"Preis nicht zu hoch" Umweltministerin Schulze rät zu Hardware-Nachrüstungen beim Diesel

Wegen eines Regierungsgutachtens sieht Bundesumweltministerin Svenja Schulze die Bedingungen für Hardware-Nachrüstungen erfüllt. Die Kosten von 1000 bis 3000 Euro pro Fahrzeug seien für die Hersteller nicht zu teuer.

Verkehr auf der A 661 bei Offenbach
DPA

Verkehr auf der A 661 bei Offenbach


Nach Ansicht von Umweltministerin Svenja Schulze ist es machbar, Diesel-Motoren nachzurüsten, um für eine bessere Stadtluft zu sorgen. Das belege ein Regierungsgutachten. "Wir haben uns im Koalitionsvertrag darauf verständigt, dass wir Nachrüstungen wollen, wenn sie technisch möglich und wirtschaftlich vertretbar sind. Das Gutachten zeigt, dass beide Bedingungen erfüllt sind", sagte die SPD-Politikerin der Deutschen Presse-Agentur.

Die genannten Kosten von 1000 bis 3000 Euro pro Fahrzeug seien für die Hersteller kein zu hoher Preis, um die Gesundheit der Stadtbevölkerung zu schützen, Fahrverbote zu vermeiden und den Wertverlust der Diesel zu stoppen.

Dazu komme, dass die Kosten höchstwahrscheinlich noch deutlich sinken würden, wenn die Autobauer kooperierten. "Die Autoindustrie muss endlich ihre Blockadehaltung aufgeben", forderte Schulze. "Klar ist, dass die Hersteller als Verursacher des Problems die Nachrüstungen bezahlen müssen."

Die Ministerin reagiert damit auf eine Geschichte im neuen SPIEGEL, die am Freitag vorab über das vertrauliche Gutachten berichtete, das im Auftrag des Bundesverkehrsministeriums die Machbarkeit des Einbaus einer besseren Abgasreinigung in ältere Diesel untersucht (Lesen Sie hier die ganze Geschichte).

Georg Wachtmeister von der Technischen Universität München kommt darin zu dem Schluss, dass Umbauten an Motoren von Euro-5-Fahrzeugen "mit verträglichem Aufwand möglich" seien. Genannt werden Kosten von rund 3000 Euro pro Auto. Damit ließe sich der Ausstoß von gesundheitsschädlichen Stickoxiden (NOx) senken.

hej/dpa

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