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Elektroauto Lightning GT: Hier rast die Zukunft

Elegante Silhouette, 700 PS, in vier Sekunden auf Tempo 100: Der Lightning GT ist ein britischer Supersportwagen - mit dem Potential, die Automobil-Welt zu revolutionieren. Der Elektro-Flitzer hat eine neuartige Batterie an Bord, die sich in nur zehn Minuten laden lässt.

Nein, es handelt sich nicht um einen Wagen nach Art des Kabinenrollers, des Goggomobils oder des Smart – sonst würde sich ja kaum jemand dafür interessieren. Chris Dell, Managing Director des Londoner Autobauers Lightning, und Arthur Wolstenholme, der Chefingenieur, haben einen rund 700 PS starken Sportwagen entwickelt, um das Zeitalter der Elektroautos einzuläuten. Flitzer, die mit Strom fahren, gibt es längst. Aber der Lightning GT hebt diese Spezies auf eine neue Stufe.

Das Stenogramm dessen, was das Auto so besonders macht, dürfte Herstellern konventioneller Sportwagen Kopfzerbrechen bereiten. Der Lightning GT wird von vier Radnabenmotoren angetrieben, die zusammen rund 700 PS entwickeln und mit einem Drehmoment von rund 750 Nm antreten. Der weniger als 1400 Kilogramm schwere Wagen besitzt eine Karosserie aus Kevlar und Kohlefaser, und er lässt sich in weniger als vier Sekunden von 0 auf Tempo 100 beschleunigen. Die Reichweite des Autos bei voller Batterie beträgt rund 400 Kilometer.

Die neuartige Batterie ist in zehn Minuten geladen

Vor allem die Daten zur Batterie lassen aufhorchen, denn der Stromspeicher ist bislang der Schwachpunkt aller Elektroautos und zugleich das größte Hemmnis für einen Durchbruch dieser Antriebstechnik. Die erst vor sieben Jahren gegründete US-Firma Altairnano aus Reno in Nevada hat nun mit Hilfe der Nanotechnologie sowie Titan- und Keramik-Komponenten eine Batterie entwickelt, die mindestens zwölf Jahre funktionieren soll und noch nach 15.000 Ladevorgängen bis 85 Prozent der ursprünglichen Kapazität speichern kann. Zudem dauert das Aufladen dieses Hightech-Akkus an der Steckdose lediglich zehn Minuten – sehr viel schneller klappt konventionelles Kraftstofftanken auch nicht.

Die Elektrizität aus der neuen Batterie wird von vier Radnabenmotoren der britischen Firma PLM Flightlink in Drehbewegungen umgesetzt. Die kompakte Unterbringung des Antriebs in den Rädern erhöht einerseits die Freiheit der Designer beim Gestalten der Karosserie und zweitens das Volumen der Gepäckfächer, die es im Bug und im Heck des Lightning GT gibt. Um keine Energie zu verschenken, fungieren die Elektromotoren immer dann, wenn der Fahrer den Fuß vom Gaspedal nimmt, als Generatoren und speisen die Batterie.

Im nächsten Jahr soll der Verkauf starten

Derzeit fahren die Briten mit Lightning-GT-Prototypen ausführliche Tests, im kommenden Jahr sollen die ersten Kleinserienmodelle gebaut und verkauft werden. Umgerechnet etwa 220.000 Euro wird der Elektro-Sportwagen kosten. Doch wer das Auto besitzt, kann kräftig sparen, rechnen die Londoner Autobauer vor: Im Vergleich mit einem Audi RS4 und bei zirka 20.000 Kilometer Jahresfahrleistung spare ein Sportwagenfahrer in Großbritannien pro Jahr umgerechnet 15.000 Euro.

Und sofern der Strom, mit dem die Hightech-Batterie des Wagens befüllt wird, mittels Wasser- oder Windkraft oder Sonnenenergie hergestellt ist, erfüllt der Lightning GT sogar den Traum vom absolut abgasfreien Sportwagenfahren. Womöglich geht der Flitzer aus London dereinst als Anfang vom Ende der Benzinfresser in die Mobilitätsgeschichte ein. Die englischen Motorenbauer von PLM Flightlink jedenfalls haben ihre extrem starken Radnabenmotoren bereits in einem Mini installiert, und auch dort funktioniert das System tadellos.

jüp

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Forum - Solarkraft - Auto mit Zukunft?
insgesamt 112 Beiträge
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1.
Eichi, 12.06.2007
Ich beginne nach dem Zivildienst jetzt mein Informatik-Studium und habe mir schon seit Jahren geschworen, mein erstes Auto fährt einzig mit Solarenergie. Von mir aus können die Entwickler sich noch ein paar Jährchen Zeit lassen, aber dann sollte was kommen! Palmer's Auto sieht schon mal gut aus und hört sich gut an. Private Solar-Ladestation, daran könnte ich mich auch gewöhnen. Mal schauen, was die Zukunft bringt. Ich bin gespannt und optimistisch.
2.
Klo, 12.06.2007
Zitat von sysopCO2-Ausstoß: null. Geplante Strecke: einmal um die Welt. Nach jahrelangem Tüfteln wird Louis Palmers Traum wahr - mobil sein mit dem Solar-Auto. Ein Fahrzeug mit Zukunft?
Wenn die Sonne scheint, vielleicht.
3. Alltagstaugliche Elektroautos
Skarrin, 12.06.2007
Zitat von KloWenn die Sonne scheint, vielleicht.
Man kann, und das ist das ganz überraschende, elektrische Energie speichern. Nennt sich Akkumulator und gibt es in der Ausführung mit Blei schon seit ca. 1830. Klingt komisch, ist aber so. Palmers Fahrzeug hat den Nachteil, dass es nicht für den Alltagsgebrauch gebaut ist und deswegen in den bildungsfernen Schichten wieder mal der dumpfe Eindruck durch die Restgehirnzellen wabert, Elektrofahrzeuge seien nur was verzichtspredigende Ökospinner, personifiziert durch frühpensionierte Oberstudienräte. Tatsächlich gibt es aber in vielen europäischen Ländern schon alltagstaugliche Elektroautos bzw. -Leichtmobile zu kaufen: Norwegen, Schweiz, Italien, Frankreich, England, ... Auch in den USA haben schon etliche Bundesstaaten und Städte die Zeichen der Zeit erkannt und beteiligen sich an Initiativen zur Förderung von Elektroautos und Plug-in-Hybrids. Nur in Deutschland brettert man fröhlich weiter durchs Tal der Ahnungslosen, und jammert lieber über die Benzinpreise, die bösänGrünän und den noch böseren Kapitalismus. Gruß Skarrin
4.
LEGEIPS, 12.06.2007
Zitat von sysopCO2-Ausstoß: null. Geplante Strecke: einmal um die Welt. Nach jahrelangem Tüfteln wird Louis Palmers Traum wahr - mobil sein mit dem Solar-Auto. Ein Fahrzeug mit Zukunft?
Es ist eine gute Werbung für Elektrofahrzeuge. Früher gab es die Tour de Sol für ein Rennen für Solarfahrzeuge in der Schweiz. Leider gibt es sie nicht mehr es hat Elektrofahrzeugen zu zu mehr Publicity verholfen. Ich finde es Toll, dass ein kleines Team mit viel Idealimus diese Reise unternimmt. Hoffentlich werden so mehr Leute zum Kauf eines Elektrofahrzeuges angespornt. Vielleicht gibts ja in einigen Jahren mehrere Teams auf einer Solarweltreise.
5.
Julchen28 13.06.2007
Zitat von sysopCO2-Ausstoß: null. Geplante Strecke: einmal um die Welt. Nach jahrelangem Tüfteln wird Louis Palmers Traum wahr - mobil sein mit dem Solar-Auto. Ein Fahrzeug mit Zukunft?
Fänd ich total gut, wenn das Zukunftsmusik wäre! Ich denke da ja auch immer ein bisschen an unsere Umwelt... Ist so ein Auto denn auch im Alltag zu gebrauchen und was würde sowas kosten? Bin auch wegen dem Umwelt- und Klimaschutz ja eigentlich überzeugte Nutzerin der Bahn.
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