Umweltbundesamt Eine blaue Plakette für saubere Diesel? Nein, zwei!

Das Umweltbundesamt hält es - wie andere Experten - für sinnvoll, Fahrverbote bundeseinheitlich zu regeln. Am besten mit einer blauen Plakette. Allerdings empfiehlt die Behörde verschiedene Blautöne.

So könnte die blaue Plakette aussehen
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So könnte die blaue Plakette aussehen


Die Präsidentin des Umweltbundesamts, Maria Krautzberger, verlangt eine gestaffelte Lösung im Kampf gegen Dieselabgase in Städten. Dafür müsse der Bund zwei verschiedene Plaketten einführen, sagte Krautzberger der "Süddeutschen Zeitung".

"Damit hätten die Städte eine Möglichkeit, auf ihre jeweilige lokale Belastung zu reagieren." Die jeweiligen Plaketten sollen, je nach Vorgabe, zur Einfahrt in die Umweltzone berechtigen. Das CSU-geführte Verkehrsministerium lehnt eine blaue Plakette bisher grundsätzlich ab.

Krautzberger schlug vor, dass nachgerüstete Euro-5-Diesel und bereits zugelassene Autos der Euro-6-Norm künftig eine hellblaue Plakette bekommen sollten. Diesel mit den neuen Abgasstufen Euro 6d-TEMP oder Euro 6d, die deutlich weniger Stickoxid ausstoßen, könnten hingegen eine dunkelblaue Plakette erhalten.

"Schon mit der hellblauen Plakette könnten dann viele Kommunen 2020 die Grenzwerte einhalten", sagte Krautzberger. "Die dunkelblaue würde später eingeführt und wäre insbesondere in hochbelasteten Städten nötig."

Die Behördenchefin reagiert damit auf das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts in Leipzig. Die Richter hatten Fahrverbote für Dieselautos in Städten grundsätzlich erlaubt - aber nur als letztes Mittel, und wenn dabei die Verhältnismäßigkeit etwa durch Ausnahmen gewahrt wird.

Designierter Verkehrsminister gegen blaue Plakette

Der Konflikt zwischen dem Umweltbundesamt und dem Bundesverkehrsministerium dürfte auch in der neuen Bundesregierung andauern, denn der designierte Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) lehnte die blaue Plakette ebenfalls ab.

Er bezeichnete sie gegenüber der "Passauer Neuen Presse" als "fachlich begründet falsch". Zwar brauche man saubere Luft in den Innenstädten, die Mobilität und Freiheit der Bürgerinnen und Bürger dürfe aber nicht eingeschränkt werden, so Scheuer.

mik/dpa-AFX



insgesamt 171 Beiträge
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Knackeule 06.03.2018
1. Plaketten-Republik D
Jawohl, noch mehr Plaketten braucht das Land. Eine zusätzliche blaue reicht nicht, es müssen zwei Blautöne sein. Und wie wäre es mit noch einer in lila ? Braucht man eigentlich dieses Bundesumweltamt oder kann das weg ?
Mister Stone 06.03.2018
2.
Ich finde, man müsste da mehr differnezieren. Es gibt so viele schöne Blautöne, etwa ein zartes Türkis oder ein blasses Preußischblau, eventuell auch mit einem Rand aus Regenbogenfarben. Diesel ist schließlich nicht gleich Diesel. Das sollte die Regierung bald in Angriff nehmen wollen, schon bald nach der gendergerechten Korrektur der Nationahymne. Vielleicht zuvor noch Italien vor dem Staatsbankrott retten. Aber dann...
scxy 06.03.2018
3. Aquamarin, Azur, Türkis, Könniginnen- & Königsblau
.. Wären noch zu haben. Oder einfach den Fahrzeugschein ab die Scheibe kleben? Dann könnte Tagesaktuell auf die Schadstoffsituation reagiert werden. Die Einteilung in E5, E6dTemp und E6,75dTemp+ nimmt dann richtig Fahrt auf, unserer Umwelt zuliebe.
echoanswer 06.03.2018
4. Die einzige Reaktion ...
der Bundesregierung auf den Jahrhundertbetrug der Autoindustrie ist Bürokratie. Genau das will der Bürger.
gurkenhaendler 06.03.2018
5.
Ich bin dafür auch noch grün/gelb gestreifte, blau/rot karierte und weis/lila gepunktete Plaketten einzuführen, als weiteres sollte die Plakette mit der Anzahl der Mitfahrer kombiniert werden, die Plaketten müssen dann vor der Fahrt beim Strassenverkehrsamt persönlich abgeholt werden!
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