Dieseltuning bei der BMW M GmbH: Bauer-Power

Von Tom Grünweg

BMW M Dieseltuning: Rasender Ölbrenner Fotos

Dieselmotoren in Sportwagen galten lange als verpönt. Demnächst tritt jedoch das erste Auto des BMW-Haustuners M GmbH mit Ölbrenner an. Die Kiste geht wie die Sau - warum also genau hat das noch mal so lange gedauert?

Lange galt in der PS-Branche ein ungeschriebenes Gesetz: Wenn die M GmbH, der Haustuner von BMW, ein Auto der Bayern in die Finger nahm, dann nur, wenn es einen Saugmotor unter der Haube und den Antrieb im Heck hatte. Dann aber zwirbelten die Münchner Werkstuner plötzlich auch die Geländewagenmodelle X5 und X6 auf und verpassten dem neuen M5 ein V8-Aggregat mit - Sakrileg! - Turbolader.

Jetzt wird das nächste der einst ehernen Tabus gebrochen: Es wird eine M-Limousine mit Dieselmotor und Allradantrieb geben. Die Entwickler haben dabei den ersten Dieselmotor mit dreifachem Turbolader entwickelt. Dank des dritten Laders steigt die Leistung des Sechszylindermotors von bislang maximal 313 auf 381 PS und das maximale Drehmoment klettert auf 740 Nm. Diese Kraft liegt bereits bei 1500 Umdrehungen pro Minute an. Genau deshalb ist auch ein Allradantrieb nötig, denn sonst würde sich die Dieselpower wohl größtenteils in Reifenrauch auflösen.

Zum ersten Mal zu Einsatz kommt der Motor ab März in Limousine und Kombi der 5er-Baureihe - die Modelle erhalten dann den Bandwurmnamen M 550d xXdrive. Einige Monate später soll der Antrieb auch in den Modellen X5 und X6 verfügbar sein.

Beim Mercedes-AMG floppte das Dieseltuning

Fahrwerk, Getriebe, Lenkung und Bremsen wurden der höheren Leistung angepasst, das Design jedoch bleibt zurückhaltend. Gleiches gilt für die Höchstgeschwindigkeit. Während die echten M-Modelle mit dem sogenannten Driver's Package geordert werden können und dann durchaus mehr als 300 km/h fahren, ist für die neuen Dieseltypen bei 250 km/h Schluss. Dafür ist der Verbrauch vergleichsweise moderat, er liegt bei durchschnittlich 6,3 Litern auf hundert Kilometer.

Ola Källenius, Chef des direkten Konkurrenten Mercedes-AMG, hat bereits Erfahrung mit rasenden Ölbrennern - und die sind nicht gut. Kurz nach der Jahrtausendwende gab es mal ein C-Klasse-Coupé von AMG mit Dieselmotor. Das Auto sei zwar in Frankreich, Italien und teilweise auch in Deutschland gut angekommen, heißt es, gebaut aber wird es längst nicht mehr. Das sagt eigentlich alles. Källenius bestätigt das gern: "Einen Markt für diese Technik sehen wir bei uns nicht. Auf absehbare Zeit wird es deshalb von AMG keinen Diesel geben."

Diesen Artikel...
Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Auf anderen Social Networks teilen

  • Xing
  • LinkedIn
  • Tumblr
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Digg
  • reddit
Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 50 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. naja...
derlabbecker 14.01.2012
.... das mit dem C 30 AMG lag wohl eher an dem grottenschlechten C-Coupe als am Dieselmotor. Das C-Coupe war auch mit Benziner ein Flop, sah furchtbar aus und war ein Ladenhüter. Ich hatte mal ein C-Klasse Coupe als 220 CDI als Leihwagen, der hatte erst 1000 km runter. Die Fensterheber und das Schiebedach quietschten beim öffnen, und als ich rückwärts fahren wollte (dazu musste man den Schalthebel hochziehen) hatte ich den Hebel in der Hand.
2.
Oberleerer 14.01.2012
Seltsam, dass sich ein Diesel in diesem Segment nicht durchsetzt. Das Funktionsprinzip, dass eine vollständige Verbrennung bei jeder Drehzahl/Befüllung sicherstellt, ist eigentlich ideal. Vielleicht liegt es an den Turboladern, die an der Ampel dann doch nicht so schnell den Druck aufbauen. Ein Elektro-AddOn könnte ihr im Wortsinne dem Auto auf die Sprünge helfen.
3.
wolltsnursagen 14.01.2012
"Lange galt in der PS-Branche ein ungeschriebenes Gesetz: Wenn die M GmbH, der Haustuner von BMW, ein Auto der Bayern in die Finger nahm, dann nur, wenn es einen Saugmotor unter der Haube und den Antrieb im Heck hatte. Dann aber zwirbelten die Münchner Werkstuner plötzlich auch die Geländewagenmodelle X5 und X6 auf und verpassten dem neuen M5 ein V8-Aggregat mit - Sakrileg! - Turbolader. " Der M1 war als R4 Turbo konzipert.. Whoops, Spiegel "Recherche" vom feinsten. :P
4.
Schnellleser 14.01.2012
Zitat von OberleererSeltsam, dass sich ein Diesel in diesem Segment nicht durchsetzt.
In diesem Fahrzeugsegment überwiegen die Nachteile beim Diesel: - Geringerer nutzbarer Drehzahlbereich - Schwerer Motor und damit schlechtere Gewichtsverteilung - Geringere Literleistung Der Verbrauchsvorteil des Diesels ggü. einem Benziner ist bei Preise von 100.000 EUR nicht wirklich entscheidend.
5. das ist so nicht richtig
DerBlicker 14.01.2012
Zitat von SchnellleserIn diesem Fahrzeugsegment überwiegen die Nachteile beim Diesel: - Geringerer nutzbarer Drehzahlbereich - Schwerer Motor und damit schlechtere Gewichtsverteilung - Geringere Literleistung Der Verbrauchsvorteil des Diesels ggü. einem Benziner ist bei Preise von 100.000 EUR nicht wirklich entscheidend.
Ein M5 ist sowieso kein Sportwagen, auch mit 560 PS Benziner nicht, dazu ist er zu groß und zu schwer und bringt die Kraft mangels Allrad kaum auf die Straße. Der M550 Diesel ist kaum langsamer, wenn man mal von der abgeregelten Topspeed absieht. Dafür verbraucht er 3,5 Liter weniger Sprit schon nach Norm, bei Tempo 200 dürfte der Diesel mindestens 5 Liter weniger schlucken, da Benziner bei hohen Geschwindigkeiten überproportional saufen. Das führt dazu, dass der M5 ständig an der Tankstelle steht und deshalb auf der Autobahn langsamer als der M550d ist. Zudem kann man den 550d auch bei Nässe und Schnee fahren, wo der M5 kaum noch voran kommt. Der 550d xdrive ist also eigentlich der bessere, schnellere und wohl auch kostengünstigere M5.
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Auto
Twitter | RSS
alles zum Thema BMW-Modelle
RSS

© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH

SPIEGEL ONLINE Schließen


  • Drucken Versenden
  • Nutzungsrechte Feedback
  • Kommentieren | 50 Kommentare
  • Zur Startseite
Fotostrecke
BMW: Von Flugzeugbauer zum Premium-Pkw-Hersteller

Aktuelles zu


Aktuelles zu