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Elektromotorrad Freeride: KTM setzt auf Stromer

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Zu früh, zu unzuverlässig, zu randseitig - bisher scheuen etablierte Hersteller den Einstieg in den jungen Markt für Elektromotorräder. Jetzt prescht KTM vor: Die Österreicher stellen gleich zwei sportliche Modelle mit Akkuantrieb vor.

KTM Freeride: Stromer für Gelände und Straße Fotos
KTM

Als der Motorradhersteller KTM im Oktober 2008 einen Crosser mit Elektroantrieb zeigte, hielten die meisten Beobachter die Maschine für eine witzige Fingerübung der Ingenieure aus dem österreichischen Mattighofen. Weit gefehlt: KTM, bekannt für seine Sportmotorräder, stellt am Donnerstag auf der Tokyo Motorcycle Show zwei serienreife Modelle vor. Sowohl die Supermoto- als auch die Enduro-Version laufen mit einer zum Patent angemeldeten gekapselten Batterie-Motor-Einheit. Beide Motorräder sollen ab dem Frühjahr 2011 käuflich zu erwerben sein.

Dass KTM den Eintritt in den unerforschten Markt mit Elektromotorrädern wagt und dabei keinen Pendler-Roller präsentiert, kommt nicht von ungefähr. Die Firma ist auf die Bereiche Offroad, Supermoto und Sportsbike spezialisiert, wirbt mit dem Slogan "Ready to Race" und lebt vom Image des Zweirad-Seriengewinners bei der Rallye Dakar. Die Geschäfte laufen zurzeit allerdings wie bei allen anderen Herstellern suboptimal; Zeit also für Diversifizierung und neue Käuferschichten.

"Emissionsfreie Fortbewegung mit dem Motorrad bringt kurzfristig vor allem für den Offroad-Sport neue Impulse und eröffnet völlig frische Perspektiven, deshalb sind wir hier in doppelter Hinsicht gefragt", sagt Stefan Pierer, der Vorstandsvorsitzende von KTM. Er erhofft sich von der E-Strategie - und der deutlichen reduzierten Geräuschkulisse bei Elektro-Rennen - neue Rennklassen und eine bessere Akzeptanz für stadtnahe Enduro- und Motocross-Strecken: "Wenn die Anwendung des Sportgerätes lautlos näher an 'zu Hause' rückt, können neue Zielgruppen erschlossen werden."

Neuartige Kombination aus Akku und Motor

Laut KTM werden sowohl die Supermoto, für die eine Straßenzulassung möglich ist, als auch die Geländeversion von einem Block aus Lithium-Ionen-Batterien angetrieben, die für ein Drehmoment von 45 Nm schon bei 500 Umdrehungen pro Minute sorgen. Für die Steuerung sorgt ein Drive-by-Wire-System in Verbindung mit einem eigens entwickelten Controller, das die Impulse elektronisch an den Motor leitet. Die erstmals eingesetzte Kopplung von Akku und elektrischem Synchronmotor in einem Paket soll die bei Cross-Maschinen üblichen Verschleiß-, Schmutz- und Wasser-Probleme reduzieren.

Bei einem Gewicht von 90 Kilogramm sind die Spitzengeschwindigkeit von 70 km/h und die Leistung von umgerechnet bis zu 30 PS mit der einer herkömmlichen 125 ccm-Zweitakt-Maschine zu vergleichen. Die Fahrzeit auf der 21-Zoll-Bereifung liegt bei etwa einer Stunde. Danach muss der Akku 90 Minuten lang geladen werden. Bis zur Serienmaschine soll sich jedoch im Batteriebereich noch viel tun. Der derzeit verwendetet Typ reicht für circa 500 Ladungen, was nach Aussage von KTM dem normalen Lebenszyklus eines Enduro-Motorrades entspricht.

Mit den sportlichen Freeride-Modellen positioniert sich KTM abseits der großen japanischen Hersteller, die eher den Roller-Markt dominieren werden, und BMW, wo über ein eigenes, langfristiges "Elektro-Konzept für die urbane Mobilität" nachgedacht wird. Konkurrenten für die Freerides sind deshalb eher erfolgreiche Newcomer wie Zero Motorcycles, denen KTM zumindest an einem Punkt Paroli bieten kann: dem Preis. Unter 10.000 Euro soll der Käufer ab Frühjahr oder Sommer 2011 zahlen - nicht mehr als für eine konventionelle Sport-Enduro aus dem gleichen Haus.

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 29 Beiträge
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1. Lebensdauer
jpiranha 25.03.2010
---Zitat--- Die erstmals eingesetzte Kopplung von Akku und elektrischem Synchronmotor in einem Paket soll die bei Cross-Maschinen üblichen Verschleiß-, Schmutz- und Wasser-Probleme reduzieren. ---Zitatende--- ---Zitat--- Die Fahrzeit auf der 21-Zoll-Bereifung liegt bei etwa einer Stunde. [...] Der derzeit verwendetet Typ reicht für circa 500 Ladungen, was nach Aussage von KTM dem normalen Lebenszyklus eines Enduro-Motorrades entspricht. ---Zitatende--- Man kann das Ding nur 500 h lang nutzen, und muss danach _Motor_und_Batterie_ austauschen? Das ist doch ein Druckfehler, oder?
2. KTM halt...
William Foster 25.03.2010
Soso, KTM findet das für eine Enduro also normal... Kleines Rechenspiel: Wenn ich für die 500 Ladezyklen jeweils eine Stunde fahren kann und die ganze Zeit 100% Höchstgeschwindigkeit fahre, komme ich auf 35 000 km. Realistisch also vielleicht 20 000 km. Das ist laut KTM der normale Lebenszyklus einer Enduro. Dabei hatte die Firma doch gerade den Ruf "Keine Tausend Meter" ein wenig abgebaut... Naja, wenigstens nicht mehr "Kick Tausend Mal". Gruß, Bill
3. ...
m-pesch, 25.03.2010
Zitat von jpiranhaMan kann das Ding nur 500 h lang nutzen, und muss danach _Motor_und_Batterie_ austauschen? Das ist doch ein Druckfehler, oder?
Wo ist das Problem. Dazwischen läuft der Motor wartungsfrei und neu wickeln und lagern dürfte unter einem tausender hinzubekommen sein. Ob ein KTM Einzylinder 500 Betriebsstunden ohne kapitalen Motorschaden übersteht bezweifle ich mal. Sind ja schließlich keine Tourenmaschinen mit denen man spazieren fährt.
4. Quatsch
Zeugma, 25.03.2010
"Die Fahrzeit auf der 21-Zoll-Bereifung liegt bei etwa einer Stunde. Danach muss der Akku 90 Minuten lang geladen werden. Bis zur Serienmaschine soll sich jedoch im Batteriebereich noch viel tun. Der derzeit verwendetet Typ reicht für circa 500 Ladungen, was nach Aussage von KTM dem normalen Lebenszyklus eines Enduro-Motorrades entspricht." Soso, eine Enduro hat danach eine Lebensdauer von 500 Stunden. Oder Betriebsdauer? Selbst das wäre sehr neidrig! Nehme an, hier liegt eine Verwechslung mit einer Packung Papiertaschentücher vor. Bitte erst nachdenken, bevor Sie so einen Quatsch schreiben.
5. Die Lüge von der emissionsfreien Fortbewegung
hman2 25.03.2010
---Zitat--- "Emissionsfreie Fortbewegung mit dem Motorrad bringt kurzfristig vor allem für den Offroad-Sport neue Impulse und eröffnet völlig frische Perspektiven, deshalb sind wir hier in doppelter Hinsicht gefragt", sagt Stefan Pierer der Vorstandsvorsitzende von KTM. ---Zitatende--- Solange KTM nicht auch gleich solare Ladeanlagen mitliefert, ist die Aussage mit der "emissionsfreien Fortbewegung" schlicht eine Lüge. So sinnvoll Elektroantriebe ja auch wirklich sind. Bitte trotzdem bei der Wahrheit blieben. Ohne lokale solare Aufladung (oder ähnliche Stromquellen) produzieren auch sie große Mengen CO2 und zusätzlich auch noch eine nicht zu vernachlässigende Menge radioaktiven Mülls! Dass diese Abgase/Abfälle nicht am Motorrad entstehen, sondern im Kraftwerk, heißt nicht dass sie nicht vorhanden wären. "Aus den Augen, aus dem Sinn" ist _keine_ überzeugende Zukunftsvision...
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