Es begann als Treffen von Fans des VW Golf GTI und gehört inzwischen zu den größten Veranstaltungen des VW-Konzerns: das GTI-Treffen am Wörthersee. Jedes Jahr an den Tagen um Himmelfahrt wird die Gemeinde Reifnitz am größten See Kärntens zum Schauplatz eines PS-satten Spektakels, bei dem sich - nach einer längeren Pause - seit 2006 der Wolfsburger Autobauer wieder als Sponsor engagiert. Längst geht es nicht mehr nur um aufgemotzte Golf GTI, sondern um alle VW-Typen und obendrein ist das Wörthersee-Treffen auch zur Bühne für die Konzernmarken Audi, Seat und Skoda geworden.
Zur Tradition gehört es inzwischen, dass in Reifnitz auch besonders rasante Serienautos oder Prototypen präsentiert werden - schließlich ist nirgendwo sonst eine so große Marken- Fangemeinde versammelt wie hier; Schätzungen sprechen zuletzt von 150.000 bis 200.000 Teilnehmern.
In diesem Jahr dürfte Audi das Gros der Spoiler- und Breitreifen-Anhänger zumindest irritieren, denn die Ingolstädter wollen beim GTI-Treffen ein "Zweirad-Technikkonzept" vorstellen, "das die Grenze des technisch Möglichen aufzeigt". Optisch ist das Highend-Elektrofahrrad irgendwo zwischen Mofa, Mountainbike und Trial-Motorrad angesiedelt: sehr reduziert, sehr futuristisch, sehr cool.
Spektakulärer Balanceakt
Hauptbestandteil des E-Bikes ist CFK, also Kohlefaserverbundstoff oder Karbon. Daraus bestehen die 26-Zoll-Laufräder, der Rahmen sowie die Hinterradschwinge, und das macht sie ultraleicht und überaus steif. Dennoch ist das Zweirad kein Leichtgewicht, sondern bringt rund 26 Kilo auf die Waage. Das liegt unter anderem am Elektromotor im Tretlagergehäuse, der gut 3 PS liefert, und an der Lithium-Ionen-Batterie mit einer Kapazität von 530 Wh im Rahmen.
Wird das Fahrrad im Pedelec-Modus gefahren, also der Radler tritt in die Pedale und der E-Motor unterstützt ihn dabei, sind nach Audi-Angaben "bis zu 80 km/h Spitze und bis zu 70 Kilometer Reichweite möglich". Als reines E-Moped fährt das Zweirad 50 km/h, die Geschwindigkeit wird wie bei einem Motorrad über einen Drehgriff gesteuert. Als netten Gag haben die Ingenieure auch einen Wheelie-Modus eingebaut: Der hilft bei artistischen Einlagen auf dem Hinterrad und macht derlei Sperenzchen auch für Ungeübte möglich. Dann nämlich übernimmt die Elektronik die Balance und hält das Vorderrad in der Luft.
Vielleicht beeindruckt so was die Fans der forcierten vierrädrigen Fortbewegung ja doch. Ganz sicher ist sich selbst Audi aber wohl nicht. Für alle Fälle bringen die Ingolstädter daher auch noch drei aufgemotzte Typen des Kompakt-SUV Q3 mit an den Wörthersee.
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