Statistisches Bundesamt 3177 Menschen verloren bei Verkehrsunfällen ihr Leben

So wenig wie seit 60 Jahren nicht - und doch so viele: Auf deutschen Straßen sind im vergangenen Jahr 3177 Menschen bei Unfällen ums Leben gekommen, 388.200 wurden verletzt.

Tödlicher Verkehrsunfall (Archivbild)
DPA

Tödlicher Verkehrsunfall (Archivbild)


Immer weniger Menschen verlieren auf deutschen Straßen ihr Leben. Im vergangenen Jahr starben in Deutschland 3177 Menschen bei Verkehrsunfällen, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag unter Berufung auf vorläufige Ergebnisse in Wiesbaden mitteilte. Die Zahl sank damit auf den niedrigsten Stand seit Beginn der Statistik vor mehr als 60 Jahren.

Es starben 29 Menschen weniger im Straßenverkehr als im Jahr zuvor, den Zahlen zufolge sank vor allem die Zahl getöteter Autofahrer. 388.200 Menschen wurden 2017 auf Deutschlands Straßen verletzt.

Den bislang vorliegenden Zahlen zufolge sank vor allem die Zahl getöteter Autofahrer, auch die Zahl der getöteten Fußgänger ging zurück. Dagegen kamen unter anderem mehr Fahrer von Motorrädern und -rollern ums Leben sowie 30 zusätzliche Fahrer von Lastwagen, Sattelschleppern und anderen Güterkraftfahrzeugen.

Diese Entwicklung zeige, dass es noch viel zu tun gebe in Sachen Verkehrssicherheit, sagte der Leiter der Unfallforschung der Versicherer (UDV), Siegfried Brockmann. Das gelte unter anderem für die Themen Ablenkung am Steuer durch Smartphones, Unfälle mit abbiegenden Lkws sowie die immer weiter zunehmende PS-Leistung von Motorrädern. "Hier gibt es kein wirklich überzeugendes Konzept", sagte der Experte.

Die Gesamtzahlen seien zwar sehr erfreulich, ein grundsätzlicher Trend lasse sich aber nicht ablesen: "Seit 2010 gibt es relativ wenig Bewegung." Wäre der Sommer 2017 schöner gewesen, hätte es noch mehr Motorrad- und Fahrradunfälle gegeben, schätzte Brockmann. Im ersten Halbjahr sei nach dem schönen Frühjahr noch ein Anstieg der Verkehrstoten verzeichnet worden.

2,6 Millionen Unfälle insgesamt

Die Gesamtzahl der Unfälle erreichte unterdessen einen neuen Höchststand:

  • Die Polizei nahm rund 2,6 Millionen Unfälle auf, das waren zwei Prozent mehr als im Jahr zuvor.
  • Bei 2,3 Millionen Unfällen entstand lediglich Sachschaden,
  • bei 301.200 Unfällen wurden Menschen verletzt oder getötet.

Die Statistik zeigt große Unterschiede unter den Bundesländern: In Baden-Württemberg, Brandenburg, Rheinland-Pfalz, im Saarland und in Thüringen gab es 2017 mehr Verkehrstote als im Vorjahr. In Bremen blieb die Zahl der Getöteten unverändert, in den übrigen Bundesländern sank die Zahl.

Gemessen an der Einwohnerzahl war den Angaben zufolge das Risiko, im Straßenverkehr zu sterben, in Brandenburg, Sachsen-Anhalt sowie Niedersachsen am höchsten. Am geringsten war es in den Stadtstaaten sowie Nordrhein-Westfalen, wo auf eine Million Einwohner 25 Getötete kamen.

8100 Kinder starben auf Europas Straßen

Erst am Montag waren bedrückende Zahlen des Europäischen Verkehrssicherheitsrats ETSC veröffentlicht worden: Demnach sind in den vergangenen zehn Jahren auf Europas Straßen mehr als 8100 Kinder ums Leben gekommen. Jedes zweite Kind starb der Studie zufolge in einem Auto, ein Drittel war zu Fuß unterwegs, 13 Prozent mit dem Rad. Untersucht wurde der Zeitraum zwischen 2006 und 2016.

Dabei könnte die Zahl der getöteten Kinder durch zusätzliche Sicherheitstechnik in den Autos gesenkt werden. Vor allem Systeme zur automatischen Drosselung der Geschwindigkeit und Notbremsassistenten würden die Sicherheit steigern, sagen die Experten beim ETSC. Aber auch fehlende oder nicht passende Kindersitze bleiben laut der Studie ein Problem.

Darüber hinaus sollten die EU-Länder mehr Tempo-30-Zonen einführen, forderte der ETSC, vor allem in Gebieten mit vielen Fußgängern und Radfahrern sowie an Schulen. Tempo 30 alleine reiche allerdings nicht, die Einhaltung der Geschwindigkeitsbegrenzung müsse auch überwacht werden.

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oka/dpa

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