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E-Autos: Sonderabgabe auf Sprit soll Kaufprämie finanzieren 

Der Vorsitzende der NPE - Henning Kagermann Zur Großansicht
DPA

Der Vorsitzende der NPE - Henning Kagermann

In den Regierungsstreit über eine Kaufprämie für Elektroautos mischt sich der Chef der Nationalen Plattform Elektromobilität ein. Henning Kagermann will den Bonus unbedingt - zulasten von allen anderen Autofahrern.

Der Leiter der Nationalen Plattform Elektromobilität (NPE), Henning Kagermann, fordert die Regierung auf, eine Kaufprämie für Elektroautos zu beschließen. Nur so sei das Ziel von einer Million Fahrzeugen bis zum Jahr 2020 zu erreichen. "Wenn wir im März keine Entscheidung für wirksame Förderanreize bekommen, müssen wir das Ziel kassieren", sagte er im Interview mit dem SPIEGEL.

Der Präsident der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften reagiert damit auf die Ergebnisse des Elektromobilitäts-Gipfels am Dienstag im Bundeskanzleramt und kritisiert Finanzminister Wolfgang Schäuble, der dort seine ablehnende Haltung bekräftigt hatte. Kagermann will Schäuble von Kaufanreizen überzeugen. "Sie sind die pro Fahrzeug billigste, also effizienteste Methode, das Eine-Million-Ziel zu erreichen", sagte er dem SPIEGEL.

Er setzt sich für eine Sonderabgabe von einem oder eineinhalb Cent auf Diesel und Benzin ein. "Das wären rund zwölf Euro Mehrbelastung pro Autofahrer jährlich. Dafür hätte der Staat aber genügend Geld, um die Kaufprämie zu finanzieren", so Kagermann.

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insgesamt 763 Beiträge
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1. Wieder sollen die
hwdtrier 05.02.2016
Armen die Reiche finanzieren.
2. Da müssen wohl durch...
event.staller 05.02.2016
...auch wenn sich nur schwerlich eine Gerechtigkeit darin herstellen läßt: Wer viel Öl-Produkte tankt, "verpestet" die Umwelt mehr und zahlt auch mehr für eine "saubere" Zukunft. Immerhin so eine Art "Verursacher"-Prinzip, damit eine Notwendigkeit besser in Gang kommt.
3.
JupiterIII 05.02.2016
Weil E-PKWs keine Kunden finden, will man es nun mit Gewalt erzwingen? Es gibt sehr gute Gründe keinen E-PKW zu kaufen, eben weil es noch weit mehr Faktoren als nur den Kaufpreis gibt.
4. weltfremd !!!!
weltbetrachter 05.02.2016
Geht es noch ??? Was soll denn noch alles über den Benzinpreis finanziert werden ??? Denn eines ist sicher. Wenn der Staat erst einmal eine Abgabe eingeführt hat, bleibt diese auf ewig !!! Es reicht !!!
5.
franz.v.trotta 05.02.2016
Die deutsche Automobilindustrie ist sehr potent. Sie braucht keine Subvention aus Steuermitteln. Allerdings haben die Spitzenmanager der Autobranche erstklassige Verbindungen zur Bundeskanzlerin.
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Welche Typen von Elektroautos gibt es?
Reiner Elektroantrieb
Diese Fahrzeuge haben keinen klassischen Antriebsstrang mehr, der vom Motor die Bewegungsenergie auf die Räder überträgt. Stattdessen sind in den Radnaben Elektromotoren, die Energie kommt aus einem Akku, der an der Steckdose aufgeladen werden kann. Weil die Speicherkapazität der Batterien noch nicht mit einem klassischen Automobil vergleichbar ist, haben einige Elektromobile einen sogenannten Range Extender an Bord - einen kleinen Generator, der die Elektromotoren mit Energie versorgt, wenn der Akku leer ist.

Beispiele: Tesla Model S, VW E-Up, VW E-Golf, Renault Zoe, BMW i3, Ford Focus Electric, Nissan Leaf, Mercedes B-Klasse E-Drive
Hybridantrieb
Hybridautos haben zusätzlich zum klassischen Verbrennungsmotor einen Akku an Bord. Wenn der leer ist, springt der Benziner an. Eine Variante sind sogenannte Mild-Hybrid-Systeme, bei denen der Stromantrieb nur parallel unterstützend läuft, um den Benzinverbrauch zu reduzieren. Der Akku wird in der Regel durch Bremskraftrückgewinnung und einen Dynamo geladen. Zukünftige Hybridfahrzeuge sollen aber auch an der Steckdose aufladbar sein.

Beispiele: Toyota Prius, Toyota Prius+, VW Golf GTE, Porsche Panamera S E-Hybrid, Porsche 918 Spyder, Volvo V60 PiH, BMW i8
Brennstoffzellenantrieb
Bei diesen Fahrzeugen tankt man statt Benzin flüssigen Wasserstoff. In einer chemischen Reaktion wird das Hydrogen in der Brennstoffzelle in elektrische Energie umgewandelt, die dann das Fahrzeug antreibt. Anders als bei reinen Elektrofahrzeugen ist die Infrastruktur für den Wasserstoff eine ungelöste Frage. Vorteil der Brennstoffzellenfahrzeuge ist ihre größere Reichweite.

Beispiele: Hyundai ix35, Honda FCX Clarity, Hamburger Nahverkehrsbusse (Mercedes-Benz), Toyota Mirai
Range Extender
Im Gegensatz zu den herkömmlichen Elektroautos haben Range Extender einen Verbrennungsmotor an Bord, der anspringt, wenn die Ladung der Batterie zur Neige geht. Vorteil: Die Reichweite steigt auf das Niveau eines Autos mit konventionellem Antrieb. Vorreiter dieser Spezies ist der Opel Ampera, der die Kraft des Verbrenners aber auch nutzt, wenn die volle Leistung zum Beispiel auf der Autobahn abgerufen wird.

Beispiele: Opel Ampera (baugleich mit Chevrolet Volt), BMW i3 (optional mit Benzinmotor)

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