Dyson Staubsauger-Firma plant Testgelände für E-Autos

Es war eine kleine Sensation, als der Staubsauger-Spezialist Dyson bekannt gab, E-Autos zu entwickeln. Das Projekt kommt offenbar voran.

Dyson-Gründer James Dyson mit einem Föhn
AFP

Dyson-Gründer James Dyson mit einem Föhn


Dyson, bekannt für innovative Staubsauger und Luxus-Haartrockner, macht offenbar Fortschritte bei seinem E-Auto-Projekt. Das britische Unternehmen gab bekannt, dass es eine 16 Kilometer lange Teststrecke für batteriebetriebene Fahrzeuge plane.

Auf dem ehemaligen britischen Militärgelände in Hullavington, Südengland, soll es künftig Möglichkeiten für Handling- und Fahrstabilitätsversuche geben, aber auch die Möglichkeit, Offroad-Eigenschaften von Autos zu testen. Geplant seien zudem eine Schleuderplatte und ein Hochgeschwindigkeitsoval, aber auch Bürogebäude für weitere 2000 Mitarbeiter.

Dyson hatte die ehemalige Station der Royal Air Force im vergangenen Jahr gekauft und bereits zwei Hangars aus dem Jahr 1938 restauriert, in denen heute 400 Beschäftigte arbeiten. Das Gelände liegt in der Nähe der Konzernzentrale in Malmesbury.

James Dyson - ein Befürworter des Brexit

Bisher hatte das Unternehmen drei Automodelle angekündigt, die ab 2021 auf den Markt kommen sollen. Dyson forscht an einer neuartigen Feststoff-Batterie, die Energie effizienter als heutige Lithium-Ionen-Akkus speichern soll. Für die Fertigung hatte der Staubsauger-Spezialist Asien, aber auch Großbritannien ins Spiel gebracht. "Wir werden das Auto dort produzieren, wo wir die Batterien herstellen", sagte Gründer und Chef James Dyson damals dem "Guardian".

Der Milliardär James Dyson, einer der erfolgreichsten Unternehmer Großbritanniens, war ein prominenter Befürworter des Brexit. Er sah sich jedoch mit Kritik konfrontiert, weil er einen großen Teil seiner Produktion nach Asien verlagert hatte. Das Unternehmen sagte, es werde insgesamt 2 Milliarden Pfund (2,2 Milliarden Euro) in sein Elektroauto-Programm investieren. Der Umbau des Flugplatzes in ein Testgelände veranschlagte Dyson mit 200 Millionen Pfund (221 Millionen Euro).

Der Vorstoß des Hausgeräte-Spezialisten Dyson in den E-Auto-Markt ist ein weiterer Beleg für den Umbruch in der Branche. Elektrofahrzeuge sind weniger komplex und deshalb leichter zu bauen als Autos mit Verbrennungsmotor. Das macht branchenfremden Wettbewerbern den Einstieg in das Pkw-Geschäft leichter.

Deutsche Post ist erfolgreich mit E-Modell

Als Erfolgsmodell dieses Wandels gilt der Streetscooter, der von der Deutschen Post in Serie gefertigt wird. Das Fahrzeug entstand in einem Start-up aus dem Umfeld der Technischen Hochschule Aachen und wurde von der Post übernommen.

mhu/Reuters/AP



insgesamt 43 Beiträge
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Seite 1
egoneiermann 30.08.2018
1.
Das werden tolle Autos, machen viel Krach und haben nur bei täglicher Leerung eine gute Leistung,
dr.eldontyrell 30.08.2018
2. Na bitte,
da haben wir den ersten Hersteller, der auf Natrium-Ionen-Akkus setzt. Also nichts mehr mit seltenen Erden und Kinderarbeit. Ganz einfache Salinen und Salzbergwerke. Mal abgesehen von der schnelleren Ladefähigkeit und der doppelten Kapazität bei gleicher Baugröße eines Lithium-Ionen-Akkus. Und Dyson hat Jahrzehnte Erfahrung in der Entwicklung guter E-Motoren. Man darf gespannt sein. https://futurezone.at/science/feststoffakkus-versprechen-doppelte-kapazitaet-fuer-e-autos/400003715
Knack5401 30.08.2018
3. Glückwunsch!
Ein erneutes Milliardengrab für Investoren die nicht mehr wissen wohin mit dem Geld. Musk lässt grüßen.
Sinderion 30.08.2018
4. Weiter kalauern
Zitat von egoneiermannDas werden tolle Autos, machen viel Krach und haben nur bei täglicher Leerung eine gute Leistung,
Und der Motor wird ein Sauger...
Papazaca 30.08.2018
5. Dyson-Staubsauger im Warentest, Brexit ....
Der Herr Dyson macht viel Wirbel. Seine Staubsauger sehen sehr gut aus, sind aber mittelprächtig, siehe Testberichte. Dann war er für den Brexit, weshalb ich meine spezielle Meinung von ihm habe. Das er dazu seine Plastik-Staubsauger in Asien fertigen läßt, paßt ins Bild. Nö, der Herr ist bei mir durchgefallen, bevor ich auch nur einen Gedanken an seine E-Autos verschwende.
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