Unfallstatistik Zahl der Verkehrstoten sinkt auf tiefsten Stand seit mehr als 60 Jahren

Im vergangenen Jahr starben 3180 Menschen in Deutschland bei Unfällen - ein historischer Tiefstand. Eine Gruppe lebt allerdings weiterhin besonders gefährlich.

Polizisten sichern in Berlin Spuren eines schweren Verkehrsunfalls.
DPA

Polizisten sichern in Berlin Spuren eines schweren Verkehrsunfalls.


Die Zahl der Verkehrstoten auf deutschen Straßen ist im vergangenen Jahr auf den niedrigsten Stand seit mehr als 60 Jahren gesunken. Sie fiel 2017 im Vergleich zum Vorjahr um 0,8 Prozent auf 3180 Unfalltote, teilte das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden mit. Das waren 26 Verkehrstote weniger als im Jahr 2016. Zwischen 2010 und 2017 reduzierte sich die Zahl der Verkehrstoten damit um insgesamt 13 Prozent.

Das Bundesamt warnte aber zugleich vor zu viel Optimismus. "Dennoch gibt es keinen Grund zur Entwarnung - bei täglich etwa 7200 polizeilich erfassten Verkehrsunfällen, knapp 1100 Verletzten und fast neun Todesopfern im Straßenverkehr", sagte der Präsident des Statistischen Bundesamtes Georg Thiel. Vor allem die Sicherheit von Fahrradfahrern müsse weiter verbessert werden. Während die Zahl der Verkehrstoten seit 2010 insgesamt zurückgegangen sei, sei die Zahl der getöteten Radfahrer nahezu gleich geblieben.

Ältere Fahrradfahrer besonders gefährdet

Viele Kommunen setzen verstärkt auf den Radverkehr, um die Innenstädte von Stau, Lärm und Schadstoffen zu entlasten. Damit steigt auch das Unfallrisiko der Radfahrer. Im Jahr 2017 starben 382 Radler auf Deutschlands Straßen, mehr als 79.000 wurden verletzt. Damit war jeder achte Verkehrstote beziehungsweise jeder fünfte Verletzte im Straßenverkehr ein Radfahrer.

40 Prozent gehörten der Altersgruppe der über 75-jährigen an. Damit gilt diese Gruppe mit 155 getöteten Radfahrern als besonders gefährdet.

Mehr Pedelecs, mehr Unfälle

Autos sind mit Abstand die häufigsten Unfallgegner von Zweiradfahrern. 2017 nahm die Polizei 46.200 Unfälle mit Personenschaden zwischen einem Fahrrad und einem Pkw auf. Dabei kamen 137 Radler ums Leben. Unfälle mit Lkw sind im Vergleich dazu zwar nicht besonders häufig, haben aber oft schwere Unfallfolgen. 2017 kam es zu rund 3100 dieser Unfälle. Dabei starben 76 Fahrradfahrer. Bei etwa jedem dritten Verkehrsunfall mit Personenschaden, an dem ein Zweirad und ein Güterkraftfahrzeug beteiligt waren, handelte es sich um einen Abbiege-Unfall. Dabei wurden 37 Fahrradfahrer getötet. In der Politik wird deshalb über die verpflichtende Einführung eines Abbiegeassistenten für Lkw diskutiert, der einen Großteil dieser Unfälle verhindern könnte.

Ein Trend, der das Unfallrisiko noch verstärkt sind die immer beliebteren Pedelecs, also motorisierte Fahrräder, die den Fahrer beim Treten bis zu einer Geschwindigkeit von 25 Kilometer pro Stunde unterstützen. Im Jahr 2017 sind in Deutschland 720.000 Fahrräder dieser Art verkauft worden. Zum Vergleich: im Jahr 2014 waren es noch 480.000. Mit dem wachsendem Pedelec-Bestand steigt auch die Zahl der Unfälle dieser E-Bikes. Im Jahr 2014 hatte es 2245 Pedelec-Unfälle mit Personenschaden gegeben. Dabei wurden 39 Menschen auf diesem Verkehrsmittel getötet. Bis 2017 hat sich die Zahl der Unfälle mit motorisierten Fahrrädern mehr als verdoppelt. Sie stieg auf 5206 Unfälle, bei denen 68 Menschen auf Pedelecs ihr Leben verloren.

cfr/Afp



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