Milliardengeschenk Regierung will Steuern für Elektro-Dienstwagen halbieren

Die Bundesregierung plant ein üppiges Steuergeschenk für Fahrer von umweltfreundlichen Dienstwagen. Wer ein Dienstfahrrad hat, geht offenbar leer aus.

Elektroautos an der Stromtankstelle
Getty Images/age fotostock RM

Elektroautos an der Stromtankstelle

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Das Bundeskabinett will nach SPIEGEL-Informationen am kommenden Mittwoch ein milliardenschweres Steuergeschenk für Nutzer von umweltfreundlichen Dienstwagen verabschieden. Strittig ist noch, ob die Vergünstigung befristet wird oder dauerhaft gilt - und ob die Länder zustimmen.

Die Bundesregierung will die Nutzung von Dienstfahrzeugen mit Elektro- oder Plug-in-Hybrid-Antrieb steuerlich fördern. Dazu soll der geldwerte Vorteil, den Nutzer solcher Autos als Zuschlag auf ihr Gehalt versteuern müssen, halbiert werden. Sie müssen dadurch für den privaten Gebrauch der Dienstwagen nur noch halb so viel Steuern und Sozialabgaben zahlen wie bisher.

Fiskus setzt nur den halben Listenpreis an

Normalerweise wird für einen Dienstwagen monatlich ein Prozent des Listenpreises versteuert. Damit mehr Autos mit umweltfreundlichem Antrieb in den Fahrzeugflotten von Firmen und Behörden zum Einsatz kommen, soll demnächst nur noch der halbe Listenpreis gelten.

Das Bundeskabinett will die Neuregelung am kommenden Mittwoch beschließen. Sie kostet den Fiskus für die Jahre 2019 bis 2021 rund 1,8 Milliarden Euro. Offen ist noch, ob die Maßnahme für diesen Zeitraum befristet wird.

Der ökologisch ausgerichtete Verkehrsclub Deutschland fordert, die Halbierung des geldwerten Vorteils auch auf Dienstfahrräder auszudehnen, was bisher nicht geplant ist. Fraglich ist auch, ob die Länder dem Vorhaben im Bundesrat zustimmen. Sie müssen die Hälfte der Steuerausfälle tragen.



insgesamt 71 Beiträge
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smartphone 26.07.2018
1. Nette Idee, aber
ein Hybrid ist per se kein Elektroauto sondern ein Verbrenner mit Anfahrhilfe, die dafür sorgt , dass ( sinnvollerweise ) hoher Spritverbrauch auf diesem Paar Metern eben die xx l auf 100km nihct so versaut. Also wenn , müssen eben diese Halbverbrenner rausfallen aus solchen Subventionen - Im übrigen dies. ich sehe etlich Luxushybrider rumfahren. Völlig fragwürdiger Technikverhau aus gewissen Autoschmieden, die "es" immer noch nicht können - u.a. deswegen, weil man seit xx Jahren einen Bogen um echte Ingenieure macht, also TH / TU mit dümmlichsten Sprüchen abweist ... Quittung ... ein Blick nach Japan . Keine Verbrenner, also auch keine Hybrids...
einerkeiner 26.07.2018
2. Unglaublicher Bullshit
Wir dürfen uns also auf noch mehr Hybrid-SUVs mit einem Benzinmotor, über 3 Tonnen Gewicht, und realem Verbrauch von 15 Litern und aufwärts, auf unseren Straßen freuen. Ein Geschenk für einige Top-Verdiener, und ein Bärendienst an der Umwelt, mehr ist das nicht. Dass der Autor das Wort "umweltfreundlich" in den Untertitel gepackt hat ist schlicht dreist.
fam_vandenberg 26.07.2018
3.
Zitat von smartphoneein Hybrid ist per se kein Elektroauto sondern ein Verbrenner mit Anfahrhilfe, die dafür sorgt , dass ( sinnvollerweise ) hoher Spritverbrauch auf diesem Paar Metern eben die xx l auf 100km nihct so versaut. Also wenn , müssen eben diese Halbverbrenner rausfallen aus solchen Subventionen - Im übrigen dies. ich sehe etlich Luxushybrider rumfahren. Völlig fragwürdiger Technikverhau aus gewissen Autoschmieden, die "es" immer noch nicht können - u.a. deswegen, weil man seit xx Jahren einen Bogen um echte Ingenieure macht, also TH / TU mit dümmlichsten Sprüchen abweist ... Quittung ... ein Blick nach Japan . Keine Verbrenner, also auch keine Hybrids...
Sehe ich genauso. Man kann den Effekt sehr schön in Holland sehen, wo Plugin Hybride als Dienstwagen subventioniert werden oder wurden. das Ende vom Lied: viele Aussendienstler mit langen Strecken nehmen aus steuerlichen Gründen diesen Typ, der umwelttechnisch dann nichts bringt geschweige denn, dass sie den Wagen laden. Eher im Gegenteil : es muss die ganze Zusatztechnik mitbewegt werden. In meinen Augen eine Subvention der deutschen Autoindustrie, da diese über kein attraktives Angebot an E-Autos verfügt.
pejede 26.07.2018
4. Stimmt so nicht
Zitat von smartphoneein Hybrid ist per se kein Elektroauto sondern ein Verbrenner mit Anfahrhilfe, die dafür sorgt , dass ( sinnvollerweise ) hoher Spritverbrauch auf diesem Paar Metern eben die xx l auf 100km nihct so versaut. Also wenn , müssen eben diese Halbverbrenner rausfallen aus solchen Subventionen - Im übrigen dies. ich sehe etlich Luxushybrider rumfahren. Völlig fragwürdiger Technikverhau aus gewissen Autoschmieden, die "es" immer noch nicht können - u.a. deswegen, weil man seit xx Jahren einen Bogen um echte Ingenieure macht, also TH / TU mit dümmlichsten Sprüchen abweist ... Quittung ... ein Blick nach Japan . Keine Verbrenner, also auch keine Hybrids...
Nix mit "Anfahrhilfe". Mein "Plug-in-Hybrid" (übrigens mit Stern auf der Haube) schnurrt die täglichen 20 Kilometer bis zur Arbeit völlig laut- und abgaslos und nach einem kurzen Aufenthalt an der Ladesäule abends auch wieder nach Hause zurück. Dass Mercedes diese Fahrzeuge nur sehr ungern verkauft und wahrscheinlich tatsächlich nur zur Senkung des Flottenverbrauches konstruiert hat, ansonsten aber am liebsten weiter "brumm-brumm" bis in alle Ewigkeit bauen und verkaufen will, steht auf einem anderen Blatt, aber wenn schon Steuerbegünstigung, dann natürlich auch für alle Hybriden mit Stecker dran.
ray8 26.07.2018
5. Das darf nicht wahr sein!!
Schon heute sind Angestellte mit Firmenwagen irre privilegiert! Die 1%-Regelung ist ein Geschenk, da Sprit, Werkstatt, Steuern, Versicherung und vor allem Wertverlust praktisch keine Belastung darstellen. Unfassbar, daß diese reich beschenkte Gruppe jetzt noch mehr bepudert wird!
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