Volocopter Lufttaxi meistert Jungfernflug über Dubai

In Dubai sollen Passagiere bald in autonomen Drohnen ans Ziel kommen. Jetzt hat der sogenannte Volocopter seinen ersten Testflug über der Stadt absolviert - zur Freude seiner deutschen Entwickler.


Der zweisitzige Mini-Hubschrauber mit 18 Rotoren schwebte unfallfrei zwischen den Hochhäusern von Dubai: Das Lufttaxi der Firma Volocopter hat seinen Jungfernflug hinter sich. "Die Drohne flog erstmals im urbanen Raum und war acht Minuten in der Luft", berichtete am Dienstag Alexander Zosel, Mitentwickler der Flugdrohne und Mitgründer der Firma in Bruchsal.

Der Flug am Montag, über den die zuständige Verkehrsbehörde des Emirates berichtet hatte, sei ohne Probleme verlaufen. Der Prototyp VC200 flog autonom; Passagiere saßen aber noch nicht an Bord, wie es weiter hieß.

ÖPNV am Himmel

Das Emirat möchte Passagierdrohnen auf lange Sicht als öffentliches Verkehrsmittel einsetzen. Dafür hatten die dortigen Behörden vor einigen Monaten eine Partnerschaft mit Volocopter vereinbart. Während einer fünfjährigen Testphase soll erprobt werden, wie der autonome Transport in der Luft funktionieren könnte.

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Volocopter: Über den Dächern Dubais

Dafür sollen in Dubai, Hauptstadt des gleichnamigen Emirates, auch verschiedene sogenannte Ports gebaut werden, an denen die Lufttaxis starten und landen können. Das Emirat will bis 2030 ein Viertel seines Verkehrs auf autonomen Transport umgestellt haben.

Jetzt müssen Flugstunden gesammelt werden

Zosel ist mit seinen Mitarbeitern seit Monaten vor Ort und testet dort auf einem speziellen Gelände. In Serie gehen soll dann eigentlich die Hubschrauberdrohne vom Typ 2X. "Sie ist in jeder Hinsicht weiterentwickelt, als unser Prototyp, ist viel aerodynamischer und die Elektronik ausgereifter", sagte er. Ihr fehlen aber noch die notwendigen Flugstunden, bevor auch dieses Modell erstmals im urbanen Raum starten darf.

Das Projekt wird unter anderem von einem Autohersteller unterstützt, Daimler hat sich unlängst an dem Bruchsaler Start-up beteiligt.

Volocopter ist längst nicht das einzige Unternehmen, das an einem Lufttaxi tüftelt: Der Elektrojet des deutschen Konkurrenten Lilium Aviation aus München hat beispielsweise im April dieses Jahres einen ersten Testflug absolviert.

Videokommentar zum Thema Passagierdrohnen: "Regulatorisch sehr schwierig"

SPIEGEL ONLINE

cst/dpa



insgesamt 38 Beiträge
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Seite 1
Analog 26.09.2017
1. Da muss man schon Gottvertrauen haben,
mir als Atheist würde das Vertrauen wohl fehlen. Idee ist aber trotz allem Gut.
touri 26.09.2017
2.
Interessantes Konzept. Ich denke aber nicht, dass die Technik massentauglich ist, da die Transportkapazität (2 Personen pro Flug?) doch eher gering ist. Trotzdem, wenn man schnell irgendwo hin muss (und entsprechend mehr zahlt als mit Bus/Bahn/Taxi), bestimmt eine gute Idee.
thequickeningishappening 26.09.2017
3. Da braucht's nur Einen Unfall
und Einen Anwalt - Thema erledigt! Ich habe persönlich Jemanden gekannt Der mit Gyrokopter verunglückte; ob analog oder digital gesteuert: Diese Dinger duerfen nie zum Personentransport eingesetzt werden und auf Flughäfen schon mal Drei mal nicht !
WMTRO 26.09.2017
4. Und der Lärm?
In der Realität wird nicht nur dezente Musik zu hören sein wie in diesem Video. Sollte jemals der Individualverkehr auf derartige Drohnen umsteigen - die damit verbundene Lärmkulisse will ich nicht ertragen müssen. Von allen anderen Hürden (Kosten, Sicherheit, Regulierung) mal abgesehen.
upalatus 26.09.2017
5.
Jeder muss privat/geschäftlich ganz schnell ganz dringend wo hin. Wunderbar, wenn sich der breite Mobilitätslärm dereinst in die Lüfte erhebt, weil man das Mobilitätsmanagement auf dem Boden nicht auf die Reihe gekriegt hat. So werden alle was vom Gesummse und noch mehr notwendiger Überwachung/Absicherung gegen Missbrauch haben.
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