus China zwei Sitze zu viel, und es gibt sogar eine SUV-Variante mit außen angeschlagenem Ersatzrad; doch praktisch über Nacht wurde das neue Farbenspiel des Originals imitiert. Kaum trug der echte Smart einen Tigerlook, erhielt auch der gelb grundierte Noble schwarze Streifen.

SPIEGEL ONLINE hat die zehn markantesten Déjà-Vu-Erlebnisse der Auto China zum Abschluss der Messe festgehalten.

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 68 Beiträge
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1. der W(G)olf und die bösen Geißlein
fessi1 04.05.2010
Alle werden kopiert! Nur der Golf nie! Unverschämtheit! Unser Nationalheiligtum ist es wohl nicht wert! könnte man denken... ;)
2. der Technikklau ist schlimmer
Josef Ritter, 04.05.2010
Zitat von sysopChinesische Autofirmen entwickeln allmählich einen eigenen Designstil, doch es gibt noch immer Modelle, die ganz offenbar europäischen Erfolgsmodellen nachempfunden sind. Déjà-Vu-Momente waren auf der Messe Auto China in Peking deshalb die Regel. http://www.spiegel.de/auto/aktuell/0,1518,691986,00.html
Die China Mini Kopie ist ein Witz und solange die diese häßliche B Klasse kopieren geht es ja auch noch. Verkaufen wollen\können die diese Autos hier ja eh nicht. Viel schlimmer ist, dass deutsche Firmen dort produzieren und das technische Wissen damit dort hin wandert. Hier scheint niemand zu bedenken, dass das da eine Diktatur ist und das die machen was sie wollen und sich einen Dreck darum kümmern was andere meinen.
3. Doch nicht nur die Chinesen.
WernerS 04.05.2010
Warum haben plötzlich alle eine Hängelippe und den Kühler am Boden wie die Kehrmaschine? Warum bilden hinteres Seitenfenster und Heckfenster plötzlich bei allen ein X? Und die neuen TagblendLEDs stets nur als Lichterkette. Da ist auch in Europa immer mehr Zeitgeist unterwegs als Markenimage.
4. Schon toll...
Gereon, 04.05.2010
... unsere Politiker, Bankster und Vorstandsverbrecher. Da werden mit Steuersubventionen Technoligie, Wissen und ganze Werke nach China ausgelagert, wo alles kommod kopiert werden kann, obwohl China nie Abkommen zum internationalen Patentschutz akzeptierte, kassiert zudem noch Entwicklungshilfe (ebenfalls Steuergelder) und kann sich diese Unverfrorenheit leisten, ohne sich gerichtlich verantworten zu müssen. Dafür werden Sie uns dann noch als 'Wirtschaftswunder' vorgestellt, an dem man ein Beispiel nehmen müsse. Und inzwischen erpresst China die ganze Welt mit den gehorteten Devisenreserven, mit denen es das internationale Geldsystem jederzeit crashen lassen kann. Seit froh, die Zusammenhänge den meisten (Bürgern), die das finanziert haben nicht klar sind, sonst fängt man vielleicht mal an, die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen.
5. Wer kauft denn...
WolArn 04.05.2010
...all diesen chinesischen Kram?
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