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Elektroauto-Infrastruktur: EU beschließt den Einheitsstecker

Ladestation: In der EU passt bald jeder elektrische Zapfhahn Zur Großansicht
SAP/Wolfram Scheible / DPA

Ladestation: In der EU passt bald jeder elektrische Zapfhahn

Bisher hörte der Spaß beim elektrischen Autofahren spätestens beim Tanken auf: lange Ladezeiten, verschiedene Bezahlsysteme und Ladestecker. Zumindest für das Stecker-Durcheinander hat die EU nun endlich eine Lösung gefunden.

Brüssel - Die Europäische Union (EU) schafft das Stecker-Wirrwarr bei Elektroautos ab. Künftig gibt es nur noch ein einheitliches System für strombetriebene Fahrzeuge. Darauf einigten sich Unterhändler des Europaparlaments, der EU-Kommission und der EU-Staaten, wie der Ministerrat am Mittwochabend in Brüssel mitteilte. Entsprechende Pläne hatte die Kommission bereits bekanntgegeben. Zum neuen europäischen Standard wird demnach der in Deutschland bereits verwendete "Typ-2-Stecker", auch "Mennekes"-Stecker genannt. Dies sei ein Erfolg für die deutsche Industriepolitik, sagte ein EU-Diplomat.

Für die Autobauer bedeutet dies endlich Planungssicherheit. Und auch die künftigen Besitzer eines E-Autos profitieren von der Entscheidung. Für sie bedeutete die Stecker-Vielfalt ein großes Hemmnis für den Alltagsgebrauch. Außerhalb der EU bleibt das Stecker-Chaos jedoch noch bestehen. So gibt es beispielsweise in Japan und den USA einen anderen Typ. Die Stecker sind untereinander nicht kompatibel. Verschiedene Hersteller arbeiten aber bereits am sogenannten induktiven Laden, das komplett ohne Ladekabel auskommt.

Zudem einigte sich die EU beim Aufbau von Tankstellen und Ladestationen für alternative Antriebe. Bis Ende 2020 sollen genügend Ladestationen für Elektroautos zur Verfügung gestellt werden, damit diese zumindest in Städten und stadtnahen Gebieten fahren können. Konkrete Zahlenvorgaben gibt es bisher aber nicht. Auch Deutschland besitzt noch kein flächendeckendes Netz.

mhu/dpa

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insgesamt 62 Beiträge
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1. Na hallo, ...
winki 27.03.2014
da kommt doch mal etwas Gescheites aus der EU. Mehr gibt es dazu nicht zu kommentieren.
2. Und was wird aus dem Tesla Speedway?
tam_venceremos 27.03.2014
Soweit ich das in Erinnerung habe nutzen die für ihre high speed Ladestationen doch andere, eigene Stecker, oder? Dürfen diese nun nicht gebaut werden?
3. Das hatten wir schon
rudi.waurich 27.03.2014
Gab's schon beim SCART Stecker. Nur hatte jeder Hersteller die Pins anders belegt. Die Handystecker sind auch schon ewig alle gleich, das wurde auch irgendwo beschlossen...
4. optional
spon-facebook-1629421895 27.03.2014
und was mach ich jetzt mit meiner firmenflotte i3? :)
5. Wer's glaubt wird seelig ;-)
Airkraft 27.03.2014
Es soll ja auch im Jahr 2020 dann 1 Million zugelassene Elektrofahrzeuge in Deutschland geben. Zur Zeit gibt es aber nur etwa 13000! Das bedeutet einen aktuellen Fehlbestand von 987000. Verteilt auf die noch verbleibenden 6 Jahre und 8 Monate (80 Monate) müssen daher monatlich - im Schnitt - 12300 Fahrzeuge gekauft und zugelassen werden. Eher noch "fließt Wasser den Berg hinauf" ;-)
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Welche Typen von Elektroautos gibt es?
Reiner Elektroantrieb
Diese Fahrzeuge haben keinen klassischen Antriebsstrang mehr, der vom Motor die Bewegungsenergie auf die Räder überträgt. Stattdessen sind in den Radnaben Elektromotoren, die Energie kommt aus einem Akku, der an der Steckdose aufgeladen werden kann. Weil die Speicherkapazität der Batterien noch nicht mit einem klassischen Automobil vergleichbar ist, haben einige Elektromobile einen sogenannten Range Extender an Bord - einen kleinen Generator, der die Elektromotoren mit Energie versorgt, wenn der Akku leer ist.

Beispiele: Tesla Model S, VW E-Up, VW E-Golf, Renault Zoe, BMW i3, Ford Focus Electric, Nissan Leaf, Mercedes B-Klasse E-Drive
Hybridantrieb
Hybridautos haben zusätzlich zum klassischen Verbrennungsmotor einen Akku an Bord. Wenn der leer ist, springt der Benziner an. Eine Variante sind sogenannte Mild-Hybrid-Systeme, bei denen der Stromantrieb nur parallel unterstützend läuft, um den Benzinverbrauch zu reduzieren. Der Akku wird in der Regel durch Bremskraftrückgewinnung und einen Dynamo geladen. Zukünftige Hybridfahrzeuge sollen aber auch an der Steckdose aufladbar sein.

Beispiele: Toyota Prius, Toyota Prius+, VW Golf GTE, Porsche Panamera S E-Hybrid, Porsche 918 Spyder, Volvo V60 PiH, BMW i8
Brennstoffzellenantrieb
Bei diesen Fahrzeugen tankt man statt Benzin flüssigen Wasserstoff. In einer chemischen Reaktion wird das Hydrogen in der Brennstoffzelle in elektrische Energie umgewandelt, die dann das Fahrzeug antreibt. Anders als bei reinen Elektrofahrzeugen ist die Infrastruktur für den Wasserstoff eine ungelöste Frage. Vorteil der Brennstoffzellenfahrzeuge ist ihre größere Reichweite.

Beispiele: Hyundai ix35, Honda FCX Clarity, Hamburger Nahverkehrsbusse (Mercedes-Benz), Toyota Mirai
Range Extender
Im Gegensatz zu den herkömmlichen Elektroautos haben Range Extender einen Verbrennungsmotor an Bord, der anspringt, wenn die Ladung der Batterie zur Neige geht. Vorteil: Die Reichweite steigt auf das Niveau eines Autos mit konventionellem Antrieb. Vorreiter dieser Spezies ist der Opel Ampera, der die Kraft des Verbrenners aber auch nutzt, wenn die volle Leistung zum Beispiel auf der Autobahn abgerufen wird.

Beispiele: Opel Ampera (baugleich mit Chevrolet Volt), BMW i3 (optional mit Benzinmotor)

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