Druckbetankung Braun ist das neue Weiß

Autodesigner wetten auf den Starbucks-Effekt, Toyota baut grünere und fettere Autos, der heimische Ohrensessel bekommt endlich einen Verbrennungsmotor. Dies und mehr bei Druckbetankung, dem wöchentlichen Auto-Konzentrat von SPIEGEL ONLINE.


Es mehren sich die Anzeichen, dass die 2006er Auto-Trendfarbe Weiß passé ist. Einer Studie des Autohändlers Gulliver International zufolge wenden sich sogar Japans Konsumenten ab - sie galten bisher als die weltweit größten Fans weißer Wagen. Gulliver hat errechnet, dass 2006 nur noch 28 Prozent aller neu zugelassenen Fahrzeuge in Nippon weiß waren, Tendenz fallend. Den Daten zufolge ist Schwarz mit 27 Prozent das neue Weiß - zumindest in Japan.

Starbucks-Kaffee: Samtige Brauntöne sind en vogue
AP

Starbucks-Kaffee: Samtige Brauntöne sind en vogue

General-Motors-Designer Chris Webb hingegen hat Kakao-Metallic als neue couleur du jour ausgemacht. in einem Interview mit der "Detroit News" bezeichnet er die neue Vorliebe für schoko- und kaffeebraune Lackierungen als "Starbucks-Effekt": Die Latte-mit-Lowfatmilch-und Vanillearoma-To-Go-Fraktion stehe eben auf braun. Neu ist das freilich nicht: Den Beweis liefert dieser nougatbraune Porsche aus den Achtzigern, den SPIEGEL-ONLINE-Leser Frank Muschalle kürzlich präsentierte.

Während die aktuelle Klimadebatte den Sportwagen-Hersteller Porsche dazu bewegt, den Durst seines Geländepanzers Cayenne durch einen neuen Hybridantrieb zumindest ein wenig zu zügeln, zeigen sich andere Hersteller unbeeindruckt. Zumindest wenn es um die US-Kundschaft geht: Toyotas neuer Kastenwagen Scion xB ist lockere 270 Kilo schwerer als das alte Modell (Verbrauch: 8,4 Liter auf der Autobahn). Das Design ist von der Art, die man auf Anhieb liebt -oder hasst.

2008er Scion xB: Schräger und schwerer

2008er Scion xB: Schräger und schwerer

Toyota leistet allerdings gleichzeitig Abbitte und entwickelt ein neues Hybridauto. Der Wagen wird - Auto-Papparazzi aufgepasst - demnächst auf Japans Straßen zu sehen sein. Anders als bei herkömmlichen Hybrid-Pkw kommt der Strom bei diesem Prototyp aus der Steckdose. Bisher wird der Saft gemeinhin nach dem Generator- oder Dynamoprinzip erzeugt, bekommt seine Energie also vom Verbrennungsmotor.

Moderne Autos mit ausgefeilter Bordelektronik machen ihren Besitzern inzwischen alle möglichen Vorschriften - sie fiepen, weil der Aschenbecher geleert oder die Fußmatte ausgeklopft werden muss. Einige Modelle bremsen sogar, ohne dass man sie darum gebeten hätte. Aber es geht noch schlimmer: Nissan arbeitet laut "Japan Times" an einem On-Board-Alkoholtester, der mit der Zündung gekoppelt ist: Erst pusten, dann fahren. Als nächstes will das Auto wahrscheinlich auch noch wissen, was der Fahrer zu Mittag gegessen hat. Ein weitere randseitige Innovation ist der Armchair Cruiser. Dabei handelt es sich um überdimensionierte Ohrensessel, in die eine kleine Firma aus dem US-Staat Indiana Verbrennungs- und Elektromotoren einbaut. Dann kann man in der Halbzeitpause zum Bierholen bequem zur Tanke fahren, ohne aufstehen zu müssen. Abgesehen vom stattlichen Preis (4000 Dollar) dürfte es in Deutschland allerdings schwierig sein, für dieses Gefährt eine Zulassung zu bekommen. Nein, auch nicht mit rotem Nummernschild.



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