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Elektroauto Denza: Daimlers B-Ware für China

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Elektroauto Denza: Auf Stromlinie Fotos
Denza

Chinas Regierung will die Elektromobilität vorantreiben und setzt dabei auf das Know-how deutscher Autohersteller. Diese geben aber nur so viel Wissen preis wie nötig. Am E-Mobil Denza, das von Daimler entwickelt wurde, lässt sich das gut beobachten.

China erhöht den Druck in Sachen Elektromobilität. Die Zuschüsse für den Kauf eines strombetriebenen Autos wurden kürzlich erhöht, ein nationaler Ladestandard ist verabschiedet, aktuell wird über ein 16 Milliarden Dollar schweres Infrastrukturprogramm diskutiert. Die neuen, kostspieligen Maßnahmen haben einen simplen Grund: "Aktuell steht China in Sachen Elektromobilität kaum besser da als Europa", sagt Jochen Siebert von der Unternehmensberatung Shanghai Automotive Consulting. Auch der potenziellen Kundschaft in China waren Elektroautos bisher zu teuer und deren Reichweite zu gering. Aber die schleppende Entwicklung passt so gar nicht zum offiziellen Ziel der chinesischen Führung.

Das Land soll nach dem Willen der Funktionäre zum Vorreiter in Sachen Elektromobilität werden. Bis 2020 haben sie fünf Millionen E-Autos auf Chinas Straßen angekündigt. Doch nach Schätzungen von Siebert wurden im vergangenen Jahr lediglich 10.000 E-Autos in China neu zugelassen. In Deutschland waren es im gleichen Zeitraum 6051.

Ausgerechnet deutschen Unternehmen kommt bei der Entwicklung der E-Mobilität in China eine Schlüsselrolle zu. Die Regierung zwingt Hersteller wie Daimler, BMW oder VW dazu, in Gemeinschaftsunternehmen mit lokalen Herstellern Elektroautos für den chinesischen Markt zu bauen. Die Chinesen hoffen dabei auf einen Know-how-Transfer.

Daimlers Denza fährt mit simpler Akku-Technik

Für die Deutschen ist das ein Dilemma, denn niemand möchte sein Wissen über die recht junge Technologie preisgeben. Deshalb stellt das Elektroauto Denza, das Daimler erst kürzlich präsentierte, eine Gratwanderung dar. Es stammt aus dem 300 Millionen Dollar schweren Joint Venture mit dem chinesischen Hersteller BYD. Der Wagen wurde speziell für den chinesischen Markt konzipiert, obwohl Daimler im Rest der Welt die technisch verwandte B-Klasse Electric Drive vermarkten möchte. Schon äußerlich wurde der Denza völlig umgemodelt. "Außer den Türgriffen ist von der originalen B-Klasse nicht mehr viel übrig geblieben", sagt Frank Schweickhardt, der Entwicklungschef des Denza.

Worauf es Schweickhardt wirklich ankommt, ist der Antrieb. Denn während die elektrische B-Klasse Komponenten von Tesla nutzt - etwa Akku, Steuerelektronik und E-Maschine -, sind im Denza Teile von BYD verbaut. Als Stromspeicher kommt deshalb kein Lithium-Ionen-Akku zum Einsatz, sondern eine Batterie mit Lithium-Eisen-Phosphat-Technik.

"Die bietet keine ganz so hohe Energiedichte und ist deshalb größer und schwerer", räumt Schweickhardt mit Blick auf den elf Zentner schweren Power-Pack im doppelten Boden des Autos ein. Aber die Lithium-Eisen-Phosphat-Technik sei günstiger und weniger komplex. Zudem, so Schweickhardt, müsse der Akku nicht klimatisiert werden und könne nicht in Brand geraten.

Der wichtigste Unterschied zum Akku in der B-Klasse ist jedoch die höhere Speicherkapazität der Denza-Batterie. Sie beträgt 47,5 kWh, laut Daimler ist damit eine Reichweite von 300 Kilometern möglich. Der Stromspeicher in der elektrischen B-Klasse kommt auf 28,5 kWh Speicherkapazität und eine Reichweite von etwa 200 Kilometern.

30 Stunden muss der Denza geladen werden

Dass man den riesigen Akku des Denza dafür an einer normalen Haushaltssteckdose mehr als 30 Stunden lang laden muss, findet Schweickhardt nicht schlimm. Er verweist darauf, dass die Infrastruktur in China komplett neu aufgebaut werde und ausschließlich über ein Starkstromnetz geladen werden könne - und dann sei ein leerer Denza-Akku in ein paar Stunden wieder einsatzbereit. Außerdem müssen Immobiliengesellschaften in China per Gesetz künftig beim Neubau von Wohnhäusern mindestens 30 Prozent der Parkflächen mit Ladestationen ausstatten.

Nach Abzug der Fördersummen der Zentralregierung und der Provinzverwaltung bleiben von den 369.000 Renminbi (RMB) Kaufpreis für das Einstiegsmodell des Denza noch lediglich 235.000 RMB für den Käufer zu zahlen; umgerechnet sind das etwa 26.000 Euro. Damit ist der Denza in China billiger als eine konventionell motorisierte, normale Mercedes B-Klasse. Und billiger als die elektrische B-Klasse in Deutschland, die hierzulande etwa 35.000 Euro kosten wird, ist der Wagen sowieso.

Trotz des Preisvorteils wirkt der Denza wie eine lästige Pflichterfüllung von Daimler. Der Wagen wurde in China entwickelt, und damit sind die Vorgaben der Regierung erfüllt - aber mit der Technik, die in ihm steckt, ist kein wertvolles Wissen preisgegeben worden.

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1. Wie Nokia
project25 10.10.2014
Sorry liebe Autobauer im Ländle, so wird das nix. Die Welt ändert sich schneller als sie glauben mögen oder können, rufen Sie doch mal in Finnland an und holen sich mal dort paar Future Consultants ins Boot.
2. China!
suplesse 10.10.2014
Das ganze Lnad lässt sich als übergroßer Kopierer begreifen. Wer da freiwillig sein "Know How" hingibt, der muss Selbstmordabsichten haben. Deshalb verstehe ich Mercedes sehr gut. ich habe allerdings Zweifel ob unsere Autoproduzenten tatsächlich "Know How" bei den Elektroantrieben entwickelt haben, welches schützenswert wäre. Die sind doch längst überholt von Tesla und den japanischen Herstellern.
3. MB lernt von China
DanielDüsentrieb 10.10.2014
MB hat doch gar kein eigenes Know How für die Steuerungstechnik - die kommt doch von Tesla. Vielleicht kann MB noch was von den Chinesen lernen - nämlich wie man es anders als die Amis machen kann.
4. Tesla und Asien
project25 10.10.2014
Tesla und die Asiaten haben definitv in dem Bereich die Nase vorn und wenn man überlegt was die für Anstrengungen in die Richtung unternehmen. Wir blamieren uns doch nur mit unseren Vorhaben und Versprechen. Unsere Solarbranche geht den Bach unter, die Windparks werden nicht so gebaut wie geplant, keine Trassen, jetzt soll es Preisunterschiede zwischen Nord und Süd geben, wir haben nichtmal ein Verkehrszeichen das Ladestationen kennzeichnet. Sorry BRD, langsam wird es peinlich, weil große Töne spucken mit Energiewende und 1 Mio. Elektroautos in 2020 und dann mit leeren Händen da stehen, wird uns weltweit sehr schlimm blamieren und wir werden sicherlich nicht mehr als das Know-How Land angesehen. Dann können wir uns auf den Ruhm vergangener Tage ausruhen und Spardiktate anderer Länder anhören !!!
5. Das Abgeben von Know-How war noch nie freiwillig.
spf2000 10.10.2014
Es ist Voraussetzung um in China Autos herstellen und verkaufen zu dürfen.
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