Steuerspartrick Dienstwagen für Ehepartner - Bundesfinanzhof setzt Grenzen

Die Ehefrau anstellen und mit einem Dienstwagen ausstatten - so darf ein Kaufmann künftig nicht mehr Steuern sparen. Unter anderen Umständen ist die Praxis laut Bundesfinanzhof aber legal.

Stellplatz für Firmenwagen
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Der Bundesfinanzhof hat ein kreatives Steuersparmodell in Unternehmerehen untersagt. Ein Minijob mit Vollzeit-Dienstauto für die Ehefrau wird steuerlich nicht anerkannt, hat das höchste deutsche Finanzgericht entschieden (Az. X R 44-45/17). Die Begründung: Wenn ein Arbeitgeber seine Mitarbeiter mit Dienstautos beglückt, darf er Ehepartner und andere Verwandte nicht großzügiger ausstatten als die übrigen Angestellten. Hält er sich an diese Vorgabe, ist der Dienstwagen für den Ehepartner kein Problem.

Im konkreten Fall hatte ein Einzelhändler aus Nordrhein-Westfalen seine Frau per 400-Euro-Job angestellt: Neun Stunden die Woche, davon drei Stunden im Büro und sechs Stunden als Kurierfahrerin. Für diese Kurierfahrten stellte er ihr den Dienstwagen ohne Selbstbeteiligung zur Verfügung. Sie durfte das Fahrzeug rund um die Uhr privat nutzen. Die Kosten des Minijobs zog er als Betriebsausgabe vom Gewinn ab.

Dienstwagen für den Ehepartner prinzipiell zulässig

Doch diesen Arbeitsvertrag finden die Münchner Richter "fremdunüblich" - was bedeutet, dass ein Arbeitgeber sich bei einem nicht zur Familie gehörigen Angestellten nie und nimmer derart spendabel zeigen würde. Dem angestellten Ehepartner einen Dienstwagen zu überlassen, ist jedoch grundsätzlich zulässig. Das hatte der Bundesfinanzhof bereits im Jahr 2014 (Az. X B 181/13) entschieden.

ene/dpa



insgesamt 54 Beiträge
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dagmar1308 27.02.2019
1. Und die SPD will der im Alter
noch mehrere Hundert Euro pro Monat lebenslang zahlen. So wird die einfache Arbeitnehmerschaft verarscht.
salomohn 27.02.2019
2. Wir werden einfach alle Beamte!
Die Selbstständigen sind Steuerzahler und Spender in hohem Umfang , Arbeitgeber und engagieren sich lokal. Die Rente müssen sie selbst organisieren, haben die höchsten Kosten in der Krankenkasse. Eine 60-Stunden-Woche ist meist das Minimum. Die Ehefrau hat meist im Hintergrund einen nicht unerheblichen Anteil daran, daß so etwas möglich ist. Insofern ist sie auch mit einer 450-Euro-Stelle stärker involviert, als es von außen aussieht. Ich gönne ihr den Dienstwagen. Es ist im Sinne der Allgemeinheit evtl. sinnvoll, darüber nachzudenken, ob man die Absetzbarkeit für Dienstwagen deckelt. Ich kenne mehrere Unternehmer, die Autos weit jenseits der 100.000 Euro fahren. Habe ich nichts gegen, das haben sie sich verdient. Aber die Allgemeinheit muss den Wagen nicht voll mitfinanzieren. Der Besitzer könnte einen Betrag oberhalb einer definierten Grenze privat mittragen, wenn ihm daran liegt.
three-horses 27.02.2019
3. Was für ene Gerechtigkeit.
Die Frau hatte doch geabeitet. Bei einem Politiker geht es ohne. Chauffeur inclusive. Die ganze Familie.
cindy2009 27.02.2019
4. @three-horses
"--- three-horses heute, 17:57 Uhr 3. Was für ene Gerechtigkeit. Die Frau hatte doch geabeitet. Bei einem Politiker geht es ohne. Chauffeur inclusive. Die ganze Familie.----" Was verstehen Sie an den Urteil nicht und was genau kritisieren Sie an dem Urteil genau?
Unkaputtbar Links 27.02.2019
5. Das kenn ich aber anders !
Das zur Verfügung gestellte Auto ist Bestandteil der Lohnzahlung und muss als Einkommen versteuert werden, inklusive aller Lohnnebenkosten. Selbst wenn sie ein kleines Auto ihr eigen nennen kann, geht das Finanzamt davon aus, dass Sie Ihren Daimler privat nutzen. Und der Minijob ist dann kein Minijob mehr. So springt man zumindest mit Kleinunternehmen um. Es gibt halt zweierlei rechte in Deutschland: die eine Rechtslage ist die für die kleinen und die andere Rechtslage ist die für die Großen. Deutschland ist eine der größten Bananenrepubliken, das weiß jeder Unternehmer.
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