DeLorean DMC-12 In Zukunft zurück

Als Sportwagen war der DeLorean DMC-12 ein Reinfall, als Zeitmaschine im Hollywoodfilm "Zurück in die Zukunft" erlangte er ewigen Ruhm. Jetzt soll der Silberflitzer wieder gebaut werden.


Futuristisches Design, ultraleichtes Chassis, Flügeltüren - der DeLorean DMC-12 hatte alles, was ein guter Sportwagen braucht. Naja, fast alles. Ausgerechnet der Motor war zu schmalbrüstig. Ein Sechszylinder, gebaut von Volvo, Peugeot und Renault. Mit gerade mal: 132 PS. Und ja, die Flügeltüren sahen toll aus, ließen sich aber so schwer anheben wie ein Gullideckel. Außerdem war die Karosserie undicht.

Eigentlich hatte der DeLorean DMC-12 alles, was ein Sportwagen braucht, um zum Flop zu werden. Wirklich alles. Nach rund 9000 gebauten Exemplaren war dann 1982 auch schon Schluss.

Statt im Kuriositätenkabinett der Automobilgeschichte zu verschwinden ist der DeLorean aber längst Kult. Denn im Jahr 1985 - im DMC-Werk in Nordirland waren da schon längst die Lichter ausgegangen - kam die Zeitreiseklamotte "Zurück in die Zukunft" in die Kinos. Fluxkompensator war das Stichwort: Dank der Fantasiemaschine (und einem Plutoniumantrieb), verbaut im DeLorean, reisten die Filmhelden in Vergangenheit und Zukunft. Der Blockbuster verhalf dem DMC-12 sozusagen posthum zu Ruhm.

Filmszene aus "Zurück in die Zukunft"
ddp images/ pwe

Filmszene aus "Zurück in die Zukunft"

Jetzt steht die silberne Legende möglicherweise vor einem Comeback: Die DeLorean Motor Company hat angekündigt, 300 neue Exemplare des DMC-12 zu fertigen. Angepeilter Stückpreis: 100.000 Dollar.

Aber Gemach: Bevor die Marty McFlys unter den Lesern jetzt ihren Bausparvertrag auflösen, sollten sie noch Ruhe bewahren. Comebackankündigungen von DeLorean gibt es nämlich fast so häufig wie Fortsetzungen von "Zurück in die Zukunft".

Zuletzt war vor fünf Jahren die Rede davon, dass eine Version mit Elektroantrieb gebaut wird. Doch bislang musste sich die DeLorean Motor Company mit der Restaurierung alter Modelle begnügen. Das texanische Unternehmen hatte sich 1997 die Markenrechte und die Konkursmasse des Originalherstellers gesichert.

Doch eine geänderte Gesetzeslage soll es der Firma und ihrem Chef Stephen Wynne jetzt ermöglichen, auch komplett neue Exemplare auf den Markt zu bringen - zusammengebaut aus dem Fundus unbenutzter Ersatzteile. Auf der Webseite des Unternehmens wird eine Entscheidung der US-Verkehrsbehörde vom Dezember 2015 aufgeführt: Demnach ist es Kleinserienherstellern nun erlaubt, Replikas alter Fahrzeugmodelle anzufertigen. Und zwar ohne dass diese die heutigen Sicherheitsstandards erfüllen müssen. "Darauf haben wir lange gewartet", sagte Stephen Wynne in einem Interview mit einem Lokalsender, "bisher waren die Nachbauten verboten, jetzt haben wir grünes Licht erhalten."

Edelstahlkarosserie und 132-PS-Motörchen: Ein Original DMC-12
Corbis

Edelstahlkarosserie und 132-PS-Motörchen: Ein Original DMC-12

Einzige Bedingung: Die aktuellen Umweltauflagen muss das Auto erfüllen. Der originale 132-PS- Motor kommt damit nicht in Frage, aber das dürfte die wenigsten Interessenten von einer Bestellung abhalten.

Die Beschaffung der Motoren ist laut Angaben des Unternehmens der Knackpunkt für den Produktionsstart. Weil erst ein großer Hersteller als Kooperationspartner gewonnen werden und Teilezulieferer aufgetan werden müssten, peilt Wynne die Neuauflage für 2017 an.

Ob es klappt, wird sich in Zukunft zeigen.

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DeLorean-Umbauten: Zeitreisen im Monstertruck

cst



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insgesamt 8 Beiträge
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Bueckstueck 29.01.2016
1. Wo ist der Flux-Kompensator?
Nicht am Heck sondern im Innenraum zwischen den Sitzen! Weiss man doch, Doc Brown hats erklärt... Das hinten ist die Stromversorgung. Zunächst mt Plutonium und dann per Mr. Fusion durch Haushaltsabfälle. Herrje, schaut denn bei Spon niemand mehr die guten alten Filme?
hoppla_h 29.01.2016
2. Würde ich kaufen!
Das Bild zeigt wohl die vorletzte Designstudie. Ich erwarte die Markteinführung mit E-Antrieb. Den Flux-Kompensator findet man sicher auf der Optionsliste gegen einen mittleren Aufpreis. Dann ist der Liefertermin aber noch ungewiss.
brux 29.01.2016
3. Leicht
Leicht war der Wagen ja wohl eben nicht. Die Karosserie war aus Edelstahl.
harleyfahn 30.01.2016
4. Bis auf die Flügeltüren,
die Farbe, den Motor, die Fahrleistungen, die Innenraumgestaltung und den Kaupreis fand ich das Auto eigentlich super - nur der Verbrauch, die Zuverlässigkeit und die Werksstattdichte hätten mich neben der ungewissen Ersatzteilversorgung vom Kauf abgehalten. Wet er jetzt neu aufgelegt wird, überlege ich ernsthaft, ob diesmal doch nicht kaufe. Vielleicht lasse ich es aber auch.
busytraveller 30.01.2016
5. Nun, ja.
Ein großer De Lorean Fan muss man da schon sein. Der Wagen war, bzw. ist nun mal eine ziemliche Gurke. Für 100.000 Dollar würde ich mir wohl lieber einen Revology - Mustang kaufen, wenn es ein Nachbau sein soll. Immerhin hat dort das Original wirklich Automobilgeschichte geschrieben. Durchaus gespannt darf man darauf sein, welche Fahrzeuge aus der Geschichte noch neu herauskommen werden. Bedenkt man, dass die Oldtimer - Preise seit Jahren durchdrehen, dann könnte das eine oder andere Projekt interessant sein für Käufer, die sich kein historisches Original leisten können. Wer sowas startet, muss natürlich zuerst die Rechte haben (Name, Firmenlogo, Design und was immer nötig ist). Mir fallen spontan ein: Iso Rivolta, De Tomaso, Facel Vega. Vorteil: Die hatten alle U.S. V8 - Motoren und Standard - Getriebe bzw. Automatiken. Damit wäre eine Hürde schon geschafft. Der Rest ist allerdings auch nicht ohne: Man denke nur an die Karosseriewerkzeuge...
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