Elektromobilität Freie Fahrt für Hipster-Boards

Verkehrsminister Scheuer hat ein Einsehen mit jungen Trendsettern in deutschen Großstädten: Elektrisch angetriebene Skateboards und Tretroller bekommen eine Zulassung für den Betrieb auf der Straße.

Elektro-Tretroller
Herbert Neubauer/APA/dpa

Elektro-Tretroller

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In vielen ausländischen Großstädten wie Wien und San Francisco gehören Tretroller und Skateboards mit Elektroantrieb bereits zum Straßenbild. Uund auch in Deutschland waren die fahrbaren Untersätze ein Renner im Weihnachtsgeschäft - ausprobiert werden dürfen sie aber nur auf privatem Gelände. Das soll sich nun ändern. Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer will nach SPIEGEL-Informationen neben E-Scootern auch Elektro-Boards für den Straßenverkehr zulassen.

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Der CSU-Mann hat eine entsprechende Freigabe für kleine, mit Elektromotoren angetriebene Roller und Skateboards autorisiert. Die "Elektrokleinstfahrzeuge-Verordnung" soll in diesem Frühjahr dem Bundesrat zugeleitet werden. Geregelt ist darin, dass die Lifestyle-Gefährte auf Fahrradwegen oder auf der Straße mit Geschwindigkeiten bis zu 20 Kilometer in der Stunde gefahren werden dürfen.

Andreas Scheuer
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Eine ganze Reihe von Start-ups steht bereits in deutschen Städten bereit, Elektrotretroller - zum Beispiel per Smartphone-App - zu verleihen. Bislang scheiterte dies an der fehlenden Verordnung. Diese hatte sich verzögert, weil die Fachbeamten in Scheuers Ministerium Bedenken hatten, insbesondere jene Elektro-Boards zuzulassen, die ohne Lenkstange und Handbremse auskommen. Scheuer hat sich über die Einwände hinweggesetzt, weil er die Mikromobilität mit Rollern und Boards für moderne Verkehrskonzepte in Innenstädten für notwendig hält. Die Verordnung enthält einen Passus, der die Erlaubnis für die Elektroboards zunächst als eine Art Verkehrsversuch erteilt, die schnell widerrufen werden kann, falls sich viele Unfälle ereignen.

Die Sorge ist nicht unberechtigt. In Städten, wo die Boards schon länger im Einsatz sind, häufen sich Berichte über Unfälle.

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insgesamt 118 Beiträge
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Seite 1
mopsfidel 15.02.2019
1. Die Sorgen sind berechtigt.
Mal ein bisschen aus der internationalen Presse: "SF scooter problem: City impounds dozens of the two-wheelers" oder "Electric Scooters Are Causing Havoc" oder "Xiaomi-Scooter lässt sich über Bluetooth kapern". ** Die Dinger "vermüllen" die Straßen, Hauseingänge und Gewege, sind ein großes Gefahrenpotential für Autofahrer und Fußgänger und es passieren die schlimmsten Unfälle, die man sich nur vorstellen kann. Aber der Scheuer Andi schenkt sich mit den großen Anbietern zusammen einen ein und sieht fast nur Vorteile. Schönen Dank für nichts.
robert_naumann 15.02.2019
2.
Hochqualitativer Journalismus... Die Sorge ist kann ich nachvollziehen, dass Boards (vermutlich el. Skateboards) zu Unfällen führen. Aber warum verweist man dann auf eigenen Bericht über Unfälle von el. Scootern? Das eine hat doch mit dem anderen nichts zu tun. Dazu sollte man unterscheiden, dass el. Scooter größtenteils von Touristen in chaotischen Innenstädten gefahren werden, el Skateboards von Enthusiasten in einer Ihnen bekannten Umgebung. Dafür gibt es kein Billigverleih...
fadable 15.02.2019
3. Gut so!
Endlich kommt diese Verordnung. Ein Blick ging immer neidisch in unsere Nachbarländer die uns auch hier wieder um Längen voraus sind. Wer E-Mobilität (und sauberere Innenstädte möchte) der sollte solche Produkte zulassen. Hauptsache auch ohne Blinkerpflicht und ähnliche Überlegungen.
salomohn 15.02.2019
4. endlich
In den Städten, wo es die Roller gibt, funktioniert es. Die Unfallzahlen sind in der Relation zum Autoverkehr sehr niedrig. Komme gerade aus Kopenhagen, wo es auch läuft. Leise, ökologisch, erschwinglich und praktisch.
mussich 15.02.2019
5. Umweltsünde ohne Sinn und Verstand
schon die blöden Batterie-Fahrräder vermüllen die Umwelt. Scheinbar weiß kein Mensch, wie die Akkus hergestellt werden. Ganz nebenbei musste ich schon mehrfach ins Gebüsch springen, um beim Joggen meine Gesundheit oder mein Leben zu retten. Nun werden noch mehr Irre unterwegs sein.
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