Dienstwagen-Check Der vorbildliche Chef fährt jetzt Kleinwagen

Die Dienstwagenflotten in Deutschland sind grüner geworden - so das positive Ergebnis einer Umfrage der Deutschen Umwelthilfe bei Unternehmen. Das negative: Mehr als die Hälfte der Firmen verweigerte die Auskunft.

Volkswagen

Der Chef von Tchibo, Markus Conrad, fährt als Dienstwagen einen BMW i3, sein Pendant bei dem Tiefkühlspezialisten Frosta den Kleinwagen VW Up!. Auch dem Chef von Bertelsmann, Thomas Rabe, reicht offenbar ein Mini Cooper D Countryman bei der Arbeit. Deutsche Unternehmen - und einige ihrer Chefs - sind bei ihren Dienstwagen umweltbewusster geworden. Zu diesem Ergebnis kommt die Deutsche Umwelthilfe (DUH) in ihrem fünften Dienstwagen-Check.

Der Durchschnitt aller erfassten Unternehmensflotten sank demnach von 156 Gramm Kohlendioxid-Ausstoß pro Kilometer im Jahr 2011 auf 138 Gramm in 2014. Auch bei den Vorstandsautos hätten sich die durchschnittlichen Kohlendioxidemissionen verringert. Mit 169g/km sind diese jedoch trotzdem nach wie vor viel zu hoch, der derzeitig gültige EU-Grenzwert liegt bei 130g CO2/km.

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Doch nicht jedes der 165 ausgewählten Unternehmen wollte seine CO2-Bilanz oder das Modell des Vorstandschefs überhaupt preisgeben. 94 Firmen verweigerten die Antwort - darunter der Verband Automobilindustrie, der gesammelt für seine Mitglieder eine Teilnahme an der Befragung ablehnte.

Weitere 22 erhielten von der Umwelthilfe die "rote Karte" für mangelndes Klimabewusstsein - darunter der Reiseveranstalter Tui und der Bezahlsender Sky Deutschland. Bei beiden Unternehmen schlugen vor allem die Dienstwagen der Chefs ins Kontor - ein Mercedes Benz S500 und ein Range Rover Diesel. "Während viele Unternehmenslenker immer noch nicht die Zeichen der Zeit erkannt haben und weiterhin mit übermotorisierten Limousinen unterwegs sind, ist das neue Denken bei den für die Firmenflotten zuständigen Managern vielerorts angekommen", erklärte Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der DUH.

Bewertet wurden diesmal nämlich vor allem auch die Fuhrpark- und Mobilitätsstrategie der Unternehmen. Wer seinen Mitarbeitern Anreize für die Nutzung des Öffentlichen Personennahverkehrs bietet oder das Umsteigen aufs Fahrrad fördert, wurde mit Extra-Punkten belohnt.

Fast jedes dritte Unternehmen, das sich an der Umfrage beteiligte, halte inzwischen den EU-Grenzwert von 130g CO2/km bei seiner Fahrzeugflotte ein, sagte Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch. Spitzenreiter in dieser Kategorie ist die Deutsche Wohnen AG, die den durchschnittlichen CO2-Wert der Gesamtflotte auf 110g CO2/km senken konnte.

Hier finden Sie den Dienstwagen-Check der DUH

mhu/cst/dpa



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