Studie 780.000 Verkehrstote seit 1950, 31 Millionen Verletzte

Ein Historiker hat die Verkehrstoten in Deutschland seit 1950 gezählt. Dem SPIEGEL erklärt er, warum Autofahrer das hohe Unfallrisiko lange in Kauf nahmen - und wann ein Umdenken einsetzte.

Verkehrsunfall (bei Titisee-Neustadt)
DPA

Verkehrsunfall (bei Titisee-Neustadt)


Auf deutschen Straßen sind seit 1950 knapp 780.000 Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben gekommen. Die Zahl der Verletzten übersteigt 31 Millionen.

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Heft 51/2017
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Zu diesem Ergebnis kommt der Freiburger Historiker Peter Itzen in einer neuen Studie. Das hohe Risiko, Opfer eines Verkehrsunfalls zu werden, nahmen in den Fünfziger- und Sechzigerjahren Itzen zufolge Autofahrer in Kauf, weil das Auto "Zugang zu den Verheißungen der Industriemoderne versprach". (Diese Meldung stammt aus dem SPIEGEL. Den neuen SPIEGEL finden Sie hier.)

Erst mit dem Entstehen eines Umweltbewusstseins und dem gleichzeitigen Anstieg der Verkehrstoten 1970 auf den Jahreshöchstwert von über 21.000 allein in der alten Bundesrepublik kam es zu einem Umdenken. 1972 wurden Tempolimits auf Landstraßen eingeführt, 1973 die 0,8-Promille-Grenze, ab 1974 schrittweise die Gurtpflicht, 1978 die ABS-Bremssysteme und 1980 Airbags.

Im vergangenen Jahr starben dennoch immer noch mehr als 3000 Menschen bei Verkehrsunfällen; rund 400.000 wurden verletzt.

Dieses Thema stammt aus dem neuen SPIEGEL - ab Samstagmorgen erhältlich.

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Seite 1
markus.w77 16.12.2017
1.
im Strassenverkehr lassen wir uns auf Regeln und beschränkungen durch den Staat ein, weil Fehlverhalten meist sofort sichtbar wird. ( Unfall u.a.)Bei der Umweltdebatte sehen viele die Grenzwerte und Beschränkungen nicht ein weil man die Folgen nicht wirklich direkt sehen kann. So isser der Mensch.
Spiegelleserin57 16.12.2017
2. wen wundert das?
das gesellschaftliche Bild hat sich gewandelt. Den Führerschein gibt es heute für jeden, denn einer echten Qualifikation bedarf es nicht mehr. Gesetze sind dafür da umgangen zu werden, sieht man vielen Verkehrsdelikten, denn auch Geschwindigkeitsbegrenzungen stellen kein Hindernis mehr da. Viele Leute sind auch mit der ständig wachsenden Technik in ihren Autos überfordert, besonders wenn sie gerade den Führerschein erworben haben. Die Werbung verleitet zum schnellen Fahren. nur nicht jeder hat das Talent eines Herrn Schumachers. Hinzu kommt der gesellschaftliche Wandel der Persönlichkeiten: Rücksicht ist Fremdwort geworden und Vordrängen gehört zum Alltag. Dass bei solchen Verhaltensweisen mehr und auch schwere Unfälle passieren liegt auf der Hand. Nicht jeder kann der König der Straße sein und kleine Autos haben das Nachsehen da nun SUVs wie Panzer auf der Straße fahren. Letztendlich ist ein Demonstrieren der Macht und nicht des Könnens was auf unseren Straßen stattfindet. Nur einer setzt dem Grenzen: der Winter!
helmut.alt 16.12.2017
3. Vergleichswerte mit anderen Nationen
wären interessant. Dann könnte man rückschließen wie Deutschland international einzuordnen ist. Bin gespannt ob selbst navigierende Autos diese unheilvolle Statistik verbessern werden.
thoms1957 16.12.2017
4. Ein hoher Preis
Nacher ist man immer schlauer. 21.000 Tote pro Jahr und heute immer noch 3000. Das Risiko nehmen klaglos hin. Wenn jedes Jahr in Deutschland 10 Passagierflugzeuge abstürzten oder 30 schwere Bahnunfälle passierten wie 1998 in Eschede, würdenwir dies kaum so gleichmütig hinnehmen. Die Zukunft des Autofahrens liegt zwangsläufig in autonomen Fahrsystemen.
herkurius 16.12.2017
5. Umdenken???
Ich bin im Leben wohl rechnerisch ca. 5...8mal um die Erde gefahren, praktisch unfall- und ziemlich sturzfrei und habe, bis ich mit 65 konsequent das Auto abschaffte (Motorrad natürlich behalten), nie z.B. eines mit Airbag oder ABS gehabt. Habe also meinen Führerschein schon beim Stand von 21.000 Verkehrstoten 1970 bis heute gehabt und genutzt. Da gibt es kein Umdenken. Die Reduzierung der Todeszahlen ist nur auf die technischen Fortschritte, insbesondere Airbag, zurückzuführen. Die Fahrer sind nach wie vor zu blöd, um einen angemessenen Sicherheitsabstand (zwei Sekunden) einzuhalten, rasen bei Nässe oder Schnee genauso wie im Sommer, außer dass sie auf dem Kurvenhöhepunkt Angst kriegen und sich mit einer Vollbremsung an den nächsten Baum katapultieren, und in den sozialen Netzwerken kann man ihre wirkliche Wesensart und ihren I.Q. mühelos ermessen: auf Sicht fahren ist unzumutbar, wenn dann auf nächtlicher Straße eben ein Radfahrer hinter der Ecke plattgefahren werde, sei er durch seine Existenz ja selber schuld, Tempo zurücknehmen, wenn die tiefstehende Sonne genau in die Augen strahlt, ist geradezu lebensgefährlich, weil einem der nächste Idiot ja dann hinten reinfahren müsse, und so weiter. Die Justiz spielt freudig mit. Wenn ein Irrer mit seinem Sportwagen nachts eine Waldstraße mit 170 entlangfahren muss und ein Mädchen auf einem Roller totfährt, ihrer Sozia das Rückgrat bricht, gibt das eine Bewährungsstrafe. Die Kratzer an der Stoßstange tun dem Autofahrer mehr weh. Da ist es kaum ein Trost, daß die Dööfsten mit der Zeitungsmeldung "Der Tote wurde aus dem Auto geschleudert und war vermutlich nicht angeschnallt" sich wenigstens fair aus dem Genpool verabschiedet haben. Alle "Verbesserungen" an Autos seit dem Trabbi haben nur dazu geführt, daß die Klientel dann eben schneller fährt, bis wieder das alte subjektive Gefährdungspotential erreicht ist. Und das letzte, was unsere Politik sich herausnehmen würde, wäre natürlich, einen Gewerbebetrieb, dessen Brummifahrer wie eine 40-Tonnen-Bombe in einen Stau eingeschlagen ist, zu schließen, wie es das Gewerbereht durchaus wegen Unzuverlässigkeit ermöglicht.
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