Autonomes Fahren Dobrindt setzt Expertengremium zu intelligenten Fahrzeugen ein

Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt sieht in der Nutzung von Daten, die moderne Autos automatisch erheben, einen "Rohstoff der Zukunft". Doch der rechtliche Rahmen ist unklar. Experten sollen diesen nun klären.

Autonomer LKW: Künftig muss der Fahrer nicht mehr selbst fahren
Daimler

Autonomer LKW: Künftig muss der Fahrer nicht mehr selbst fahren


Berlin - Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) lässt die Chancen und Risiken intelligenter Fahrzeug- und Verkehrssysteme prüfen. Dazu nahm am Montag eine Expertenrunde ihre Arbeit auf. Die Erhebung und Nutzung von Fahrzeug- und Verkehrsdaten machten den Verkehr "sicherer, effizienter und komfortabler", erklärte Dobrindt. Diese Daten seien "ein Rohstoff der Zukunft" - es müssten aber technische und rechtliche Rahmenbedingungen geklärt werden.

Der Expertenplattform mit dem Namen "Cars&Data" gehören Vertreter der deutschen Autoindustrie, von IT- und Technologieunternehmen sowie Wissenschaftler und Fachleute des Ministeriums an. Sie ergänzt den Runden Tisch zum automatisierten Fahren mit Assistenzsystemen.

Fokus weg von umstrittener Maut

Verkehrsminister Dobrindt setzt mit dem automatisierten Fahren auf ein zukunftsträchtiges Thema. Der CSU-Politiker braucht dringend einen Erfolg, denn seine Maut-Pläne für Ausländer bleiben weiterhin höchst umstritten.

Unterstützung erhält Dobrindts Vorschlag, die rechtlichen Rahmenbedingungen für autonom fahrende Fahrzeuge zu klären, von prominenter Seite. Im Vorfeld der Nutzfahrzeug IAA, einer der wichtigsten Messen der Branche, hat der Daimler-Nutzfahrzeugvorstand Wolfgang Bernhard gefordert, das Verkehrsrecht zu überarbeiten - und so den Weg für autonome Fahrzeugtechnik freizumachen. Die IAA beginnt offiziell am Donnerstag in Hannover.

"Im deutschen Verkehrsrecht gilt heute noch, dass der Fahrer zu jedem Zeitpunkt das Lenkrad mit beiden Händen fest umschließen muss", so Bernhard. Das müsse geändert werden, ansonsten werde es kein autonomes Fahren geben.

Das Gremium "Cars&Data" wird sich laut Bundesverkehrsministerium um solche Fragen kümmern. Zu klären sei etwa, wo intelligente Fahrzeuge und Verkehrslenkungssysteme welche Daten erheben, welche Datenschutzregeln erforderlich sind und wie der Schutz vor Hacker-Angriffen gewährleistet werden kann. Zudem soll das Gremium Fragen zur Vernetzung von Fahrzeugen erörtern. Auch die aus Sicht der Hersteller nötigen Rahmenbedingungen für die Produktion der Systeme sollen Thema sein.

smh/AFP/dpa



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insgesamt 12 Beiträge
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Seite 1
Questionator 22.09.2014
1. Viel wichtiger
wäre ein intelligenter Verkehrsminister!
Bärthold 22.09.2014
2. Und wann...
... gibt es ein Expertengremium für intelligentes Regieren? ?
wo_st 22.09.2014
3. Und nun macht er die Arbeit der Industrie
Unser Verkehrsminister schafft im Auftrag der Industrie oder wurden nur Posten/Geld vergeben?
suchenwi 22.09.2014
4. Zweifel
Zitat: "Im deutschen Verkehrsrecht gilt heute noch, dass der Fahrer zu jedem Zeitpunkt das Lenkrad mit beiden Händen fest umschließen muss", so Bernhard. Das müsse geändert werden, ansonsten werde es kein autonomes Fahren geben." Das kann gar nicht sein, sonst müßten Autos mit Handschaltung verboten sein. Oder, seltener: Automatikautos für Einarmige, mit Kurbelknopf.
schmusel 22.09.2014
5. Buzzword
Hat man Doofrindt wieder ein neues Buzzword eingeflüstert? Seine Antwort: Expertengremium!
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